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"Halber Luxuszustand" - Michael Biegler soll beim SC DHfK Leipzig den Erfolg zurückholen

"Halber Luxuszustand" - Michael Biegler soll beim SC DHfK Leipzig den Erfolg zurückholen

Leipzig. Drei Trainingseinheiten bleiben Michael Biegler, um die Handballer des SC DHfK Leipzig wieder auf Kurs zu bringen. Dann ist am Mittwoch um 20 Uhr mit dem VfL Bad Schwartau der nächste Gegner in der Arena zu Gast.

„Das ist ein halber Luxuszustand“, versicherte der Handball-Lehrer. Als er 2003 den Wilhelmshavener HV übernahm, habe er gerade eine Übungsstunde vor der nächsten Partie zur Verfügung gehabt. Biegler reichte das damals, die Norddeutschen gewannen.

Die Trennung vom bisherigen Trainer Uwe Jungandreas am Sonntag hat Handball-Geschäftsführer Karsten Günther nicht einfach weggesteckt. „Es war die schwerste Entscheidung, die wir bisher beim SC DHfK treffen mussten“, sagte er einen Tag später. Die Entwicklung der vergangenen Wochen sei aber beängstigend gewesen. Nach dem chancenlosen Spiel am Sonnabend in Saarlouis stand für die Führung des Zweitligisten fest: Es muss etwas passieren. Manager Maik Gottas beteuerte aber, die Mannschaft habe nicht gegen den Trainer gespielt. Kapitän Thomas Oehlrich habe ihm noch in der Nacht nach der Pleite eine SMS geschickt, sich im Namen der Mannschaft für die gezeigte Leistung entschuldigt und versichert, dass die Spieler hinter dem Trainer ständen. Zu spät!

Stefan Kretzschmar holt seinen alten Trainer nach Leipzig

DHfK-Aufsichtsratsmitglied Stefan Kretzschmar nahm Kontakt zu seinem alten Freund Biegler auf und musste nicht betteln. „Kretzsche ist ein langer Weggefährte, ihm kann ich keinen Wunsch abschlagen“, berichtete der Trainer. Unter Biegler wurde der frühere Weltklasse-Linksaußen in Gummersbach ein hochgelobter Bundesliga-Profi. Kretzsche holte 2008, da schon als Sportdirektor, seinen alten Coach zum SC Magdeburg. Der Kontakt zwischen beiden ist nie abgerissen. Biegler besuchte mit seinem ehemaligen Spieler auch schon eine Begegnung des SC DHfK gegen Nordhorn in Leipzig.

Aber es brauchte für den SC DHfK mehr als die Zusage Bieglers. Der 52-Jährige steht als Nationaltrainer in Polen unter Vertrag und benötigte am Sonntag noch eine Erlaubnis für sein Gastspiel in Ostdeutschland. In einem „sechseinhalb Minuten“ dauernden Gespräch habe der Verbandspräsident in Warschau zugestimmt. „Wenn Du einem Freund helfen willst, dann ist es Deine Entscheidung“, gab Biegler die Worte seines Chefs wieder, der auch dem Nationalen Olympischen Komitee des Nachbarlandes vorsteht. Das Engagement in Leipzig ist zunächst bis zum 31. Mai befristet. Schon in den letzten beiden Saisonspielen des SC DHfK Anfang Juni in Rostock und danach zu Hause gegen Bittelfeld ist der Trainerplatz auf der Bank wieder frei.

SC DHfK ist weiterhin auf Trainersuche

 

In diesem Monat jedenfalls sind keine Lehrgänge und Spiele mit dem Nationalteam geplant. Im Juni müssen die Polen gegen die Niederlande und die Ukraine in der EM-Qualifikation auflaufen. Weder Biegler, noch Gottas und Günther wollten sich am Montag genau festlegen, ob die Grün-Weißen auch in der neuen Saison mit ihrem Neuzugang weiter arbeiten werden. Die DHfK-Führung wolle in den nächsten Wochen mit möglichen Kandidaten sprechen, erklärte der Manager lediglich. Allerdings scheint eine Verlängerung Bieglers unwahrscheinlich. Polen soll er fit machen für die EM 2016 im eigenen Land.

Der gebürtige Leichlinger leitete am Montagabend die erste Übungseinheit des Zweitligisten. Die Mannschaft hat er mit Spielern der A-Jugend aufgefüllt, um die Intensität im Training zu erhöhen. Über eine mögliche Rückkehr der angeschlagenen Matthias Gerlich und Thomas Oehlrich am Mittwoch wollte Biegler nicht spekulieren. „Ich muss mit den Spielern arbeiten, die mir zur Verfügung stehen“, sagte er. Für Dienstag plant der Trainer mit jedem seiner Schützlinge ein Einzelgespräch.

Die Zukunft von Uwe Jungandreas ist dagegen offen. Gottas versicherte, dass der Verein den noch ein Jahr gültigen Vertrag erfüllen wolle. Die Aufgabe für den geschassten Coach ist aber noch unklar. Biegler stimmte gleich mehrfach ein Loblied auf seinen Vorgänger an: „Ich habe eine hohe Meinung von ihm und war schon früher fasziniert, was er mit Delitzsch auf die Beine gestellt hat.“

Neben dem Klassenerhalt hat der mit seiner Famile in Großwallstadt lebende Coach noch eine weitere Aufgabe in Leipzig. Seine zehn Jahre jüngere Lebensgefährtin Katja ist großer Fan der auf dem MDR-Gelände in der Südvorstadt produzierten Arzt-Serie „In aller Freundschaft“. Sie habe ihn nur unter einer Bedingung ziehen lassen, er müsse so viele Autogramm wie möglich von den Serienstars ergattern, verriet Biegler.

Matthias Roth

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