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Im Tor: SC DHfK Leipzig bekommt neuen Nationalspieler

Länderspiel gegen Schweden Im Tor: SC DHfK Leipzig bekommt neuen Nationalspieler

Über Nacht bekommt der SC DHfK Leipzig einen neuen Nationalspieler. Gegen Schweden heißt es am Sonntag die Niederlage vom Vortag auszubügeln.

Christian Prokop bei seiner Premiere in Schweden.
 

Quelle: imago/Heuberger

Leipzig/Hamburg.  Der Anruf kam am Sonnabend: DHfK-Torhüter Jens Vortmann wurde für das Handball-Länderspiel am Sonntag in Hamburg gegen Schweden nachnominiert. „Er hats sich sehr gefreut, seine Tasche gepackt und ist losgefahren“, berichtete DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther.

Neu-Bundestrainer Christian Prokop sind kurzfristig die Spieler zwischen den Pfosten ausgegangen. Stammkraft Andreas Wolff aus Kiel hat wegen der Belastung in der Champions League eine Pause bekommen. Silvio Heinevetter musste jetzt mit einem Magen-Darm-Infekt passen. Damit stand nur noch Routinier Carsten Lichtlein zur Verfügung. Für Prokop ist der Draht zu Vortmann ein sehr kurzer, schließlich arbeiten Coach und Keeper auch im Verein zusammen.

Der gebürtige Berlin wird bei einem Einsatz bereits sein zwölftes Länderspiel bestreiten. Seine Premiere gab er im April 2010 gegen Dänemark.

Prokop startet mit Niederlage

Das erste Länderspiel unter der Leitung von Prokop endete mit einer 25:27-Niederlage in Göteborg. Neben Wolff fehlen eine Reihe weiterer Leistungsträger. Vor allem die erste Halbzeit mit einem 9:16-Pausenrückstand war wenig erbauend.

Die zweite Hälfte war aber deutlich besser und ging mit 16:11 an die Deutschen. Das wiederum sorgte für Zufriedenheit. „Im Laufe des Spiels haben wir uns deutlich gebessert und unseren Rhythmus gefunden“, sagte der Niklas Pieczkowski vom SC DHfK Leipzig und kam zu dem Schluss: „Das war ausbaufähig.“

Pieczkowski will nach dem enttäuschenden WM-Aus im Januar gegen Katar mit dem deutschen Team wieder einen großen Erfolg. So wie bei der EM 2016, als die Deutschen beeindruckend durchs Turnier marschierten. Für neuerliche Titel und Medaillen verantwortlich ist jetzt Prokop, der Nachfolger von Europameister-Macher Dagur Sigurdsson. Dass Prokop genauso erfolgreich wie der Isländer sein wird, daran hat Pieczkowski keinen Zweifel. „Der neue Bundestrainer ist ein sehr ehrgeiziger Mann. Er arbeitet akribisch, bis alle sein System verinnerlicht haben.“

Mitunter ist das für die Spieler schwierig, denn Prokop packt viel Stoff in eine Trainingseinheit, fordert seine Profis vor allem geistig. „Das ist mächtig viel Input in kurzer Zeit“, berichtet der Rückraumspieler. „Viele müssen noch überlegen: Was musst du jetzt machen?“ Pieczkowski kennt Prokop gut. Schließlich ist der Bundestrainer auch sein Vereinscoach in Leipzig. „Auch seinetwegen bin ich im vergangenen Sommer von Lübbecke nach Leipzig gegangen“, erklärt der 1,93 Meter große Blondschopf.

„Anderes Konzept als bei Dagur“

Schon in den ersten Trainingseinheiten beim Auswahl-Lehrgang in Hamburg staunten einige Spieler. „Das sind schon größere Umstellungen. Es ist anders als das Konzept von Dagur“, betont Pieczkowski. Vor allem in der Abwehr sollen die Spieler mehr Variabilität, größere Dynamik erhalten. „Jetzt müssen wir als Abwehr beweglicher sein. Damals waren wir defensiver, nun wird es offensiver.“

Noch bis zum Sommer bleibt Prokop auch Vereinstrainer in Leipzig. Dann verlässt er den SC DHfK - und auch Pieczkowski. Dessen Vertrag in der Sachsenmetropole läuft bis 2018. „Ich fühle mich da wohl. Der Verein hat mich überzeugt. Es ist schön zu erleben, wie sich ein kleiner Verein entwickelt“, sagt der gebürtige Hohenlimburger, der in der vergangenen Bundesliga-Saison 115 Tore geworfen hat. „An Toren messe ich mich nicht. Eine super Abwehrarbeit leisten oder tolle Zuspiele liefern, das ist wichtig“, meint der 27-Jährige.

Wohin seine Reise in den nächsten Jahren geht, weiß er nicht. „Ein Champions-League-Verein - das wäre reizvoll“, gesteht der 33-fache Nationalspieler. „Die Belastung ist zwar wesentlich höher, aber das wäre was.“

Von Matthias Roth/Franko Koitzsch

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