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Philipp Webers Verkauf bringt Wetzlar "nicht unwesentliche Ablösesumme"

Wechsel zum SC DHfK Leipzig Philipp Webers Verkauf bringt Wetzlar "nicht unwesentliche Ablösesumme"

Zähneknirschend haben die Verantwortlichen der HSG Wetzlar dem Rückkehrwunsch nach Leipzig von Philipp Weber entsprochen. Gern lässt man ihn nicht ziehen. In seiner kurzen Zeit bei den Hessen ist er zur Stammkraft und zum Nationalspieler gereift.

Philipp Weber (r.) noch in Zeiten des SC DHfK mit Lukas Bidner (l.).

Quelle: Christian Modla

Wetzlar/Leipzig. Mit dem Ziel Nationalspieler zu werden, war Philipp Weber im vergangenen Sommer von Leipzig nach Wetzlar gewechselt. Nachdem er von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson im November erstmals in den Kader berufen wurde, gab der 24-Jährige am 3. Januar sein Länderspieldebüt gegen Rumänien und steht auch jetzt unter dem neuen Bundestrainer Christian Prokop im Kader für die Länderspiele am Sonnabend in Göteborg und am Sonntag in Hamburg gegen Schweden.

„,Flippi’ spielt die Saison seines Lebens“, sagt Wetzlars Trainer Kai Wandschneider über den Halblinken, der mit 185 Treffern in der Torschützenliste auf Rang vier liegt und der wichtigste Angriffsspieler der HSG ist. Entsprechend groß war bei Björn Seipp die Enttäuschung, als Weber ihm vor einigen Wochen mitteilte, dass er seinen Vertrag vorzeitig auflösen will, um „aus privaten Gründen“ zurück nach Leipzig zu wechseln. „Das war für uns alle ein Riesenschock“, sagte der Geschäftsführer, der eigentlich den Kontrakt mit dem schnellen Rückraumspieler verlängern wollte.

„Wenn man einen Vertrag unterschreibt, sollte man ihn auch erfüllen“, sagte Seipp, der sich mit Wandschneider aber einig darüber war, „dass es keinen Sinn macht, einen Spieler, der weg will, zum Bleiben zu zwingen“, und er so Webers Bitte zähneknirschend nachkam.

Der selbstbewusste Handballer hatte vor dem Spiel gegen Hannover (34:30) vergangenen Sonnabend, der ersten Partie in der heimischen Rittal-Arena nach der Bekanntgabe seines Abschieds, Bedenken, von den HSG-Fans ausgepfiffen zu werden. Es blieb bei einzelnen Pfiffen. Während der Blondschopf eine sehr starke Leistung zeigte, und seine Ankündigung, „dass ich bis zur letzten Sekunde alles für die HSG gebe werde“, in die Tat umsetzte. Den Unmut der Wetzlarer Anhänger „kann ich teilweise auch verstehen, denn ich bin hier zu einer Figur und zum Leistungsträger geworden. Aber es gibt auch Sachen, die wichtiger als der Sport sind“, sagte er und verbat sich Nachfragen.

„,Flippi’ wird sich bis zum Saisonende zerreißen“, sagte Wandschneider, der dann mit dem in Leipzig einst von Prokop aussortierten Rückraumspieler, der nie aus der Messestadt wegwollte, den neunten Nationalspieler in seiner Amtszeit verlieren wird. Aus der Situation versucht der bei der finanziell limitierten HSG als ewiger Aufbauhelfer gefragte Coach das Beste zu machen, was ihm auch in dieser Saison mit Platz sieben trotz der Abgänge der Europameister und Olympiadritten Andreas Wolff (Kiel) und Steffen Fäth (Berlin) sehr gut gelungen ist.

Wandschneider hofft, dass sich auch „durch die nicht unwesentliche Ablösesumme“, die Leipzig für die Rückkehr zahlt, „eine Win-win-Situation“ für diesen und die HSG ergibt. Einen Teil des Geldes, das sie zum Abbau von Verbindlichkeiten nutzen werden, haben die Wetzlarer in die Vertragsverlängerung mit Stefan Cavor (20) bis 2020 investiert, zudem gilt Olle Forsell-Schefvert (23) vom schwedischen Erstligisten IK Sävehof als Nachfolgekandidat für Weber.

„Natürlich war die Mannschaft über Philipps Abgang zum Saisonende erst einmal schockiert. Aber ich finde es gut, dass der Verein aufgrund seines Heimwehs Menschlichkeit gezeigt hat“, sagte Webers Kumpel, HSG-Spielmacher und Ex-Leipziger Philipp Pöter.

Jürgen Heide

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