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Für die Liebe: Philipp Pöter wechselt im Sommer zur HSG Wetzlar

DHfK-Spieler im Interview mit LVZ.de Für die Liebe: Philipp Pöter wechselt im Sommer zur HSG Wetzlar

Diese Personalie hat sich in den vergangenen Wochen angedeutet, jetzt ist der Wechsel perfekt: Der SC DHfK Leipzig verliert im Sommer Philipp Pöter (29). Der Rückraumspieler hat beim Ligakonkurrenten HSG Wetzlar einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben.

Philipp Pöter wechselt nach der Saison vom SC DHfK zur HSG Wetzlar.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Im Interview mit LVZ.de spricht Pöter über die Gründe für seinen Wechsel, seine Zeit in Leipzig und die Perspektive mit Wetzlar.

Philipp Pöter, es läuft gerade hervorragend für Sie. Sie sind bester Torschütze des SC DHfK und Vorbereiter in Personalunion. Dennoch wollen Sie im Sommer Leipzig verlassen, warum?  

Ich habe schon bei meinem Wechsel nach Leipzig gesagt: Ich will mich weiterentwickeln und mit dem SC DHfK den Aufstieg schaffen. Beide Ziele habe ich erreicht. Der Hauptgrund ist aber meine familiäre Situation. Meine Frau lebt in Essen und arbeitet dort als Kriminalkommissarin bei der Polizei. Sie kann aus unserer Heimat nicht so einfach weg und entwickelt sich dort auch gerade beruflich. Wir gönnen uns gegenseitig unsere Karriereleiter, wollen jetzt aber wieder enger beieinander leben.

Wetzlar liegt aber auch noch rund zwei Autostunden von Essen entfernt. Hat sie nur der kürzere Fahrweg gelockt  oder auch noch einmal eine neue sportliche Herausforderung?

Zwei Stunden sind aber deutlich weniger als viereinhalb von Leipzig. Von hier aus musste ich nach Düsseldorf fliegen, wenn ich nur für einen Tag nach Hause wollte. Sonst hätte sich das nicht gelohnt. Von Wetzlar ist das auch mit dem Auto möglich. Sportlich ist die HSG tatsächlich eine interessante Adresse. Es gab weitere Angebote, Wetzlar stand für mich aber an der ersten Stelle.

Die HSG baut ihr Team gerade kräftig um. Stefan Kneer kommt von den Rhein-Neckar-Löwen und der schwedische Nationalspieler Anton Lindskog vom Champions-League-Teilnehmer IFK Kristianstad.  Weitere Nationalspieler sind im Anflug. Lockt auch die Aussicht auf den Europapokal?

Wetzlar spielt eine hervorragende Saison. Wir müssen jetzt erstmal sehen, was am Ende herauskommt. Der Europapokal ist natürlich ein Traum von mir. Diese Möglichkeit war aber nicht das primäre Ziel für meinen Wechsel.

Welche Rolle sollen Sie in Wetzlar ausfüllen?

Trainer Kai Wandschneider will von mir ein Gesamtpaket sehen. Ich war in dieser Saison torgefährlich, konnte aber auch mein taktisches Verständnis einbringen. Das ist auch in Wetzlar gefragt.

Wie haben die Verantwortlichen des SC DHfK auf Ihren Wechselwunsch reagiert?

Ich habe Geschäftsführer Karsten Günther und Trainer Christian Prokop früh über meine Pläne informiert. Sie waren nicht gerade begeistert und hätten gern meinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängert. Das hat mir gezeigt, dass die letzten anderthalb Jahre positive Spuren hinterlassen haben. Das ehrt mich. Sie hatten dann aber auch Verständnis, dass ich mit fast 30 noch einmal einen Schritt in meiner Karriere gehen möchte.

Der SC DHfK hat einige Überraschungssiege errungen. Wie schwer wird der Kampf um den Klassenerhalt noch?

Wir sind auf keinen Falls schon durch. Jetzt müssen wir unbedingt gegen die Mannschaften hinter uns gewinnen. Das wird nicht einfach. Los geht‘s im Februar mit den schweren Spielen in Magdeburg, Kiel und Flensburg. Auch wenn diese Teams viele Spieler für die EM abstellen mussten, werden sie kaum geschwächt sein. Da brauchen wir einen Supertag, um dort etwas zu holen. In der Hinrunde haben wir aber gegen den SCM gewonnen und gegen Kiel und Flensburg mitgehalten. Wir dürfen vor allem nicht nervös werden.

Beliebt bei den Kollegen: Philipp Pöter.

Quelle: Christian Modla

Im Sommer sind mit Ihnen, Philipp Weber und Felix Storbeck drei Stammspieler weg. Wie gefährlich ist dieser Umbruch für die Mannschaft?

Der Trainer hat in den vergangenen beiden Jahren viel richtig gemacht. Er trifft auch die Personalentscheidungen mit gutem Gewissen. Christian Prokop baut ein Gerüst, um auch in den nächsten Jahren erfolgreich zu sein.

Der letzte Spieltag in dieser Saison könnte für Sie brisant werden. Der SC DHfK tritt dann in Wetzlar an. Es könnte bei der Partie um Klassenerhalt und Europapokalplatz gehen.

Ich hoffe, dass wir den Klassenerhalt schon davor geschafft haben. Es ist aber klar: Ich werde bis zum Schluss alles für den SC DHfK geben, auch gegen Wetzlar. Mit angezogener Handbremse kann ich auch gar nicht spielen.

Welche Eindrücke werden Sie aus Leipzig mitnehmen?

Leipzig ist eine tolle Stadt mit ausgesprochen netten Menschen. Das werde ich nicht vergessen. Ich habe hier häufig Besuch von Freunden aus Essen, ihnen zeige ich dann alles. Außerdem spiele ich in einer Mannschaft, die sehr gut miteinander harmoniert. Wir haben keine Stars, stehen füreinander ein und gewinnen so unsere Spiele.

Interview: Matthias Roth

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