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Nachfolger gesucht: Abschiedstournee für Coach Prokop beim SC DHfK

Handball-Bundesliga Nachfolger gesucht: Abschiedstournee für Coach Prokop beim SC DHfK

Die wichtigste Lücke im Kader muss der Handball-Bundesligist SC DHfK Leipzig noch schließen: Die des Cheftrainers. Dabei kristallisieren sich zwei Kandidaten heraus. Der neue Coach findet eine eingespielte Mannschaft vor.

Leipziger Abgänger Christian Prokop. (Archivfoto)
 

Quelle: dpa

Leipzig - .  Die Zeichen beim SC DHfK Leipzig stehen auf Veränderung. Und die Meinung des designierten Abgängers Christian Prokop ist auch bei der Suche nach seinem Nachfolger gefragt. „Es ist ein Verein, der viel Wert auf Kommunikation legt, deshalb tauscht man sich auch gelegentlich über den möglichen Nachfolger aus“, sagte Trainer Prokop in einem dpa-Gespräch. Der 38-Jährige wechselt im Sommer zum Deutschen Handballbund und übernimmt dort die Nationalmannschaft.

Die Namen von zwei sehr unterschiedlichen Kandidaten schwirren für die Zeit nach Prokop bereits durch Handball-Deutschland: Michael Biegler und André Haber. „Michael Biegler ist ein sehr guter Trainer, der über einen großen Erfahrungsschatz verfügt. Er würde den SC DHfK weiter in die ehrgeizige Richtung entwickeln. Neben ihm gibt es aber auch andere Trainer, die modern sind und das Potenzial dazu haben“, sagte Prokop.

Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar unterstrich in einem Interview der „Handballwoche“: „Unser Wunschkandidat ist nach wie vor Michael Biegler.“ Das Problem: Der 55-Jährige betreut die deutschen Handballerinnen bei der WM 2017 im eigenen Land und hat beim Deutschen Handballbund einen Vertrag bis 31. Dezember. Vorher erteilt ihm der DHB keine Freigabe. Biegler hält sich zu seinen Ambitionen bedeckt, sagte beim Allstar Game Anfang Februar: „Der SC DHfK braucht eine Top-Lösung, wenn der jetzige Trainer den Verein verlässt.“

Leipzigs Co-Trainer Haber stünde im Sommer parat. Der 30-Jährige ist der deutlich unerfahrenere Kandidat. Prokop traut seinem jetzigen Assistenten, der das Konzept der ersten Mannschaft auch erfolgreich auf die Jugendteams übertragen hat, das Amt des Cheftrainers aber zu: „Andre ist ein sehr ehrgeiziger Coach, der sich stark weiterentwickelt hat, die Mannschaft kennt und unser System verinnerlicht hat. Wir haben im Verein mit Karsten Günther, Maik Gottas und Stefan Kretzschmar sehr kompetente Verantwortliche, die eine gute Entscheidung treffen werden.“    

Geschäftsführer Günther will die Suche in Ruhe vorantreiben: „Wir haben keinen Zeitplan. Wenn es passt, bringen wir es zum Abschluss.“ Zu Namen sowie der Möglichkeit, ob es mit Haber eine Zwischenlösung auf der Leipziger Bank geben könnte, bis Biegler vertragsfrei ist, will sich Günther nicht äußern. Zum Anforderungsprofil des neuen Trainers sagt er: „Es versteht sich von selbst, dass er deutsch sprechen und zum Verein passen muss. Er soll Akribie mitbringen und talentierte Spieler weiter entwickeln.“

Der neue Coach wird eine eingespielte Mannschaft vorfinden. Die Verträge der Spieler aus dem aktuellen Kader sind fast alle verlängert worden. „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir viel Kontinuität drin haben“, sagt Günther. Gesucht wird aber noch ein Rechtshänder für den Rückraum.

Ab Sonntag und nach fünf Wochen Vorbereitung beginnt mit der Partie beim TSV GWD Minden für Prokop die Abschiedstournee mit seinem „Herzensverein“ in der Bundesliga. Das ausgegebene Ziel Klassenverbleib ist für den aktuellen Tabellenneunten mit 19 Punkten fast geschafft. „Die 25 Punkte so schnell wie möglich zu holen, bleibt das Hauptziel. Zudem wollen wir attraktiven und emotionalen Handball spielen“, betonte Prokop.

Zum Start nach der langen WM-Pause fehlen der am Daumen operierte Kreisläufer Alen Milosevic und der langzeitverletzte Tobias Rivesjö. Ein Fragezeichen steht hinter Franz Semper, der an einem Muskelfaserriss im Oberschenkel laboriert. Dafür ist das Eigengewächs Lucas Krzikalla, dessen Vertrag kürzlich bis 2019 verlängert wurde, nach dem Riss der Achillessehne und mehr als einem Jahr Pause zurück.

Von Anne Grimm