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SC DHfK Leipzig: Rojewski verbannt Helene Fischer aus der Kabine

Vor dem Saisonstart SC DHfK Leipzig: Rojewski verbannt Helene Fischer aus der Kabine

Der SC DHfK Leipzig startet am Sonntag mit allerlei Neuerungen in die neue Saison der Handball-Bundesliga. Verstärkungen im Rückraum, eine gelöschte Playlist und 200 verkaufte Sponsorenlose lassen die Grün-Weißen auf eine erfolgreiche Spielzeit hoffen.

Neuzugang Andreas Rojewski

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Die Anspannung steigt. Spieler, Trainer und Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig sind allesamt nervös. Am Sonntag startet für die Grün-Weißen die zweite Saison in der 1. Handball-Bundesliga mit der Partie gegen den Bergischen HC (Anwurf 15 Uhr). "Das Spiel ist schon von großer Bedeutung", so Chefcoach Christian Prokop. Mit dem BHC ist gleich ein direkter Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg zu Gast. Ein Erfolgserlebnis wie im Vorjahr gegen den HSV Hamburg könnte der Mannschaft gleich den nötigen Schub für die Spielzeit verschaffen. 

Der SC DHfK hat im Sommer einiges umgekrempelt. Vier neue Spieler sind gekommen. "Wir haben den Kader wegen der Perspektive geändert, brauchen aber noch Geduld beim Zusammenspiel", findet Prokop. Die Leipziger haben vor allem im Rückraum zugelegt. Auf der linken Seite spielt nun Tobias Rivesjö. Er ist schon seit mehr als einem Jahr ein Wunschspieler von Prokop. Bisher scheiterte eine Zusammenarbeit an den bestehenden Verträgen des Schweden. Der 26-Jährige bringt das Komplettpaket mit Einsätzen in Abwehr und Angriff mit. 

In der Mitte soll Roman Becvar für die überraschenden Aktionen sorgen. Der Tscheche leidet allerdings noch an einem Muskelfaserriss und muss gegen den BHC zuschauen. Dafür ist Niklas Pieczkowski wieder fit. Von ihm erwartet der SC DHfK vor allem die einfachen Tore. 

Als Königstransfer gilt aber Andreas Rojewski. Der ehemalige Magdeburger trumpfte mit seinen Treffern schon in der Vorbereitung auf und war am vergangenen Wochenende im DHB-Pokal auch wieder vom Siebenmeterpunkt sicher. Er bringt alles mit was einen Führungsspieler ausmacht: Erfahrung, Selbstbewusstsein, Entscheidungsstärke. 

Rojewski bringt den HipHop mit

Auch neben dem Parkett hat der 31-Jährige eingespielte Rituale verändert. Rojewski ist der Kabine für die Musik zuständig. Erste Amtshandlung: Die bisher von Kapitän Lukas Binder verwaltete Playlist mit Helene Fischer an der Spitze wurde gelöscht. "Sie ist eine grandiose und attraktive Frau, ihre Musik vor emotionalen Heimspielen aber nicht so atemberaubend", sagt Rojewski über die Schlagerqueen. Statt dessen dröhnt jetzt deutscher HipHop aus dem Boxen. "Das ging in Magdeburg leider nicht, das hätten dort viele Mitspieler gar nicht verstanden", verweist der polnische Nationalspieler auf den vergleichsweise hohen Ausländeranteil beim SCM.

Emotionen sind beim SC DHfK Leipzig ganz wichtig. Mit im Schnitt 4400 Fans im Rücken hat der Aufsteiger im vergangenen Jahr die Klasse gehalten. Die Unterstützung soll in dieser Saison nicht anders werden. Mit 1800 verkauften Dauerkarten haben die Handballer einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Für das Spiel am Sonntag haben sie bereits 2500 Tickets abgesetzt, 4000 Zuschauer werden gegen die Bergischen erwartet. Prokop glaubt mit den Neuverpflichtungen auch den Fans noch einmal richtig einzuheizen. "Wir haben Leute geholt, an denen sich das Publikum hochzieht", sagt er.

24 Punkte bis zum Klassenerhalt

Der Coach ist zwar kein Freund von großen Rechenspielen, denkt ganz klassisch von Spiel zu Spiel. Eine Zielmarke hat er dennoch ausgegeben: "Wir brauchen mindestens zwölf Siege für den Klassenerhalt", so Prokop. Nicht unmöglich. In der vergangenen Saison punktete der SC DHfK nur gegen fünf Teams gar nicht: Rhein-Neckar-Löwen, Kiel, Flensburg, Melsungen und Göppingen.

Damals machte die Insolvenz von Hamburg und der saftlose Auftritt von TuS Lübbecke-Nettelstedt aber den Abstiegskampf leichter. In diesem Jahr erwartet Prokop ein stärkeres Starterfeld. "Es wird einige Überraschungen geben", sagt er voraus. Allein die Aufsteiger aus Erlangen, Minden und Coburg haben allesamt das Zeug die Klasse zu halten. Die Etats der Neuen liegen zwischen geschätzten drei und vier Millionen Euro. 

Zum Vergleich: Der SC DHfK kalkulierte im vergangenen Jahr mit 2,2 Millionen und dieses Jahr mit 3,5 Millionen Euro. Das Engagement bei den Sponsoren ist ungebrochen. Vor einer Woche verkündete Geschäftsführer Karsten Günther, dass durch die Insolvenz bei Unister 100.000 Euro fehlen und hatte gleich eine Lösung parat. 300 Lose zu je 500 (drei Stück für 1000 Euro) wollte er unter die Leute bringen. Zu gewinnen gibt es an 16 Heimspielen die großflächigen Werbeplätze von flüge.de. Inzwischen hat Günther schon 200 Lose abgesetzt. 

Bei den Heimspielen müssen sich die Fans künftig an einer Einlassschleuse auf strengere Kontrollen einstellen. Auch hier ist Günther ganz Pragmatiker. "Große Taschen bleiben am besten zu Hause, dann sind die Hände frei zum Klatschen."

Bereits am Mittwoch wird das Achtelfinale im DHB-Pokal ausgelost. Rojewski wünscht sich ein Heimspiel und Prokop einen Zweitligisten. Mit einem Erfolg und einem weiteren Sieg im Viertelfinale wäre der SC DHfK fürs Final Four qualifiziert.

Matthias Roth

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