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SC DHfK Leipzig bastelt am neuen Team - Semper vor Ausleihe

Handball-Bundesliga SC DHfK Leipzig bastelt am neuen Team - Semper vor Ausleihe

Der SC DHfK Leipzig baut sich das Team für die nächste Saison zusammen. Im rechten Rückraum könnte noch einmal Bewegung kommen. Sollte ein neuer Linkshänder kommen, hätte das Auswirkungen auf Franz Semper.

Ein Kämpfer im Rückraum: Franz Semper.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Nach der Eisenach-Gala ist der Klassenerhalt in trockenen Tüchern. Neue Ziele mag Aufsteiger SC DHfK vor dem Gummersbach-Heimspiel am Sonntag (15 Uhr, Arena) aber nicht ausrufen. „Platz elf zu verteidigen, wäre ein Wahnsinns-Erfolg“, erklärt Trainer Christian Prokop, „es geht jetzt darum, uns in allen Bereichen weiter zu verbessern.“ Denn das nächste, das zweite Bundesliga-Jahr sei das schwierigere, entscheidende, auch weil mit Erlangen, Minden und Coburg drei ambitionierte Aufsteiger nachrücken, die Liga ausgeglichener werde und der Abstiegskampf schärfer.

Deshalb sucht der Verein weiter nach Verstärkungen im Rückraum. Klar ist: Europameister Niclas Pieczkowski (26, Lübbecke) und Tobias Rivesjö (26, Erlangen) ersetzen Philipp Pöter und Philipp Weber. Doch der SC DHfK wird laut Prokop auf jeden Fall noch einen Rechtshänder holen, möglicherweise aber auch einen Linkshänder, „der uns sofort helfen kann“. Heißt auch: Andere aus dem breiten Kader müssen weichen. Treffen könnte es Sergey Zhedik, 25, und den gerade bis Saisonende verpflichteten Benjamin Herth, 30. Abgeschrieben hat der Trainer beide indes noch nicht. Nach der schweren Pöter-Verletzung werden sie in den letzten neun Partien mehr Einsatzzeiten erhalten, dürfen sich anbieten. „Aber beide kämpfen um maximal einen freien Platz“, sagt Prokop ehrlich.

Zhedik muss neue Chance nutzen

Er weigert sich, Zhedik, der im vergangenen Sommer nach Leipzig kam, als Fehleinkauf zu bezeichnen. „Das wäre verfrüht, Sergey hat das Potenzial, konnte es aber kaum abrufen, weil andere besser waren und er wenig gespielt hat.“ Zweimal wurde der Hüne in Krasnodar russischer Torschützenkönig, warf dabei rund 400 Treffer. Für den SC DHfK traf er bisher nur 27-mal bei 20 meist sehr kurzen Einsätzen. Seine sechs Tore in Kiel blieben die Ausnahme. „Ihm fehlt im Training die Konstanz, mal ist er da überragend, mal richtig schlecht, das reicht so nicht“, begründet Prokop Zhediks bisherige Reservisten-Rolle, „wir hatten auch gehofft, dass er schneller die deutsche Sprache lernt.“ All das mündet in die Feststellung des Coaches: „Derzeit geht die Tendenz zur Trennung, aber das kann sich noch ändern, wenn er seine Chancen jetzt nutzt.“

Semper braucht Spielpraxis

Klappt der Coup mit einem neuen Linkshänder, im Gespräch ist Andreas Rojewski vom SC Magdeburg, hätte das auch für Franz Semper Konsequenzen. „Dann würden wir ihn an einen Zweitligisten ausleihen, damit er Spielpraxis bekommt und nicht bei uns auf der Bank versauert“, sagt Prokop. Hergeben wird er das 18-jährige Juwel aus dem eigenen Nachwuchs aber keinesfalls: „Sein Trainingsschwerpunkt würde in Leipzig bleiben, er könnte drei Tage in der Woche weiter bei uns reifen. Für die Zukunft plane ich fest mit Franz.“

Prokops sensationelle Aufbauarbeit wird bei renommierten Clubs registriert. Reizt ihn ein Wechsel? „Ich würde gern ein Spitzenteam formen, aber hier in Leipzig“, betont der 37-Jährige, „vielleicht können wir ab dem dritten Bundesliga-Jahr nach oben schauen, falls unser Etat mal bei fünf Millionen Euro liegt.“ Nächste Saison steigt das Budget auf 3,5 Millionen, bei Zuschauerzahlen und Sponsoren geht es voran, die Perspektive stimmt. Auf die Frage, wann der SC DHfK eine Spitzenmannschaft sei, antwortet Prokop schelmisch: „Wenn wir zu Auswahllehrgängen so viele Nationalspieler abstellen, dass ich hier mit der zweiten Reihe trainieren muss.“

Steffen Enigk

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