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Günther: „Trainer bleibt definitiv in Leipzig“ – Mittelmann gesucht

SC DHfK Günther: „Trainer bleibt definitiv in Leipzig“ – Mittelmann gesucht

Die Handballer des SC DHfK Leipzig genießen ihre letzten Urlaubstage. Für Geschäftsführer Karsten Günther hat das Arbeitsjahr längst begonnen. Im Interview spricht er über den Umbau der Mannschaft und Gründe für das Aus von Philipp Weber und Felix Storbeck.

Karsten Günther vom SC DHfK Leipzig

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig genießen ihre letzten Urlaubstage. Für Geschäftsführer Karsten Günther hat das Arbeitsjahr längst begonnen. Im Interview spricht er über den weiteren Umbau der Mannschaft, räumt mit Gerüchten auf und nennt Gründe für das Aus von Philipp Weber und Felix Storbeck im Sommer.

Herr Günther, während der momentanen Spielpause in der Handball-Bundesliga werden gern Transfers für die neue Saison in trockene Tücher gelegt. Zuletzt waren viele Namen bei SC DHfK Leipzig im Gespräch.

Ja, es wird viel geredet. Ich bin oft selbst überrascht, was ich da so lese.

Fangen wir mit dem Trainer an. Seit der Freistellung von Geir Sveinsson beim SC Magdeburg wird Christian Prokop für die kommende Saison als neuer Coach an der Elbe gehandelt. In Leipzig soll dafür Michael Biegler im Sommer übernehmen.

Völliger Quatsch, das ist Unsinn. Christian Prokop hat bei uns einen Vertrag bis 2018. Der Trainer ist hier glücklich, hat ein super Umfeld und eine tolle Mannschaft. Wir sind mit ihm und seiner Arbeit sehr zufrieden. Warum sollen wir uns da trennen? Übrigens: Vom SC Magdeburg gab es auch nie eine Anfrage, weder an den Trainer noch an den Verein. Das hat mir der Club, mit dem wir ein sehr gutes Verhältnis pflegen, auch persönlich bestätigt. Christian Prokop bleibt definitiv in Leipzig.

Neue Spieler werden auch genannt, mit Martin Strobel und Niclas Pieczkowski sogar zwei deutsche EM-Teilnehmer. Gab es schon Gespräche?

Wir haben eine Baustelle auf Rückraum Mitte, das ist richtig. Philipp Pöter wird uns wahrscheinlich im Sommer verlassen und bei einem Verein in der Nähe seiner Heimat Essen unterschreiben. Wer für ihn kommt, ist noch völlig offen. Auf der Position könnte auch Sergey Zhedik spielen, das hat er schon in Russland und zuletzt auch bei uns gegen Melsungen gezeigt. Wir sehen uns parallel nach einem klassischen Spielmacher um. Strobel und Pieczkowski sind sicher hochinteressante Leute, die Herausforderung einen deutschen Nationalspieler schon jetzt nach Leipzig zu holen, ist aber sehr groß. Warten wir erstmal die EM ab, vielleicht bietet sich auch da eine Alternative an. Im Moment ist alles offen.

Kurz vor Weihnachten hat der SC DHfK mit den nicht verlängerten Verträgen von Philipp Weber und Felix Storbeck für Aufsehen gesorgt. Viele Fans haben das nicht verstanden. Was sind die genauen Gründe?

Die Reaktion der Fans war uns durchaus bewusst, beide Spieler haben einen hohen Stellenwert bei ihnen. Noch einmal: Es sind tolle Jungs. Wir haben aber auch im Sinne unserer Fans die Pflicht, das Team bestmöglich für die neue Saison aufzustellen und da ist es ein normaler Vorgang über Veränderungen nachzudenken wenn Verträge auslaufen. Philipp ist bei Siebenmetern einsame Klasse. Aus dem Spiel heraus hat er aber noch nicht die Durchschlagskraft wie im Zweitligajahr. Außerdem ist er in der Abwehr keine feste Größe. Hier versprechen wir uns von Tobias Rivesjö, der das Komplettpaket mitbringt, kurzfristig einen Schritt nach vorne. Jens Vortmann für das Tor wollten wir schon im Sommer holen, jetzt hat es geklappt. Er wird mit unserer aktuellen Nummer Eins, Milos Putera, in der kommenden Saison das Keeper-Duo bilden. Felix Storbeck kann sich nur mit viel Spielpraxis weiterentwickeln und das war kurzfristig hier nicht möglich. Doch vielleicht sehen wir ihn oder auch beide irgendwann wieder in Leipzig.

Lucas Krzikalla fällt noch bis März verletzt aus. Neuzugang Peter Strosack muss ihn gegen Magdeburg, Kiel und Flensburg ersetzen. Ist das nicht zu riskant, er hat bisher nur in der 2. Bundesliga gespielt?

Das ist richtig, er wird gleich ins kalte Wasser geworfen. Ich traue das Peter aber zu. Er hat gute Anlagen, ist ein klassischer Rechtsaußen mit viel Dynamik. An den Gegnern kann er nur wachsen.

Nebenbei basteln Sie auch am Etat für die kommende Saison. Mit welcher Summe plant der SC DHfK?

Wir müssen Ende Februar die Lizenzunterlagen abgeben. Wir setzen einen Etat von drei Millionen Euro an, das ist eine halbe Million mehr als dieses Jahr. Möglich machen das höhere Zuschauereinnahmen und zusätzliche Sponsoren. Nächstes Jahr setzen wir einen Schnitt von 4000 Besucher an. Den höheren Etat brauchen wir sowohl für die Personalplanung der Bundesligamannschaft, wo viele Weichen schon gestellt sind, aber auch um unser Umfeld weiter zu professionalisieren. In der Geschäftsstelle möchten wir noch einen Mitarbeiter im Bereich Sponsoring/Ticketing einstellen auch in der Nachwuchsarbeit wollen wir weiter investieren.

Nach den Turbulenzen in Hamburg wurde zuletzt auch über einen größeren Einstieg von HSV-Mäzen Andreas Rudolph in Leipzig spekuliert. Er hat sich schließlich schon einmal beim SC DHfK engagiert. Sehen wie ihn bald in Leipzig?

Das stimmt, Andreas Rudolph hat uns schon einmal in der dritten Liga unterstützt. Derzeit haben wir aber keinen Kontakt. Da ist auch nichts in Anbahnung.

Was bedeutet die Insolvenz des HSV für die Liga?

Sportlich zeigt der HSV eine ganz starke Leistung, das muss man anerkennen und das ist bei der Unruhe im Umfeld nicht selbstverständlich. Der Erfolg hat aber einen bitteren Beigeschmack. Der HSV lässt eine teure Weltauswahl spielen. Das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben muss aber bei allen Mannschaften stimmen. Die Teams müssen mit fairen Mitteln gegeneinander antreten, das gilt nicht nur auf dem Parkett sondern auch bei der Finanzführung. Das wird nach der Übernahme der Geschäfte durch den Insolvenzverwalter jetzt hoffentlich auch geschehen. Sollte der HSV die Saison nicht zu Ende spielen, würde es uns besonders treffen, weil wir eines der wenigen Teams sind, die gegen Hamburg gewonnen haben.

Der Nachwuchs des SC DHfK eilt von Erfolg zu Erfolg. Wann schaffen die nächsten Talente den Sprung in die Männermannschaft?

Wir sind gerade dabei auch hier weitere Stellschrauben zu bewegen. Die Zusammenarbeit mit der SG LVB in der dritten Liga klappt in dieser Saison schon sehr gut. Mehrere Spieler aus der A-Jugend sammeln dort Erfahrungen bei den Männern. Jetzt wollen wir ihnen auf dem Sprung in die 1. Bundesliga noch eine weitere Entwicklungsstufe anbieten und bereiten eine intensivere Kooperation mit Zweitligist EHV Aue vor.

Christian Prokop bittet in der kommenden Woche wieder zum Training. Wie sieht der Fahrplan in der Vorbereitung aus?

Erster Höhepunkt ist der Peugeot-Cup am 24. Januar in Dessau. Dort sind wir Titelverteidiger und das Starterfeld ist wieder top besetzt. Neben den Gastgeber spielen dort auch der SC Magdeburg, die Füchse Berlin, GWD Minden und der HSV Hamburg. Anschließend geht es von 28. bis 31. Januar ins Trainingslager nach Zwönitz. Dort spielen wir gleich am ersten Tag gegen Aue und zum Abschluss gegen den HSV in Jena. Außerdem haben wir noch einen Test beim HC Erlangen vereinbart ehe wir am 10. Februar beim SC Magdeburg wieder in die Saison starten.

Von Matthias Roth

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