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SC DHfK Leipzig empfängt am Donnerstag die Füchse Berlin in der Arena

Handball-Bundesliga SC DHfK Leipzig empfängt am Donnerstag die Füchse Berlin in der Arena

Die Spannung steigt: Die Erstligahandballer vom SC DHfK haben am Donnerstag wieder einen Favoriten zu Gast in der Arena Leipzig. Die Füchse Berlin haben in der laufenden Spielzeit noch keine Partie verloren und sind aktuell Tabellenzweiter.

André Haber, Trainer der Handball-Bundesligisten vom SC DHfK Leipzig (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. „Früher“, beginnt Methusalem André Haber (31), „früher, als ich jung war, gab es Autokarten. Wer die meisten PS hatte, mehr Geschwindigkeit oder den größeren Hubraum, der hat gewonnen“, holt der DHfK-Coach aus, der mit seinen Handballern prächtig in die Bundesliga gestartet ist (10:4 Punkte). Schließlich klopft nach Flensburg und Hannover am Donnerstag (19 Uhr) mal wieder ein Favorit ans Arena-Rolltor. Weshalb Haber seinen Vergleich wie folgt ummünzt: „Wenn da unsere Mannschaft im Kartenspiel gegen die Berlin stechen müsste, hätten wir keine Chance.“ Kennste eine, kennste alle ... Auch Manager Karsten Günther hat so ein Schmankerl: „Wenn du jetzt anfängst Erbsen zu zählen, geht uns woanders das Korn weg.“

L.E. mag Understatement. Der Berliner an sich ist dafür nicht gerade bekannt. Die Füchse wiederum haben auch keinen Grund dazu, zumindest bis Donnerstag zu fortgerückter Stunde in Leipzig. Bis dato hat Velimir Petkovics Truppe noch kein Spiel in der Liga verloren. Vier Spiele, vier Siege. In der vergangenen Saison gab es für den SC DHfK auch nicht viel zu holen, außer zweimal eins auf die Mütze. Drum beschreibt Haber die Füchse wie folgt: „Bei der Individualität, da weiß ich nicht, wo ich anfangen und aufhören soll“, erklärt Haber den Gegner.

Wie also die Ausnahmekönner knacken? Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung – ebenso, wie die Flensburg, Hannover und Wetzlar zuletzt auch. Mit einer Stress machenden Abwehr. Mit einem Hüter, der jedes Tor als persönliche Beleidigung seines Berufsstandes auffasst. Aber: Vorn sollte es auch klappen. Und das nach Möglichkeit etwas besser als zuletzt. Schließlich überstrahlen Siege alles, Probleme beseitigen sie aber nicht.

Natürlich lässt es sich bei so einer Ausgangslage, wie sie sich die Leipziger erarbeitet haben, ruhiger arbeiten. Mitunter strahlen die DHfK-Handballer diese Unaufgeregtheit auf der Platte auch aus. „Wenn es drauf ankommt, machen sie ihn vor auch rein“, teilte Jens Vortmann seine Beobachtungen mit. Und er hinten dicht. Den Schlussmann und Kapitän der Grün-Weißen kann nichts aus der Ruhe bringen. So sieht es zumindest immer aus. Coolmann cool auf und neben dem Feld. Und das mit 30 Lenzen.

Vielleicht, weil sich der gebürtige Berliner auch neben dem Feld fordert. Drei weitere Prüfungen seines Studiums hat „Vorti“ mal so nebenbei hinter sich gebracht. Harter Tobak: Technik, Naturwissenschaft, Wirtschaft und Recht vereint unter dem Begriff Wirtschaftsingenieurwesen. Wenn alles weiter nach Plan läuft steht im nächsten Jahr dann die Masterarbeit an.

Zukunftsmusik. Vorerst freut sich der „Professor“, dass er am Donnerstag gegen Berlin ein paar Freunde und einige Familienmitglieder in der Halle begrüßen darf. Mehr ist es dann auch nicht, sagt er selbst. Gegen die Füchse kribbelt es bei ihm nicht mehr, als gegen die anderen auch.

Im Alter von 18 Jahren kam Vortmann zu den Füchsen, als diese in der 2. Liga aufschlugen. Vier Jahre blieb er in seiner Heimatstadt. Über Dormagen, Minden und Hamburg kam Vorti im vergangenen Jahr nach Leipzig.

Bei den Berlinern, so wie er sie kannte, ist lediglich einer übrig geblieben. Petr Stochl, 41, ist immer noch eine Bank. „Petr ist ein Phänomen, erhält konstant gut. Was auch einer der Punkte ist, warum die Berliner verlustpunktfrei durch die Saison gehen“, schätzt Vortmann.

Klein machen muss sich der DHfK-Hüter mit seiner Leistung aus dem Spiel gegen Wetzlar aber auch nicht. Da hielt er die Leipziger mit seinen Paraden Anfang der 2. Hälfte im Spiel. Vortmann stellt seine Leistung unter den Scheffel. „Nur in der Verbindung mit einer guten Abwehr komme ich zu einer guten Leistung“, sagt er. Das sieht sein Coach André Haber ein wenig anders. „Das ist ein Wechselspiel, wenn Jens die Bälle hält, gibt das auch der Abwehr Selbstvertrauen“, erklärt Haber.

Inwieweit der DHfK-Trainer auf Philipp Weber setzen kann, bleibt offen. „Es ist nicht so schlimm wie bei Lukas Binder. Wir werden ihn auch testen, aber nichts vorwegnehmen. Benjamin Meschke sollte seinen Infekt bis dahin auch auskuriert haben.

Alexander Bley

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