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Entscheidung über Bundestrainer erst 2017 - Füchse Berlin trennen sich von Richardsson

Top-Kandidat weiterhin Leipzigs Prokop Entscheidung über Bundestrainer erst 2017 - Füchse Berlin trennen sich von Richardsson

Bei der Suche nach einem neuen Handball-Bundestrainer wird es keine schnelle Entscheidung geben. Der Deutsche Handballbund (DHB) wird die Verhandlungen erst im kommenden Jahr weiterführen. Überraschend haben sich die Füchse Berlin von ihrem Trainer getrennt.

DHfK-Trainer Christian Prokop.
 

Quelle: dpa

Hamburg .  Bei der Suche nach einem neuen Handball-Bundestrainer wird es keine schnelle Entscheidung geben. Der Deutsche Handballbund (DHB) wird die Verhandlungen über die Nachfolge des nach der Weltmeisterschaft in Frankreich (11. bis 29. Januar) scheidenden Dagur Sigurdsson erst im kommenden Jahr weiterführen. Dies bekräftige DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Dienstag im ZDF.

„Wir werden im Laufe des nächsten Jahres die Gespräche wieder aufnehmen“, sagte Hanning: „Wann genau, wird sich zeigen. Aber nicht mehr in diesem Jahr. Das steht fest.“ Top-Kandidaten für den Posten sind Christian Prokop (SC DHfK Leipzig) und Markus Baur (TVB Stuttgart). Beide wollen Nachfolger des Isländers Sigurdsson werden, stehen bei ihren Klubs aber noch langfristig unter Vertrag.

„Wir haben viele Gespräche geführt und sind uns klar, in welche Richtung wir marschieren wollen“, sagte Hanning. Prokop besitzt in Leipzig noch einen Vertrag bis 2021 ohne Ausstiegsklausel, Baur ist in Stuttgart bis 2018 gebunden. Auch DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther bestätigte, dass es dieses Jahr keine Entscheidung mehr geben wird.

Füchse wechseln den Trainer aus

Handball-Bundesligist Füchse Berlin hat sich überraschend von Trainer Erlingur Richardsson getrennt und dafür den bundesligaerfahrenen Velimar Petkovic verpflichtet. „Wir haben gestern Abend zusammengesessen und die Trennung gemeinsam beschlossen“, berichtete Richardsson. Wie die Füchse wenig später mitteilten, sei man „nach intensiver Analyse der aktuellen Situation zu dem Ergebnis gekommen, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden“.

Hanning dankte Richardsson für seine „engagierte und stets loyale Arbeit“ in Berlin. Dessen Nachfolger Petkovic erhält einen Vertag bis 2018. Mit Frisch Auf Göppingen gewann Petkovic 2011 sowie 2012 den Europapokal, dazu war er 2005 als „Trainer der Saison“ gekürt worden. Zuvor trainierte der in Jugoslawien geborene Erfolgscoach von 1998 bis 2004 die HSG Wetzlar und zuletzt zwei Jahre den ThSV Eisenach. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit Velimir Petkovic unsere Ziele erreichen können und er der Mannschaft zusätzliche Impulse verleihen wird“, sagte Hanning.

Er freue sich auf die Herausforderungen in Berlin, meinte der 60-jährige Petkovic: „Es ist eine tolle Chance, diesen Spitzenclub übernehmen zu dürfen. Ich werde auf der Arbeit Richardssons aufbauen und bin sicher, dass wir die Saisonziele erreichen können.“

Für Hanning war der Trainer-Wechsel ein Novum: Erstmals trennte er sich in seiner Amtszeit bei den Füchsen von einem Trainer. „Wir wollen jetzt einen Schlussstrich ziehen“, sagte der Manager. Die Suche ging somit viel schneller, als bei seinem komplizierten Job, einen Nachfolger für den nach der WM in Frankreich scheidenden Dagur Sigurdsson als Trainer der deutschen Nationalmannschaft zu finden. Auch dafür ist Hanning als DHB-Vizepräsident zuständig.

Am Dienstagvormittag hatte der 44 Jahre alte Richardsson die Mannschaft von seinem Abschied unterrichtet. „Das war für uns überraschend“, sagte Nationalspieler Paul Drux: „Erlingur war menschlich sehr beliebt, ein netter Kerl“, meinte der Rückraumspieler, der sich über mögliche Gründe ebenfalls nicht äußern wollte: „Das bleibt eine Sache zwischen Bob und Erlingur.“

Die Trennung von Richardsson ist erstaunlich, weil die Berliner mit Platz vier in der Bundesliga, dem Einzug in die EHF-Gruppenphase und der Titelverteidigung bei der Club-WM voll im Soll sind. Die nackten Zahlen lesen sich positiv: In 25 Pflichtspielen kamen die Füchse zu 19 Siegen bei vier Niederlagen und zwei Remis. Allerdings zeigten die Mannschaft in den zurückliegenden Partien schwankende Leistungen. Hanning beklagte die fehlende Führung auf und neben dem Platz und kritisierte damit indirekt den eher bedacht auftretenden Richardsson. Der Isländer hatte 2015 die Nachfolge seines erfolgreichen Landsmannes Sigurdsson bei den Füchsen angetreten.

Von LVZ