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Keeper Jens Vortmann und sein Wechsel vom HSV zum SC DHfK

Beim „Hexer“ gelernt Keeper Jens Vortmann und sein Wechsel vom HSV zum SC DHfK

Einer der besten deutschen Torhüter, intelligent, clever und sehr erfahren - so beschreibt SC DHfK-Coach Christian Prokop Neuzugang Jens Vortmann. Der 1,95-Meter-Mann wechselte vom HSV in die Messestadt. Der gebürtige Berliner hat rund 250 Erstliga-Einsätze auf dem Buckel. In seinen zwei Jahren in Dormagen lernte er viel bei Torwart-Legende „Hexer“ Andreas Thiel.

Keeper Jens Vortmann (rechts) beim Training mit seiner neuen Mannschaft, dem SC DHfK.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Schinderei bei Regen und Kälte: Mit schmerzhaften Intervall-Läufen starteten die DHfK-Handballer ins Winter-Training. „Eine gute Willensschulung“, meinte Coach Christian Prokop. „Das ist das Schlimmste überhaupt“, stöhnte dagegen Kapitän Lukas Binder und lief trotzdem vorneweg, dachte dabei auch an die Auszeichnung zur Mannschaft des Jahres bei der Sächsischen Sportgala. „War eine tolle Überraschung. Cool, mal mit Weltstars auf der Bühne zu stehen.“ Nun ist der Alltag zurück. Drei Spieler fehlten gestern noch.

Aivis Jurdzs ist mit der lettischen Auswahl unterwegs, steigt erst in einer Woche ein. Max Janke (Teamtraining ab Ende Januar) und Lucas Krzikalla (Mitte März) sind in der Reha. Dafür quälten sich im Sportforum zwei Neuzugänge: Rechtsaußen und Krzikalla-Ersatz Peter Strosack sowie Keeper Jens Vortmann. „Danach sehnt sich keiner, es ist ein notwendiges Übel“, sagte Vortmann, dessen Wechsel inmitten der HSV-Insolvenz für Schlagzeilen gesorgt hatte.

„Es war für beide Seiten eine schwierige Situation“, erklärte der 28-Jährige, „Hamburg hatte große Finanzprobleme, der SC DHfK nach der schweren Verletzung von Milos Putera nur noch einen Torwart.“ Trotz anderer Anfragen ging er nach Leipzig, unterschrieb einen Vertrag bis 2018, „auch weil ich schon im Vorjahr einen guten Eindruck gewonnen hatte.“ Bereits vor dieser Saison wollte Prokop den Keeper aus Minden holen. „Es gab mehrere Treffen, leider entschied er sich für den HSV“, erzählte der Trainer, „umso glücklicher bin ich, dass es jetzt geklappt hat.“

Vortmann sei vom Potenzial her einer der besten deutschen Torhüter, intelligent, clever und sehr erfahren, decke mit seinen 1,95 Meter zudem eine große Fläche ab. „Er bringt uns als neue Nummer eins einen Qualitäts-Zuwachs.“ Vortmann, gebürtiger Berliner, stieg mit den Füchsen und Minden in die Bundesliga auf, hat rund 250 Erstliga-Einsätze auf dem Buckel, spielte 2013/14 unter Martin Heuberger elfmal im Nationalteam. In seinen zwei Jahren in Dormagen lernte er viel bei Torwart-Legende „Hexer“ Andreas Thiel.

Natürlich denkt er noch an die Auswahl, aber Priorität habe der Klassenerhalt mit dem SC DHfK. „Die Grundlage hat die Mannschaft mit starken Leistungen schon gelegt, ich will dazu beitragen, die noch nötigen Punkte zu holen, werde mit Felix Storbeck ein gutes Gespann bilden“, so Vortmann, der mit dem HSV das erste Saisonspiel in Leipzig verloren hatte – als Nummer zwei hinter Johannes Bitter.

Die Eingewöhnung werde ihm nicht schwerfallen, glaubt er. „Ich habe in Minden lange mit Christoph Steinert gespielt, er wird mein erster Ansprechpartner sein.“ Anfang Februar will er an die Pleiße umziehen. Mit seiner Freundin, die ihre Doktorarbeit eingereicht hat und sich eine Stelle als Assistenz-Ärztin suchen wird. Vortmann selbst studiert in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen.

Den Bachelor hat er bereits, arbeitet am Master. Viel Zeit für Hobbys bleibt da nicht. „Aber irgendwann möchte ich den Segelschein machen.“ Seine Eltern und beide Brüder schippern oft über die Gewässer der Hauptstadt. Mal schauen, wie der SC DHfK durch die Rückrunde segelt – mit Vortmann als Steuermann im Kasten.

Steffen Enigk

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