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Nicht mit den Stars beschäftigen: SC DHfK will gegen THW Kiel punkten

Handball-Bundesliga Nicht mit den Stars beschäftigen: SC DHfK will gegen THW Kiel punkten

Der SC DHfK Leipzig empfängt am Sonntag vor ausverkaufter Halle den THW Kiel. Das Team von Christian Prokop will den Favoriten ärgern, hofft auch gegen den dreifachen Champions-League-Sieger auf die nächsten Punkte.

Die Kieler Spieler feiern am vergangenen Sonntag den Siegtreffer von Dominik Klein (M) gegen Veszprem.

Quelle: dpa

Leipzig. Keine Angst vor großen Namen: Der SC DHfK Leipzig geht mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein in die schwere Bundesligapartie am Sonntag gegen den THW Kiel. „Wir sind in dieser Saison angetreten, um in jeder Partie um die Punkte zu kämpfen und brauchen uns nicht zu verstecken“, sagte DHfK-Trainer Christian Prokop. Seine genaue Taktik will er zwar nicht verraten, eine einfache Formel nennt er aber schon: „Wir müssen mit Überzeugung spielen.“ Die Mannschaft dürfe sich vor allem nicht mit den Namen der Stars beschäftigen. „Sonst werden wir uns eine Husche abholen“, so Prokop.

Das Team kann das Spiel kaum erwarten. „Das merkt man in jedem Training“, so Kapitän Lukas Binder. Und auch der 23-Jährige traut sich eine Überraschung zu. „Ich gehe das Match aggressiv an, da ist definitiv was möglich“, glaubt Binder. Die jüngsten Erfolge machen die Grün-Weißen auch im Kopf stark. Gegen den Bergischen HC lieferten sie statt eines reinen Abstiegskampfes eine spielerisch ansprechende Partie mit einem Sieg am Ende ab. Und gegen Wetzlar zuletzt erkämpfte der Aufsteiger gegen eines der momentanen Spitzenteams noch einen Punkt. Selbst Kiel-Coach Alfred Gislason bekannte im Interview mit LVZ.de: „In Leipzig ist alles möglich.“

Gutes Verhältnis zwischen beiden Vereinen

Im Sommer hieß es in der Vorbereitung schon einmal Kiel gegen Leipzig. Beim „Unser Norden Cup“ sorgte die knappe 21:24-Niederlage des SC DHfK zumindest für ein Achtungszeichen. Spieler wie Christoph Steinert, Aivis Jurdzs und Franz Semper spielten damals nicht einmal mit. Das fachkundige Kieler Publikum honorierte die Leistung der Sachsen und feuerte im zweiten Spiel gegen den FC Barcelona den SC DHfK an. „8000 Zuschauer haben uns da unterstützt, so viele wie noch nie“, erinnert sich Geschäftsführer Karsten Günther.

Und auch abseits des Parketts pflegen beide Vereine ein gutes Verhältnis. Möglich macht dies der kurze Draht von DHfK-Aufsichtsratsmitglied Stefan Kretzschmar zu seinem ehemaligen Coach Gislason. So kam im Sommer auch ein geheimes Probetraining mit dem damaligen Kieler Keeper Kim Sonne in Leipzig zustande. Am Ende entschied sich der SC DHfK aber für Milos Putera und Sonne unterschrieb bei GWD Minden.

Am Sonntag freut sich Günther auf eine volle Halle. Die Arena am Sportforum ist mit 6050 Plätzen restlos ausverkauft. „Die Kartenanfrage war riesig“, so Günther. Aus technischen Gründen lasse sich die Hallenkapazität nicht einfach erweitern. Dann müsste das Spielfeld weiter in die Mitte verrückt und allen Dauerkartenbesitzern neue Plätze rund um die Mittellinie zugewiesen werden. Damit bleibt der Rekord von 7603 Zuschauern bei einem Handballspiel in der Arena unerreicht. Die Bestmarke erzielte Concordia Delitzsch vor zehn Jahren beim Bundesligavergleich mit dem SC Magdeburg.

Fans sollten am Sonntag mit Bus und Bahn anreisen. Die Parkplätze vor der Red Bull Arena und am ehemaligen Schwimmstadion sind für die RB-Anhänger reserviert. Die Fußballer sind mit ihren Spiel gegen den FSV Frankfurt bis zum Anwurf um 15 Uhr noch nicht fertig.

Lukas Binder gegen Vujin und Weinhold

Kapitän Binder bekommt gegen Kiel auf seiner Position auf Linksaußen wieder Hilfe. Marvin Sommer meldet sich nach seiner Verletzung zurück. Binder nimmt die Unterstützung gern an und sieht sich zusammen mit dem Neuzugang aus Aue als Team und nicht als Konkurrenten. „Vorn habe ich zuletzt auch ganz schön viel verworfen, in der Abwehr lief es dafür ordentlich“, sagte der gebürtige Leipziger. Für seine Arbeit in der Defensive, wo er gegen die Gegner im rechten Rückraum verteidigt, erhielt er auch ein Sonderlob vom Coach: „Da haben bisher die wenigsten Spieler gegen den SC DHfK gestochen“, so Prokop.

Auch wenn Binder sich nicht von großen Namen beeindrucken lassen will, am Sonntag muss er Marko Vujin und Steffen Weinhold bearbeiten. Zwei Erfolgserlebnisse gegen Kiel haben sich bei Binder fest im Hinterkopf verankert. Im Pokal kam er vor drei Jahren zumindest zu Kurzeinsätzen gegen den THW. „Ich habe gegen Thierry Omeyer getroffen und Daniel Narcisse zumindest einmal gestoppt“, so Binder. Leipzig flog nach einem 27:43 trotzdem aus dem Wettbewerb.

Für Aivis Jurdzs ging es am Donnerstag in die nächste Runde im Rechtsstreit mit dem ThSV Eisenach. Beide Seiten sind über die Laufzeit des Arbeitsvertrages bei den Thüringern uneins, trafen sich nun vor dem Arbeitsgericht. Der Ligakonkurrent pocht auf ein angeblich noch immer gültiges Papier mit dem Letten und strebt eine Entschädigungszahlung an. „Ein Urteil erwarten wir im Januar“, sagte ThSV-Geschäftsführer Karsten Wöhler.

Von Matthias Roth

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