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Jetzt Duell auf Augenhöhe: Florian Kehrmann kommt nach Leipzig zurück

SC DHfK gegen Lemgo Jetzt Duell auf Augenhöhe: Florian Kehrmann kommt nach Leipzig zurück

Er gehört zur goldenen Generation im deutschen Handball. Weltmeister Florian Kehrmann kehrt mit dem TBV Lemgo nach acht Jahren Pausen zum SC DHfK Leipzig zurück. Dieses Mal erwartet er ein enges Spiel auf Augenhöhe.

Florian Kehrmann, Trainer vom TBV Lemgo.

Quelle: dpa

Leipzig. Diesem Mann macht im Handball niemand etwas vor. Am Sonntag kommt der TBV Lemgo in der Handball-Bundesliga zum Spiel gegen den SC DHfK nach Leipzig. Trainiert werden die Gäste von Florian Kehrmann. Der Coach hat als Spieler eine beeindruckende Vita aufzubieten. Ein Auszug: 223 Länderspieler mit 820 Toren, 460 Ligaspiele mit 1846 Toren und als Sahnehäubchen den Weltmeistertitel 2007.

Als Trainer ist der 38-Jährige dagegen noch neu im Geschäft. Vor zwei Jahren übernahm er zunächst die zweite Mannschaft des TBV, im vergangenen Dezember wurde er zum verantwortlichen Coach des Bundesligateams befördert. Seine Aufgabe damals: Die traditionsreiche Mannschaft aus Ostwestfalen, die wegen ihrer vielen Nationalspieler einst auch als „TBV Deutschland“ gefeiert wurde, vor dem Abstieg retten. Diese Mission erfüllte der ehemalige Weltklasse-Rechtsaußen erfolgreich.

Neun Spieler verlassen Lemgo

In diesem Jahr geht Kehrmann nun mit einem völlig neuen Team in die Saison. Gleich neun Spieler haben im Sommer den Verein verlassen. Besonders schmerzhaft ist der Verlust von Leistungsträgern wie den Nationalspielern Hendrik Pekeler, Finn Lemke oder Timm Schneider. „Lemgo verfolgt inzwischen ein ähnliches Konzept wie wir. Sie müssen auch den Spagat zwischen der Ausbildung junger Spieler und dem Klassenerhalt hinbekommen“, sagt DHfK-Trainer Christian Prokop.

Mit einer No-Name-Truppe reist der vierfache Europacup-Sieger freilich nicht an. Rolf Hermann etwa zieht die Fäden im rechten Rückraum und verfügt über jahrelange Erfahrung in der Liga und der DHB-Auswahl. Nach seiner Oberschenkelverletzung wird er voraussichtlich für das Spiel in Leipzig wieder rechtzeitig fit sein. Neu in der Mannschaft sind seit dieser Saison acht Profis. Mit dabei sind gestandene Akteure wie Andrej Kogut (kam aus Friesenheim) und Arne Niemeyer (kam aus Minden und spielte dort einst gemeinsam mit Christian Prokop).

Chilene als Spielmacher

Bemerkenswert ist auch eine Personalie im Rückraum. Dort wirbelt Erwin Feuchtmann als Spielmacher. Der Chilene, mit einem deutschen Großvater, machte sich vor zwei Jahren gemeinsam mit seinen Brüdern Emil und Harald auf nach Deutschland. Ihre erste Station: Der HC Aschersleben in der 3. Liga. Danach folgten für Erwin Gastspiele in Rumänien und der Türkei, bevor ihn Lemgo in die erste deutsche Liga holte.

Den Umbruch in seiner Mannschaft will Kehrmann nicht überbewerten. „Es ist doch egal, ob zwei und neun Spieler neu sind. Was am Ende zählt ist die Leistung“, sagt der TBV-Coach. So eine Veränderung birge nicht nur Risiken, sondern sei auch eine große Chance. Mit dem Saisonauftakt ist Kehrmann durchaus zufrieden. Drei Punkte hat Lemgo bisher eingesammelt. Gegen Balingen-Weilstetten reichte es zu einem Sieg. Wetzlar entführte vergangene Woche mit einem Siebenmeter-Tor in der Schluss-Sekunde noch einen glücklichen Punkt beim 23:23 as Lemgo. „In Hamburg und Kiel mussten wir nicht unbedingt etwas holen“, findet Kehrmann. Beide Spiele verlor seine Mannschaft deutlich.

Nun treffen sich in Leipzig zwei Teams auf Augenhöhe. „Der SC DHfK hat sich gegen den HSV viel Selbstvertrauen geholt und hatte gegen Magdeburg sein Highlight-Spiel“, meint Kehrmann. Er erwartet ein enges Spiel, rechnet sich aber einiges aus. „Wir hatten jetzt acht Tage zur Vorbereitung“, so Kehrmann. Bis auf Rolf Hermann hat er seinen Spielern eine Erfahrung voraus: Der einstige Weltstar hat schon einmal gegen den SC DHfK gespielt, im Pokal vor acht Jahren. „Ich kann mich kaum noch daran erinnern, weiß aber, dass es noch in der anderen Halle war“, gibt Kehrmann zu. Drei Tore steuerte er damals zum 37:21-Sieg seines TBV bei.

Von Matthias Roth

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