Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
Rojewski-Rückkehr nach Magdeburg: Ohne Reue, aber mit Ambitionen

Ost-Duell der Handballer Rojewski-Rückkehr nach Magdeburg: Ohne Reue, aber mit Ambitionen

Andreas Rojewski galt als Urgestein des SC Magdeburg – nun steht er im Herbst seiner Karriere vor einer neuen Herausforderung beim SC DHfK. Ausgerechnet beim ersten Auswärtsspiel mit den Leipzigern gibt es für den Torjäger ein Wiedersehen an alter Wirkungsstätte.

Andreas Rojewski erzielte bei seinem ersten Spiel für den SC DHfK gegen den Bergischen HC (30:21) gleich acht Treffer.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Nur drei Monate nach seiner letzten Partie im Trikot des DHB-Pokalsiegers SC Magdeburg kehrt Andreas Rojewski zu seinem Herzensverein zurück. „Es wäre sicher besser gewesen, ein bisschen Abstand zu haben“, sagt der 31-Jährige vor dem ersten Auswärtsspiel am Sonntag mit seinem neuen Arbeitgeber SC DHfK Leipzig zu. Die Erinnerungen sowie Emotionen sind noch frisch. 15 Jahre gehörte er zum SCM, zehn Jahre davon als Leistungsträger bei den Handballern.

Nun spielt „Roje“ das erste Mal für einen anderen Bundesligisten. Zwischen den beiden Vereinen stellt er viele Gemeinsamkeiten fest. „Es ist hier genauso familiär und traditionell wie in Magdeburg. Das ist ein gutes Fundament für Erfolg.“ Ausschlaggebend für den Wechsel seien die Bemühungen von Trainer Christian Prokop, den er noch als Spieler bei Köthen sowie als Trainer der zweiten Mannschaft des SCM kannte, und Geschäftsführer Karsten Günther gewesen.

Die Duelle der vergangenen Saison gegen den SC DHfK sind Rojewski in Erinnerung geblieben, denn der SCM unterlag gleich zweimal: „Im ersten Spiel haben wir Leipzig als Aufsteiger unterschätzt. Die zweite Niederlage war direkt nach der EM, bei der viele Magdeburger dabei waren.“ Auch beim ersten Aufeinandertreffen dieser Saison sind die Voraussetzungen für den SC DHfK nicht schlecht. „Einige Spieler des SCM waren bei Olympia, dort hochbelastet und sind noch nicht wieder in Bestform. Auch als Mannschaft hatten sie bisher wenig Zeit, um sich zu finden“, sagt Rojewski.

Allerdings haben die Leipziger am Sonntag beim Pokalsieger gleich vier Ausfälle zu verkraften: Handball-Europameister Niclas Pieczkowski zog sich im Training einen Bänderriss im Knöchel zu, Marvin Sommer muss aufgrund einer Grippe passen. Zudem fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Lucas Krzikalla und Roman Becvar.

Emotionale Tugenden

Der polnische Nationalspieler Rojewski gibt beim SC DHfK sofort den Ton an - auf und neben dem Parkett. Schon beim 30:21-Sieg gegen den Bergischen HC gelang ihm mit acht Treffern ein starker Einstand. „Wir haben Leute gesucht, an denen sich das Team und die Fans hochziehen“, meint Prokop. „Die Emotionalität ist eine Tugend, mit der sich der SC DHfK bundesweit Respekt verschafft hat. Das ist auch meine Art, Handball zu spielen“, sagt Rojewski.

Beim DHB-Pokalsieger war für den Torjäger im rechten Rückraum kein Platz mehr. Nach einer Meniskus-OP war der SCM unsicher, ob Rojewskis Knie wieder funktionieren würde und verlängerte den Vertrag nicht. Prokop nahm den 31-Jährigen mit Kusshand: „Er ist eine absolute Verstärkung und im Angriff sehr durchschlagskräftig.“ Bei den Grün-Weißen hat er nach dem Abgang von Philipp Pöter und Philipp Weber zudem die Rolle des Siebenmeterschützen übernommen.  

Früher wollte Rojewski seine Karriere in Magdeburg beenden. Nun hat er bis 2018 einen Vertrag in Leipzig. Und dann? „Im Sportlerleben muss man nach dem 30. Lebensjahr schauen, wie der Körper mitmacht. Aktuell bin ich in einem guten Zustand und habe richtig Bock auf die neue Aufgabe.“ Neben dem Parkett sorgt er bereits für seine Zukunft. An der Uni Magdeburg schließt der 31-Jährige bald seinen Bachelor in Gesundheits- und Rehabilitationssport ab. „Für einen Master gibt es in Leipzig an der Sportfakultät viele Möglichkeiten“, weiß er.

Anne Grimm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News