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SC DHfK Leipzig von den Emotionen übermannt – Tickets im Januar

Final Four in Hamburg SC DHfK Leipzig von den Emotionen übermannt – Tickets im Januar

Die Ansage vom Trainer war wie immer klar: „Heute wird gefeiert.“ Die Spieler des SC DHfK Leipzig ließen nach dem Einzug ins Final Four ihren Emotionen freien Lauf. Inzwischen stehen erste Details zum Ticketverkauf für die Endrunde fest.

Milos Putera lässt die Anspannung heraus: Mit seinen Paraden war er einer der Sieggaranten.
 

Quelle: PICTURE POINT

Leipzig.  Solche Emotionen haben Spieler und Verantwortliche des SC DHfK Leipzig selten nach einem Spiel gezeigt. Geschäftsführer Karsten Günther und Kapitän Lukas Binder lagen sich nach dem Abpfiff eine gefühlte Ewigkeit in den Armen. Der Linksaußen vergrub sein Gesicht an der Schulter des Managers und versteckte seine Tränen vor den Fotografen. „Ich war vom Erfolg völlig übermannt. Karsten hat das hier alles aufgebaut, ich darf ihn schon eine lange Zeit dabei begleiten“, beschrieb Binder seine Gefühle.

Der SC DHfK hatte Minuten zuvor mit 28:24 gegen Hannover-Burgdorf gewonnen und den Sprung ins Final Four des DHB-Pokals geschafft. Damit sind die Leipziger in eine Domäne eingedrungen, die sonst die Spitzenteams der Liga in der Regel unter sich ausmachen. Mannschaften wie Leipzig, noch dazu in der vergangenen Saison erst aufgestiegen, haben selten eine Chance, die Fahrkarte nach Hamburg zu lösen.

Steinert würde auch den Boden wischen

„Wer jetzt noch mit dabei sein wird, das ist mir völlig egal“, sagte Christoph Steinert. Die weiteren Viertelfinalspiele werden erst am Mittwoch ausgetragen. Die Favoriten sind bekannte Namen: Flensburg, Kiel, Rhein-Neckar-Löwen. Steinert begann auf Rechtsaußen und bot eine starke Partie. Der gelernte Rückraumspieler erzielte fünf Tore, agierte sicher vom Siebenmeterpunkt und war eine Bank in der Abwehr. „Es ist mir egal, wo ich aufgestellt werde. Selbst wenn ich als Wischer der Mannschaft helfen kann, dann mache ich auch das“, sagte er.

Nach dem Abpfiff machte sich Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar schnurstracks auf zum Trainer. Beide blickten sich tief in die Augen und der ehemalige Weltklassespieler wählte nicht viele Worte. „Er hat mir gratuliert und gesagt, wie stolz er auf uns ist“, berichtet Coach Christian Prokop. Das Lob tut dem Coach nach der Diskussion um seinen möglichen Wechsel zur Nationalmannschaft gut. Kretzschmar weiß, was eine Teilnahme am Final Four bedeutet und wie hart der Weg bis ins Endrundenturnier ist. Mit dem SC Magdeburg spielte er selbst dort.

Bürkle ein fairer Verlierer

Mit dem SC DHfK steht nun das Team mit dem vielleicht größeren Willen am 8. und 9. April 2017 beim Spektakel auf dem Hamburger Parkett. „Es war auch für uns eine große Chance“, sagte Hannovers Trainer Jens Bürkle. In der Stunde der Niederlage war er wie immer ein fairer Sportsmann. „Leipzig hat den Sieg verdient und in den entscheidenden Phasen weniger Fehler gemacht“, so der Coach.

Nach einem 28:24-Sieg gegen den TSG Hannover-Burgdorf am Dienstag steht der SC DHfK Leipzig im FinalFour des DHB-Pokals. Das Ticket nach Berlin ist gelöst. (Bilder: dpa)

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Bürkle und Prokop: Das sind zwei Trainer die sich mögen, regelmäßig über Fachfragen austauschen und die einen ähnlichen Weg beschritten haben. Beide suchten zunächst in der 2. Bundesliga ihre Chance, Bürkle einst bei DJK Rimpar und Prokop beim damaligen Fastabsteiger Leipzig. Dabei hinterließen sie ihre erfolgreiche Handschrift in Mannschaften ohne internationale Stars. Bürkle wurde aus Unterfranken nach Hannover geholt, Prokop schaffte mit den Grün-Weißen den Aufstieg.

Für den SC DHfK stehen in diesem Jahr noch drei schwere Spiele auf dem Programm: Balingen, Erlangen und Stuttgart. Partien, in denen jedes Mal gepunktet werden soll. Schon am Mittwochvormittag will Prokop wieder trainieren lassen. Er weiß aber auch, was seine Jungs geschafft haben und wie stark die psychische Anspannung war. Deshalb gab es am Dienstagabend eine klare Ansage an die Mannschaft: „Heute wird gefeiert!“

Auslosung im Januar – Tickets danach im Angebot

Am Tag nach dem Sieg ist bei den Fans die Frage aller Fragen: Wie bekomme ich Tickets für das Turnier in Hamburg? Der SC DHfK erhält wie die anderen Finalteilnehmer auch ein Kontingent von 1200 Karten. Im vergangenen Jahr lag dieses Satz noch bei 1000 Tickets, in den Vorjahren sogar nur bei 800 pro Verein. „Die notwendigen Informationen schicken wir in den kommenden Tagen an die Teams“, sagte Oliver Lücke, Sprecher der Handball Bundesliga (HBL). Die Halbfinals werden am 13. Januar, an einem Freitag, in Hamburg ausgelost. Erst danach beginnt laut Lücke der Kartenverkauf, den die Vereine für ihre Pakete selbst organisieren.

Die Fans sitzen am 8. und 9. April in einer der vier Ecken der Hamburger Halle. In welcher, das wird ebenfalls ausgelost. Klar ist aber, so Lücke, dass die Kontrahenten der Halbfinals diagonal zueinander platziert werden. Und wichtig für die Mannschaften: Selbst die Kabinen werden zugelost.

Klar ist auch, der SC DHfK benötigt mindestens noch einen Sieg für eine mögliche Teilnahme am Europapokal. Die Finalteilnahme reicht aus, wenn der Gegner in der kommenden Saison in der Champions League starte. Die Handball Bundesliga hat aber auch Folgendes geregelt: Sollten sich die drei weiteren Teilnehmer allesamt für die Königsklasse qualifizieren und Leipzig bereits im Halbfinale scheitern, dann wird der Platz im EHF-Cup mit einem Team aus der HBL besetzt.

Von Matthias Roth

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