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Mit dem Hubschrauber zum Spiel: SC DHfK Leipzig fliegt seinen Hallensprecher ein

Handball Mit dem Hubschrauber zum Spiel: SC DHfK Leipzig fliegt seinen Hallensprecher ein

In der 1. Bundesliga spielen, heißt auch groß denken. Der SC DHfK Leipzig lässt in der kommenden Woche nichts unversucht, um auch die SG Flensburg-Handewitt in der Arena zu überraschen.

Bewies auswärts gegen Gummersbach in letzter Sekunde Nerven: Philipp Weber. (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. In der 1. Bundesliga spielen, heißt auch groß denken. Der SC DHfK Leipzig lässt in der kommenden Woche nichts unversucht, um auch die SG Flensburg-Handewitt in der Arena zu überraschen. Wichtiger Eckpfeiler für die Stimmung in der Halle ist Sprecher Sascha Röser. Er animiert das Publikum und kitzelt aus den Fans die letzten Dezibel heraus.

Das Problem: Erziehungswissenschaftler Röser muss am nächsten Mittwoch beruflich für ein EU-Projekt bis 14 Uhr nach Krakau. Mit dem Zug oder dem Auto schafft er es nicht mehr zum Spiel. Jetzt hilft ein Sponsor. Er spendiert einen Hubschrauber und holt den 31-Jährigen aus Polen zurück nach Leipzig. „Wir erwarten schließlich 5000 Zuschauer“, sagt Handball-Geschäftsführer Karsten Günther. Pünktlich zum Anpfiff um 19 Uhr soll Röser wi
e gewohnt am Mikrofon stehen. „Das ist alles eine verrückte Sache“, findet der Hallensprecher.

Der Gegner aus dem hohen Norden ist vom Papier her eine unlösbare Aufgabe. Das waren aber Hamburg und Magdeburg auch schon. Deshalb lässt Trainer Christian Prokop nichts unversucht. „Wir wollen um etwas Zählbares kämpfen“, sagt er. Wie schwer das wird, ist dem Coach klar. Flensburg-Handewitt hat für Prokop in der Breite den stärksten Kader der Liga.

Weber gibt im Training Gas

Wichtig ist deshalb, dass Philipp Weber beim SC DHfK nach seinem Ellenbogenbruch jetzt Stück für Stück wieder in Form kommt. „Mir fehlen noch 20 bis 30 Prozent“, schätzt der Rückraumspieler ein. Im Training gibt er aber mächtig Gas. Weber merkt, die Konkurrenz ist größer geworden. War er in der vergangenen Saison nahezu blind gesetzt, muss sich der 23-Jährige jetzt in jeder Einheit neu beweisen.

In der Mitte haben sich Philipp Pöter und Maximilian Janke entwickelt. „Beide sind zu Leistungsträgern gereift“, so ihr Trainer. Auf der linken Seite muss sich Weber mit Sergey Zhedik und Aivis Jurdzs messen. Der Russe ist noch nicht richtig in Leipzig angekommen, stand zuletzt nicht einmal im Kader. „Er muss sich nun im Training aufdrängen“, fordert Prokop. Der Lette Jurdzs hatte in den vergangenen Spielen immer wieder Pech beim Abschluss. Auf ihn lässt Prokop aber nichts kommen. „Ich baue auf ihn, er trifft oft die richtige Entscheidung, das Gesamtpaket aus Angriff und Abwehr stimmt bei Aivis“, findet der Coach. Weber jedenfalls nimmt den Konkurrenzkampf an. „Das ist doch ein zusätzlicher Ansporn“, meint er.

Dass Weber den entscheidenden Unterschied in einem Spiel machen kann, bewies er am vergangenen Sonnabend mit seinem Siebenmeter nach bereits abgelaufener Spielzeit. Gegen Nationaltorhüter und 2,02-Mann Carsten Lichtlein verwandelte er eiskalt per Heber. Die Variante sorgte auch vier Tage später noch für Gesprächsstoff.

Weber schilderte die Szene so und wählte dabei Worte wie einst Fußballkeeper Oliver Kahn: „Der Trainer hat mich vor dem Wurf gefragt, hast Du Eier?“ Webers Antwort: „Ja, ich habe Eier.“ Mit anderen Worten, er traute sich den entscheidenden Wurf zu. Gummersbachs Mark Bult wollte Weber noch mit einigen Sprüchen beeinflussen. Der 23-Jährige konterte: „Jetzt kommt ein richtig geiles Ding.“ Der Rest ist bekannt. „Ich habe nur gedacht, der hat sie nicht mehr alle“, meinte Geschäftsführer Günther. Auch wenn Weber die Situation ganz cool beschreibt, am Ende gibt er dann doch zu: „Ich habe mich hinterher auch gewundert, dass ich das gemacht habe.“

Arena Leipzig 51.344651 12.352742
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