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Iker Romero verhilft SC DHfK Leipzig zum Neustart – Philipp Weber steht vor Comeback

Iker Romero verhilft SC DHfK Leipzig zum Neustart – Philipp Weber steht vor Comeback

Iker Romero weiß nichts davon. Der spanische Weltstar von den Füchsen Berlin hat unbewusst vor zehn Jahren den Grundstein für den Höhenflug der Leipziger DHfK-Handballer gelegt.

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Füchse-Kapitän Iker Romero.

Quelle: dpa

Leipzig. Sprung zurück ins Jahr 2005: Der heute 34-Jährige spielte damals noch für das Starensemble des FC Barcelona. In der Champions League warfen die Katalanen zunächst den THW Kiel aus dem Wettbewerb, im Finale bezwangen sie in Hin- und Rückspiel Ciudad Real mit am Ende einem Tor Unterschied.

Die Halle glich einem Tollhaus, Romero spielte nach einer Platzwunde sogar mit Turban. Ganz dicht am Geschehen durfte der heutige DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther die Gänsehautatmosphäre miterleben. „Ich habe damals ein Praktikum beim FC Barcelona gemacht“, berichtet der 33-Jährige. Nach dem Sieg in der Königsklasse schenkte Romero dem Studenten aus Deutschland sogar sein Trikot. Eine Initialzündung. Für Günther war in diesem Augenblick klar: „Wir müssen den Männerhandball in Leipzig wiederbeleben.“ Der Rest ist bekannt.

Hotel in Hamburg schon gebucht

Am Mittwoch (Anwurf 17.30 Uhr) spielt der SC DHfK nun im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen die Füchse Berlin. Bei den Gästen mit dabei: Iker Romero. Es könnte der größte Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte für die Grün-Weißen werden. Der Einzug ins Final Four am 9. und 10. Mai in Hamburg würde einer Sensation gleichen. Hotelzimmer hätten die Leipziger aber sicher. Sie könnten das von Berlin bereits gebuchte Kontingent übernehmen. „An dem Wochenende ist auch Hafengeburtstag, da sind die Zimmer schnell weg“, so Günther.

Die Euphorie bei den Fans jedenfalls ist groß. Am Montag waren noch rund 100 Restkarten im Angebot, die Arena wird mit 6376 Zuschauern ausverkauft sein. „Das wird richtig gemütlich“, kündigte Günther an. Die Mannschaft ist heiß, sie will auch gegen den Cup-Verteidiger bestehen. „Wir müssen im Training sogar manchmal auf die Bremse drücken“, sagt Coach Christian Prokop.

Dem Trainer ist klar: Die Berliner haben die besseren Einzelspieler. Silvio Heinewetter, Bartlomiej Jaszka, Mattias Zachrisson, Konstantin Igropulo oder Iker Romero sind Namen mit Weltklang im Handball. „Da müssen wir mit Aggressivität und Emotionalität dagegenhalten“, so Prokop. Möglicherweise ziehen die Leipziger einen Trumpf aus dem Ärmel. Philipp Weber könnte nach mehr als zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback feiern. „Es geht ihm besser“, so Prokop. Eine Entscheidung soll kurzfristig fallen. Die Chancen auf einen Sieg schätzt Günther dennoch sehr bescheiden ein: Ohne Weber liegen sie bei 3,7 und mit ihm bei 4,9 Prozent“, stapelt er ganz tief.

Wutrede von Bob Hanning

Dabei sind die Füchse in dieser Saison keine uneinnehmbare Festung mehr. In der Bundesliga lief es in der Hinrunde mehr als durchwachsen. Nach drei Erfolgen im Februar haben sich die Männer von Trainer Dagur Sigurdsson allerdings auf den sechsten Tabellenplatz vorgekämpft. Im EHF-Pokal kassierten die Füchse dafür am vergangenen Freitag eine Niederlage und dazu noch eine Wutrede von Manager Bob Hanning. „Ein Rückfall in die Zeit vor Weihnachten. Ich bin stocksauer“, sagte der Strippenzieher der Hauptstädter. Wenn sein Team in Leipzig so spiele, verliere es auf jeden Fall. Prokop gefiel der emotionale Ausbruch überhaupt nicht. „Das war ein richtiger Warnschuss vom Manager“, so der Coach, der nun ein entsprechend motiviertes Gästeteam erwartet.

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Wünschen sich gegenseitig für den Pokalmittwoch Glück: RB-Coach Achim Beierlorzer (links) und sein DHfK-Kollege Christian Prokop.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Novum beim SC DHfK: Passend zum Doppelspieltag am Mittwoch, nach den Handballern laufen die RB-Fußballer um 19 Uhr gegen den VfL Wolfsburg auf, luden die Grün-Weißen zur Pressekonferenz in die Red Bull Arena ein. Karsten Günther wiegelte aber gleich ab: „Red Bull wird kein Sponsor bei uns.“

Nach dem SC DHfK standen im direkten Anschluss die Roten Bullen den Medien Rede und Antwort. Ralf Rangnick outete dabei sich als „Handballfan seit Studientagen“. Nach seinem Umzug nach Leipzig wolle er auch das ein oder andere Mal beim SC DHfK vorbeischauen.

Matthias Roth

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