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SC DHfK „besser als gegen Magdeburg“ – BHC vermiest Party zu Ostern

Handball-Bundesliga SC DHfK „besser als gegen Magdeburg“ – BHC vermiest Party zu Ostern

Für einen Tag durften die Handballer des SC DHfK schon vom Klassenerhalt am Ostersonntag träumen. Der Bergische HC vermieste die Rechnung, könnte nun aber eine grün-weiße Party in eigener Halle erleben.

Feierlaune beim SC DHfK nach dem Sieg gegen TVB Stuttgart.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Nicht auf die Tabelle schauen, nicht rechnen: Auch nach dem Sieg gegen den TVB Stuttgart am Sonnabend will DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther zum Quasi-Klassenerhalt des Aufsteigers keine Worte verlieren. „Erst wenn es rechnerisch feststeht, können wir feiern“, wehrt er Glückwünsche immer wieder ab. Davor müsse die Körperspannung weiter hoch gehalten werden.

An der Einstellung der Mannschaft gibt es allerdings nichts auszusetzen. Vor allem die erste Halbzeit gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt hatte das Niveau „Galavorstellung“. „Das war noch stärker als unser Spiel in Magdeburg“, lobte dann auch DHfK-Trainer Christian Prokop. Prunkstück der Grün-Weißen: Die Abwehr und der überragende Torhüter Jens Vortmann. Im Duell der ehemaligen HSV-Keeper hatte er gegen seinen alten Kollegen Jogi Bitter klar die Nase vorn.

Der Stuttgarter Neuzugang konnte gegen die Konter und freien Würfe der Leipziger wenig ausrichten. Bitter nörgelte und zeigte seiner Abwehrreihe immer wieder die Schwachstellen auf. Es half alles nichts. Nach gut 20 Minuten machte der ehemalige Nationaltorhüter zwischen den Pfosten Platz für Yunus Ozmusul und sah sich fortan das Spiel von der Bank an. Zu diesem Zeitpunkt stand es 14:6 für die Gastgeber.

Beim ersten Heimspiel 2016 konnten sich die Handballer vom SC DHfK souverän präsentieren und Stuttgart mit 31:24 (18:9) besiegen.

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Wie viel Pfeffer in der Partie war, zeigte das Beispiel Lukas Binder. Der Kapitän hatte schon vor dem Spiel bekannt: „Das ist nicht gerade mein Lieblingsgegner.“ Viele Sprüche, harte Gangart, wenig Sympathie füreinander – Binder hat die Begegnungen der vergangenen Jahre nicht vergessen. Nach jedem seiner fünf Tore in der ersten Halbzeit drehte der Linksaußen nach rechts ab, lief demonstrativ mit ausgebreiteten Armen an der TVB-Bank vorbei und rief dem Gegner einen Gruß zu. „Da geht es mit mir manchmal etwas durch, schöne Worte waren es nicht“, gab Binder nach dem Abpfiff zu.

Nur einmal wurde Geschäftsführer Günther nochnervös. In der 54. Minute hatte sich ein Zehn-Tore-Vorsprung halbiert. Günther gestikulierte an der Seite energisch und schnaufte nach dem Spiel erstmal tief durch. „Da kann man sehen, wie schnell ein Spiel noch kippen kann.“ Wirklich in Gefahr waren die Leipziger aber nicht. Auch in dieser Phase behielten sie die Nerven und legte am Ende zum 31:24 und damit bisher höchsten Saisonsieg nach.

Prokop konnte sich dieses Mal sogar einen Luxus mit seinem Kader erlauben. Durch die Rückkehr von Philipp Pöter ins Team ließ er einen Startplatz zunächst ungenutzt und setzte Sergey Zhedik und Benjamin Herth hinter die Bank. Neuzugang Herth kam fünf Minuten vor dem Abpfiff in seinem ersten Heimspiel in Leipzig in die Partie. Genau zu diesem Zeitpunkt erhoben sich die rund 4000 Fans von ihren Plätzen, allerdings nicht für den Rückraumspieler, sondern als Ritual für die Schlussphase. „Das habe ich alles gar nicht mitbekommen, war voll auf das Spiel fokussiert“, so der 30-Jährige.

Der SC DHfK hat nun komfortable 19 Punkte auf dem Konto. In zwei Wochen geht es zum Derby nach Eisenach, danach ist am 26. März der VfL Gummersbach zu Gast. Mit vier weiteren gewonnen Zählern hätten die Leipziger am Ostersonntag schon die Sektkorken für den Klassenerhalt knallen lassen können. Der Bergische HC durchkreuzte aber mit seinem Sieg in Lemgo diese Rechnung. Der SC DHfK könnte nun im April ausgerechnet beim BHC die weitere Ligazugehörigkeit feiern.

Matthias Roth

Restprogramm

SC DHfK, 23 Spiele, 19 Punkte

19.3.: Eisenach (A)

27.3.: Gummersbach (H)

Mit zwei weiteren Siegen hätten die Leipziger zu Ostern 23 Punkte.

ThSV Eisenach, 21 Spiele, 8 Punkte

06.3.: Wetzlar - Eisenach 26:20

19.3.: SC DHfK (H)

26.3.: TuS Lübbecke (A)

Der ThSV hätte auch bei drei Niederlagen nach Ostern, noch die rechnerische Chance an Leipzig vorbeizuziehen. In acht Spielen könnten die Thüringer 16 Punkte einsammeln und lägen dann bei 24 Zählern.

Bergischer HC, 22 Spiele, 9 Punkte

06.3.: Lemgo - Bergischer HC 26:28

19.3.: Hannover (H)

23.3.: R-N-Löwen (A)

Trotz zwei möglichen Niederlagen in den kommenden Partien könnte der BHC nach Ostern noch 14 Punkte holen und käme auf 23 Zähler. Das will der SC DHfK am 16. April in Wuppertal verhindern. Mit einem Sieg und dann 25 Punkten würden die Leipziger auswärts den Klassenerhalt feiern.

TuS Lübbecke, 22 Spiele, 6 Punkte

19.3.: Kiel (A)

26.3.: Eisenach (H)

Nach zwei weiteren Pleiten könnte Lübbecke noch 16 Punkte gewinnen, zu wenig, um Leipzig noch abzufangen.
 

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