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Lichtlein stand immer im Weg – Trainer Prokop macht keine Vorwürfe

Pleite des SC DHfK Leipzig Lichtlein stand immer im Weg – Trainer Prokop macht keine Vorwürfe

Auch ein Mentaltraining hat nichts geholfen. Gegen den VfL Gummersbach war am Ostersonntag für den SC DHfK Leipzig nichts zu holen. An der Einstellung habe es auch jeden Fall nicht gelegen, analysiert Trainer Christian Prokop.

War kaum zu überwinden: Carsten Lichtlein vom VfL Gummersbach.

Quelle: Picture Point

Leipzig. Ist beim SC DHfK Leipzig nach dem Quasi-Klassenerhalt die Luft raus? Nach der 21:31-Osterklatsche gegen den VfL Gummersbach hatte bei der anschließenden Pressekonferenz noch niemand diese Frage gestellt. Trainer Christian Prokop beantwortete sie schon einmal vorsorglich. „Wir haben in der zurückliegenden Woche sehr viel im mentalen Bereich gearbeitet“, berichtet der Coach. Er wollte damit die Spannung in der Mannschaft hoch halten und sah vor der Partie gleich mehrere Gefahren für das Unterbewusstsein seiner Mannschaft: „Zwei gewonnene Spiele in Folge, ein Nachmittagsspiel am Ostersonntag und zu 99 Prozent der erreichte Klassenerhalt.“ Mit der Einstellung seiner Männer war der Trainer aber zufrieden. „Wir haben vom Start weg sofort Gas gegeben und mein Team hat die Vorgaben verinnerlicht“, so Prokop. Und auch Kapitän Lukas Binder meinte: „Ich weiß nicht, wie es von den Zuschauerrängen aussah, aber wieder wollten heute wirklich etwas holen.“

Lichtlein und Kühn sind zu stark

Geklappt hat der Plan nicht und das lag vor allem an zwei Spielern. „Was uns im Weg stand, war mit Carsten Lichtlein ein Weltklasse-Torhüter, der vielleicht zu den Olympischen Spielen nach Rio fährt und Julius Kühn mit einer erbarmungslosen Leistung aus dem Rückraum“, erklärt Prokop. Schon vor dem Spiel lobte der Leipziger Übungsleiter seinen ehemaligen Schützling aus Essener Zeiten in den höchsten Tönen. „Julius bringt das Komplettpaket mit“, so Prokop. Und das lieferte der 22-Jährige in der Arena ab. Im Angriff hing ständig ein Leipziger Abwehrspieler am Arm des 1,98-Meter-Recken. Teilweise wurde der Europameister in Manndeckung genommen. Genutzt haben alle Versuche nichts. „Wir wussten, was er macht und konnten ihn trotzdem nicht stoppen“, so Binder. Sieben Tore warf Kühn. Und was Prokop mit Komplettpaket meint, zeigte der Rückraumspieler in der Abwehr. Dort organisierte er den nahezu unüberwindbaren Mittelblock. „Wir waren abgezockter“, so Kühn. Die Fernschützen des SC DHfK fanden keine Lösung gegen die körperlich wuchtige Deckung. Kam dann doch ein Ball durch, hatte zumeist Torhüter Carsten Lichtlein noch eine Hand am Spielgerät und verunsicherte den Aufsteiger zusätzlich. „Vielleicht hatten wir gegen ihn nicht genug Selbstbewusstsein“, glaubt Binder. Prokop verteilte dann wegen der individuellen Überlegenheit der Gummersbacher kaum Kritik. „Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf“, so der Trainer.

Lob aus Gummersbach

Die Gummersbacher peilen nun Platz sechs an und träumen vom Europapokal. VfL-Trainer Emir Kurtagic, ausgewiesener Handball-Fachmann, der seine Trainerlizenz einst als Jahrgangsbester erhielt, wollte die Leistung der Leipziger nicht auf das eine Spiel gegen sein Team reduzieren. „Für den SC DHfK als Aufsteiger ist es nicht immer einfach, den Erwartungen nach so vielen guten Resultaten gerecht zu werden. Christian Prokop leistet eine tolle Arbeit und davor habe ich riesen Respekt. Die heutige Leistung von Leipzig spiegelt nicht die Saison wieder“, so Kurtagic.

Seine Kollege Prokop ließ sich schon vor dem Spiel nicht von der Euphorie im Umfeld anstecken. „Das Saisonziel wird nicht korrigiert“, betonte er. Der SC DHfK spiele in den restlichen sieben Saisonbegegnungen auch für das eigene Image. Die nächste Aufgabe heißt am 16. April auswärts Bergischer HC. Es folgen am Freitag danach die Füchse aus Berlin. Für dieses Spiel haben die Leipziger schon jetzt rund 3500 Karten verkauft. Die Kulisse dürfte damit noch größer werden als gegen Gummersbach.

Matthias Roth

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