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Franz Semper greift nach EM-Pleite neu an und träumt von Olympia

SC DHfK Leipzig Franz Semper greift nach EM-Pleite neu an und träumt von Olympia

Es hat nicht gereicht: Franz Semper verpasste knapp den EM-Titel mit dem deutschen Handballnachwuchs. Am Tag nach der Niederlage gibt er sich schon wieder angriffslustig.

Franz Semper vom SC DHfK zeigt sich nach der Finalpleite in der U-20-Europameisterschaft schon wieder angriffslustig. (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Franz Semper hätte der Held des EM-Finals der U 20 werden können. Zehn Sekunden vor der Schlusssirene fasste sich der 19-Jährige vom SC DHfK am Sonntag ein Herz und zog beim Stand von 25:25 ab. Der Siegtreffer wollte gegen Spanien nicht gelingen, der Torhüter parierte. Es folgte die Verlängerung mit einem unglücklichen Ausgang. Die Spieler von der iberischen Halbinsel gewannen am Ende knapp mit 30:29. „Ich war danach sehr enttäuscht“, berichtet Semper, der als einziger Leipziger im deutschen Aufgebot von Bundestrainer Markus Baur stand. „Ein bisschen Wehmut ist natürlich dabei, denn ein Finale nach Verlängerung mit einem Tor zu verlieren, ist immer schade und bitter“, so der Coach.

Am Tag nach dem Finale zog zumindest Semper schon wieder positive Energie aus dem Endspiel. „Silber ist auch ein schöner Erfolg, das hätte uns vorher kaum jemand zugetraut“, meinte der Linkshänder, der mit sechs Treffern auch bester deutscher Schütze gegen Spanien war. Insgesamt erzielte der Leipziger 25 Tore im Turnier.

Der Rückraumspieler darf sich nach dem anstrengenden Turnier in Dänemark nun eine Woche erholen. Trainer Christian Prokop gab ihm für das Trainingslager in Barsingenhausen von Dienstag bis Donnerstag und dem dann folgenden Heide-Cup in Schneverdingen frei.

Danach steigt der Schüler wieder beim Erstligisten ein und kämpft um Spielanteile beim SC DHfK. Keine leichte Aufgabe. Mit Andreas Rojewski und Christoph Steinert hat er zwei starke und erfahrene Athleten auf seiner Position vor sich. Semper nimmt die Konkurrenz an und stellt sich dem Vergleich. Sollte er an den beiden ehemaligen Magdeburgern noch nicht vorbeikommen, dann sammelt er Spielerfahrungen beim Dessau-Rosslauer HV in der 2. Bundesliga. An eine komplette Ausleihe denkt Coach Prokop aber nicht. „Franz bleibt ein Leipziger“, betonte er zuletzt immer wieder.

Semper bekam bei der EM auch einen Vorgeschmack auf die neuen Handball-Regeln. „Bei roten Karten haben die Schiedsrichter fast immer auch gleich die blaue Karte gezogen“, beobachtete er. Der dritte Farbkarton kommt künftig auch in der Bundesliga zum Einsatz. Er besagt, dass ein Spieler in der nächsten Partie eine Zwangspause einlegen muss. Semper hofft auf einen zurückhaltenden Einsatz der Karte. „Die Schiedsrichter in Dänemark hatten aber auch nicht das Niveau wie die Referees in der Bundesliga“, findet der Vize-Europameister.

Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Im kommenden Jahr darf Semper zum letzten Mal für die U 20 spielen. Seine Leistungen im Nachwuchs will er dann bei der Weltmeisterschaft in Algerien krönen. „Klar, dass ich mich am liebsten mit einem Titel verabschieden möchte“, so der Gymnasiast. Und auch bei den Olympischen Spielen in Rio schaut der 19-Jährige in den nächsten Tagen genau hin. „Ich denke zwar nur von Jahr zu Jahr, vielleicht klappt es aber einmal mit der Teilnahme“, blickt er nach vorn. Die Spiele 2020 werden in Tokio ausgetragen.

Matthias Roth

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