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Mit der Kraft aus Magdeburg: SC DHfK Leipzig plant am Mittwoch nächsten Coup

Hannover zu Gast Mit der Kraft aus Magdeburg: SC DHfK Leipzig plant am Mittwoch nächsten Coup

Es läuft beim SC DHfK Leipzig. Die Erstligahandballer sind noch ungeschlagen und wollen am Mittwoch gegen Hannover-Burgdorf einen Traumstart in die Saison perfekt machen. Wirtschaftlich haben die Handballer einen Sponsorenausfall von 100.000 Euro in drei Wochen ausgeglichen.

Glänzte als Spielmacher und Vollstrecker in Magdeburg: Maximilian Janke.
 

Quelle: Rainer Justen

Leipzig. Nach einmal Schlafen fühlt sich das Unentschieden beim SC Magdeburg für die Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig sogar wie ein voller Erfolg an. „Der Sieg hat uns noch einmal einen Schub beim Losverkauf verschafft“, sagte Geschäftsführer Karsten Günther am Montag bei der Pressekonferenz vor dem nächsten Spieltag. Er hatte die Lacher auf seiner Seite, korrigierte sich sofort und berichtete dann stolz von einem wirtschaftlichen Erfolg.

Nach der Insolvenz von Unister und dem Werbepartner Flüge.de fehlten den Grün-Weißen 100.000 Euro im Etat. In nur drei Wochen verkaufte der SC DHfK Leipzig deshalb 300 Lose an Sponsoren und glich damit die Finanzlücke aus. Der Gegenwert: Nach dem Match am Mittwoch gegen Hannover-Burgdorf werden 15 Gewinner gezogen. Sie erhalten bei den Heimspielen auf den Trikots und den Werbebanden die Präsentationslächen von Flüge.de. Der Einsatz pro Los betrug 500 und im Dreierpack 1000 Euro.

Motivation durch 120 Dezibel

Das Spiel in Magdeburg wirkte auch am Montag noch nach. Vor allem die gefühlte Lautstärke von 120 Dezibel beim Pfeifkonzert in der Schlussminute beeindruckte die Leipziger. Aivis Jurdzs zieht aus solchen Situationen Kraft: „Das gibt noch einmal Motivation.“ Dennoch, auch für ihn sei es nicht einfach gewesen, sich zu konzentrieren.

Trainer Christian Prokop musste neun Sekunden vor dem Ende die schwerste Entscheidung des gesamten Spiels treffen. Wer wirft den Siebenmeter zum möglichen Ausgleich. Obwohl er gefoult wurde, musste sich Christoph Steinert den Ball schnappen und verwandelte dann auch prompt. „Er ist unser Cool-Man“, sagt Prokop.

Den Siebenmeter gab es übrigens nicht für das Foul an Steinert, sondern wegen einer neuen Regel in dieser Saison. Bei einer groben Unsportlichkeiten in den letzten 30 Spielsekunden folgen automatisch ein Platzverweis und ein Strafwurf. SCM-Torhüter Dario Quenstedt hatte Benjamin Meschke umgestoßen.

Letztlich konnte sich der SC DHfK also beim Magdeburger Keeper für die Top-Chance bedanken. „Das passiert, wenn man sich nicht im Griff hat. Alle Spieler wurden vor der Saison geschult“, so Prokop. Das hitzige Magdeburger Publikum hatten ohnehin die Schiedsrichter Matthias Braun und Kay Holm (Hamburg) als Schuldige für den Punktverlust ausgemacht. Die beiden DHB-Elitekader mussten nach dem Abpfiff von Security-Mitarbeitern geschützt in die Kabine begleitet werden.

Hoffnug für Pieczkowski und Sommer

Zeit zum Verschnaufen haben die Leipziger nicht. Am Mittwoch (Anwurf 19 Uhr) ist das ambitionierte Team aus Hannover zu Gast. Die kurze Erholungsphase ist für den Coach kein Problem. „Wir ziehen Energie aus unserem Erfolgserlebnis“, erklärt er.

Hoffnung besteht für einen Einsatz von Niklas Pieczkowski. Der Nationalspieler hat sich zwar in der vergangenen Woche einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. Die Schwellung ist aber abgeklungen. Mit Tapeverband und Schmerzmitteln ist seine Rückkehr denkbar. Marvin Sommer leidet noch immer an Magen-Darm-Beschwerden, könnte aber ebenfalls bis zum Spiel fit werden.

Bei Hannover fällt Sven-Sören Christophersen aus. Die Recken gelten trotz der 20:35-Heimklatsche gegen Flensburg-Handewitt vom vergangenen Wochenende für Christian Prokop als Anwärter auf den Europapokal. Im Kader stehen Nationalspieler aus Deutschland, Dänemark, Norwegen und der Slowakei. Europameister Kai Häfner hat Respekt und verteilt Lob an die Leipziger. Er bezeichnete den SC DHfK als „direkten Konkurrenten“. Und auch Trainer Jens Bürkle findet: „Leipzig ist eine Mannschaft auf Augenhöhe.“

Mit einem Heimsieg würden die Leipziger einen Traumstart hinlegen und hätten 5:1 Punkte auf dem Konto. 2300 Karten wurden für die Begegnung bereits verkauft. Nach dem Coup gegen den SCM sind 3500 Fans realistisch.

Von Matthias Roth

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