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Neuer Trainer beim SC DHfK Leipzig: Christian Prokop von Tusem Essen übernimmt

Neuer Trainer beim SC DHfK Leipzig: Christian Prokop von Tusem Essen übernimmt

Christian Prokop wird neuer Trainer bei den Zweitliga-Handballern des SC DHfK Leipzig. Der bisherige Coach des abgestiegenen Erstligisten Tusem Essen erhält einen Vertrag für drei Jahre.

Leipzig. Am Montag erteilte ihm sein bisherige Arbeitsgeber eine Freigabe.

"Christian Prokop hat bewiesen, dass er junge Talente fördern und Spieler individuell weiterentwickeln kann. Er lebt Handball wie wir zu einhundert Prozent und hat die gleichen Ambitionen wie der SC DHfK. Zudem ist er in

der Region verwurzelt und wird sich in Leipzig sehr schnell zurechtfinden", sagte Karsten Günther, Geschäftsfüher der SC DHfK Handball GmbH.

Günther und Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar begeisterten Prokop für Leipzig, der auch aus familiären Gründen zurück nach Mitteldeutschland wollte. "In den Gesprächen wurde mir das hohe Potential des Vereins aufgezeigt, aber auch im Vorfeld hatte ich den Weg des SC DHfK mit Abstand bereits verfolgt", so der Trainer.

Prokop kennt sich in den beiden Bundesligen des deutschen Handballs aus. Dort hat er nach unterklassigen Stationen in Köthen, Bernburg und Dessau einst selbst für Wuppertal und Minden gespielt. Bis ihn eine Verletzung zurück warf und zu einer spektakulären Entscheidung zwang.

Spektakuläre Umschulung auf Linkshänder

Nach einem Knorpelschaden konnte Prokop sein linkes Knie nicht mehr voll belasten. Für einen Rechtshänder fatal, da er sich auf sein Sprungbein nicht mehr verlassen konnte. „Ich habe damals alles auf eine Karte gesetzt“, erinnert sich der frühere Profi. Kurzerhand beschloss er, von Rechts- auf Linkshänder umzuschulen. Dafür musste der Spieler eine Fehlstellung seiner Beine korrigieren lassen und ließ sich unter Vollnarkose den linken Oberschenkel brechen.

„Ich hatte X-Beine, dann O-Beine“, so Prokop. Mühevoll musste er das Laufen und die gesamte Koordination wieder neu erlernen. Hinzu kam das Wurftraining mit dem linken Arm. „Im DDR-Nachwuchs haben wir auch schon beidhändig trainiert“, erklärt der Sachsen-Anhalter.

Am Ende erreichte er fast seine alte Wurfhärte wieder. Dennoch: Die Spielerkarriere war bald zu Ende. In Minden wurde ein neuer Trainer verpflichtet und der gab Prokop keine Chance mehr. Zudem schwoll sein Knie immer wieder an. Bereut hat er den medizinischen Eingriff trotzdem nicht. „Im Alltag ist schon eine Entlastung da, für Leistungssport reicht es nicht mehr“, so der 34-Jährige.

Vom Parkett wechselte Prokop sofort auf die Trainerbank, betreute schon die Zweitligisten von Hannover-Anderten und SC Magdeburg II. Mit Post Schwerin hatte er beim Gastspiel in Leipzig in der vorvergangenen Saison mit für einen Rekord in der zweiten Bundesliga. 6317 Zuschauer wollten die Partie sehen. Nach der Insolvenz der Mecklenburger wechselte Prokop zum Erstligaaufsteiger Tusem Essen. Nebenbei seiner Trainertätigkeit schloss Prokop sein Lehrerstudium ab.

Matthias Roth

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