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Gegner gratulieren dem SC DHfK Leipzig zum Aufstieg – Trainer Prokop: „Mich nervt das“

Gegner gratulieren dem SC DHfK Leipzig zum Aufstieg – Trainer Prokop: „Mich nervt das“

Die Stimmung ist prächtig, die Motivation hoch: „Meine Mannschaft hat Bock auf Gewinnen“, sagt Christian Prokop, Trainer der DHfK-Handballer. Die nächste Gelegenheit dazu haben seine Männer am Sonnabend gegen die HSG Nordhorn-Lingen.

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Trainer Christian Prokop möchte innerhalb der nächsten zwei Jahre mit dem SC DHfK Leipzig ins Handball-Oberhaus aufsteigen.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Anwurf in der Arena ist um 19.30 Uhr. „Wir befinden uns auf einer Euphoriewelle und wollen zu Hause ungeschlagen bleiben“, kündigte der Trainer an.

Der Gegner hat es allerdings in sich. Nach wie vor befindet sich der einstige Europapokalsieger mit vier Punkten Rückstand auf Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. DHfK-Rechtsaußen Lucas Krzikalla hat aber eine Schwachstelle bei den Gästen ausgemacht: „Sie sind teilweise härteanfällig.“ Übersetzt heißt das, die HSG bekommt bei einer kompromisslos agierenden Verteidigung Probleme. „Dafür brauchen wir schnelle Beine“, so Prokop. Fouls will der Trainer dagegen möglichst kaum sehen. „Wir kamen bisher mit wenigen Zeitstrafen aus, das soll so bleiben“, erklärt er.

 

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Philipp Weber war mit Lucas Krzikalla und Franz Semper mit jeweils fünf Toren bester Schütze. Unter anderem verwandelte er zwei Strafwürfe.

Quelle: Rainer Justen

Was Prokop im Moment ausprobiert, gelingt ihm auch. Einige Fans würden sich von dem 36-Jährigen am liebsten ihren Lottoschein ausfüllen lassen, so glücklich schätzen sie sein Händchen ein. Ein Beweis lieferte die Partie am vergangenen Sonntag beim SC Empor Rostock. 15 Sekunden vor dem Ende wechselte der Trainer seine Torhüter: Felix Storbeck raus, Henrik Ruud Tovas rein. Beim Stand von 27:28 erhielten die Gastgeber in der letzten Sekunde einen Siebenmeter. Prokop tauschte erneut seine Keeper und Storbeck hielt den Sieg für die Leipziger fest. „Es war ein Lotteriespiel, hat aber geklappt“, so der Übungsleiter. Der Adrenalinspiegel war auch auf der Rückfahrt noch deutlich erhöht.

 

DHfK hält den Ball flach

Prokop und die Mannschaft: Sie lassen sich nicht verrückt machen. Schon seit Dezember wird im Umfeld der Grün-Weißen offen vom Aufstieg gesprochen. Und bei Auswärtsspielen erlebt der SC DHfK stets das gleiche Szenario. Der Gegner gratuliert zum Aufstieg in die 1. Bundesliga. „Mich nervt das, die anderen Teams wollen vielleicht damit ihre Niederlagen rechtfertigen“, vermutet Prokop. Und auch Krzikalla ist ein kühler Rechner. Zehn Spiele habe er mit seinen Kollegen noch vor der Brust, zwanzig Punkte seien dabei zu vergeben. Ein Blick auf die Tabelle macht es deutlich: Selbst die derzeit elf Zähler Vorsprung auf Rang vier reichen da noch nicht aus, theoretisch zumindest.

 

Der SC DHfK ist zusammengewachsen, ist eine verschworene Einheit geworden, Stinkstiefel sind nicht zu erkennen. Prokop hat ein Beispiel für den Teamgeist parat. Krzikalla ist seine Nummer eins auf Rechtsaußen. Keine leichte Situation für den zweiten Spieler auf der Position. Zumal, wenn mit René Boese dort ein erfahrener Mann um Einsatzzeiten buhlt. Der 31-Jährige wurde in dieser Saison gerade in 15 Spielen aufs Parkett geschickt, meist für wenige Minuten. Dabei erzielte er nur zehn Feldtore, diese Quote lieferte er in den Vorjahren mitunter in einem Spiel ab. Boese hat die Rolle akzeptiert. Häufig lässt der Coach ihn allein aus taktischen Gründen draußen. Im Spielprotokoll behält sich Prokop stets die Option vor, noch während des Matches einen Akteur von den Zuschauerplätzen hinter der Bank nachzunominieren. „Jeder hat seinen Anteil am Erfolg. Oft geht es im Training darum, Abläufe des Gegners zu simulieren“, verrät Prokop. Auch dafür sei sein großer Kader wichtig.

 

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Lucas Krzikalla vom SC DHfK (Archivbild)

Quelle: Elmar Keil

Den Ernstfall probt in dieser Woche auch Krzikalla wieder. Nach dem Mannschaftstraining legt der Lehramtsstudent gern Sonderschichten ein. Dann stellt er sich einen der Torhüter in den Kasten und probt Würfe gegen Nordhorns Keeper Björn Buhrmester. Zu Hause schaut sich der Flügelflitzer noch Videos an. „Er kann ein Spiel allein kippen“, so der 21-Jährige über seinen Kontrahenten. Rein nach der Statistik ist Buhrmester der zweitbeste Schlussmann der Liga. In dieser Saison hat er bereits 338 Paraden gezeigt, besser ist nur Rimpars Max Brustmann. Storbeck liegt auf Platz 5 der Wertung. „Das ehrt mich natürlich“, freut sich der Nordhorner über die Aufmerksamkeit aus Leipzig. Seinerseits hat der nebenbei als Physiotherapeut arbeitende Buhrmester vor allem einen Mann nicht vergessen: Philipp Weber. Der Rückraumstar aus Leipzig erwischte im Hinspiel einen Sahnetag und warf 13 Bälle in die HSG-Maschen.

 

Coach Prokop kann bis auf Michael Qvist, der nach seinem Kreuzbandriss im vergangenen September seit dieser Woche wieder voll mit der Mannschaft trainiert, auf seinen stärksten Kader zurückgreifen. Thomas Oehlrich hat seine Erkältung auskuriert. Franz Semper ist nach seiner Verletzung aus dem Rostock-Spiel wieder fit.

 

Bis Ende Mai läuft noch die gemeinsame Aktion des SC DHfK mit der Universitätsklinik „Leipzig hat Sport im Blut“. Aufgerufen sind Fans im Alter von 18 bis 68 Jahren. Wenn sie in der Johannisallee 32 Blut spenden, retten die Anhänger nicht nur Leben, sondern können auch gewinnen. Im Lostopf für alle Teilnehmer: VIP-Karte für das Saisonfinale am 7. Juni, sowie Jahreskarten für die neue Saison. Laut Klinik sind alle Blutgruppen gefragt, derzeit besonders begehrt: A positiv.

Matthias Roth

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