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Leipzigs Prokop oder Stuttgarts Baur? DHB weiter auf Trainer-Suche

Nachfolger für Dagur Sigurdsson Leipzigs Prokop oder Stuttgarts Baur? DHB weiter auf Trainer-Suche

Christian Prokop vom SC DHfK Leipzig oder Markus Baur vom TVB 1898 Stuttgart: Bei der Suche nach einem Nachfolger für Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat der DHB die Qual der Wahl.

Markus Baur vom TVB 1898 Stuttgart (links) und Christian Prokop vom SC DHfK Leipzig sind Kandidaten für den DHB-Trainerposten. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Hamburg. Shootingstar Christian Prokop oder Weltmeister Markus Baur? Der DHB steht vor der Qual der Wahl. Das Verbands-Casting für den wichtigsten Posten im deutschen Handball geht nach dem Japan-Votum von Bundestrainer Dagur Sigurdsson in die entscheidende Runde. Zwar verspüren DHB-Vizepräsident Bob Hanning und Co. („Qualität vor Tempo“) offiziell keinen Zeitdruck - doch auf eine Hängepartie werden sie sich kaum einlassen.

Der Leipziger Prokop steht ganz oben auf der DHB-internen Wunschliste. Doch sollte der Deal an den Ablöseforderungen der Sachsen scheitern, stünde mit Stuttgart-Coach Baur schon eine prominente Alternative für Sigurdsson parat, der nach der WM zur Jahresbeginn nach Fernost wechseln wird.

„Das sind zwei Kandidaten, denen man das absolut zutrauen kann“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning im ZDF-Morgenmagazin. Prokop sei „ein sehr junger, hungriger Trainer. Er hat in Leipzig bewiesen, dass er junge Leute entwickeln kann“. Und Baur, Weltmeister von 2007, sei „jemand aus dem Stall des DHB, der mit den Junioren schon Europameister geworden ist“, so Hanning.

Mit Prokop hat Hanning bereits gesprochen und dessen grundsätzliche Bereitschaft eingeholt, in Kürze sollen nach SID-Informationen erste Gespräche mit Baur geführt werden. „Wir werden eine Lösung finden, die sportlich erfolgreich sein und die Geschichte fortführen wird“, sagte Hanning und umriss noch einmal klar sein Anforderungsprofil: „Wir suchen einen Trainer, der einen Matchplan hat, der mit jungen Leuten arbeiten kann und der hungrig ist.“ Attribute, die auf Prokop und Baur gleichermaßen zutreffen.

Die Messlatte liegt hoch. So würdigte Hanning die Ära Sigurdssons noch einmal als „Kulturrevolution“ im deutschen Handball: „Die ist uns gelungen. Die Bahn ist wieder auf dem Gleis.“ Lokführer Sigurdsson präsentierte sich derweil  erleichtert, dass seine Zukunft nach wochenlangen Spekulationen geklärt ist. „Es war eine persönliche Entscheidung für meine Familie und mich. Deswegen war die Entscheidung nicht so schwer“, sagte der Isländer bei einem Sponsorentermin im Saarland: „Aber es tut natürlich trotzdem ein bisschen weh.“

Als Wunschlösung für seine Nachfolge gilt beim DHB weiterhin Shootingstar Prokop. Doch die Gespräche mit dessen Klub könnten kompliziert werden. Erst wenige Tage vor Hannings Anfrage verlängerten die Sachsen Prokops Vertrag bis 2021 ohne Ausstiegsklausel - die finanzielle Schmerzgrenze der Leipziger Verantwortlichen dürfte damit ziemlich hoch sein. „Wir möchten Christian gern behalten“, sagte Geschäftsführer Karsten Günther der Leipziger Volkszeitung: „Wir warten erstmal ab und kämpfen weiter um den Trainer.“

Anders ist die Situation bei Baur. Der frühere Weltklasse-Spielmacher besitzt in Stuttgart noch einen Vertrag bis 2018, eine Freigabe im kommenden Sommer wäre wohl deutlich einfacher, weil kostengünstiger zu realisieren. Baur, der durch seine fünf Jahre als DHB-Trainer reichlich „Stallgeruch“ mitbringen würde, signalisierte bereits Interesse.

„Wenn die entscheidenden Personen mit mir reden möchten, setzt man sich damit auseinander“, sagte Baur dem SID. Er habe in dem Geschäft gelernt, „das alles möglich ist. Man weiß nie, was passiert“, sagte Baur.
Für ihn spricht seine Nähe zum DHB. Der 45-Jährige war Regisseur beim „Wintermärchen 2007“, als er die Nationalmannschaft im eigenen Land auf der Rückraummitte zum WM-Titel führte. Von 2012 bis 2016 betreute er zudem die U20 des Verbandes, Baur kennt sich im Nachwuchs also bestens aus. „Seine“ Talente könnten 2020 bei den Olympischen Spielen einen Großteil der Mannschaft stellen.

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