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SC DHfK erwartet „Spiel, das weh tut“

Handball-Bundesliga SC DHfK erwartet „Spiel, das weh tut“

In den nächsten zwei Partien trifft der SC DHfK Leipzig auf direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Die Partie gegen den ersten Gegner aus Lübbecke wird richtig weh tun, kündigt Coach Prokop an.

Milan Putera bringt im DHfK-Tor die Gegner zum Verzweifeln.
 

Quelle: ostpix.de

Leipzig.  Nach Kurzurlaub und freien Tagen sind die Handballer des SC DHfK Leipzig fokussiert auf die nächsten Aufgaben. „Wir haben zwei bedeutende Spiele vor uns“, sagt Trainer Christian Prokop. Am Sonnabend müssen seine Männer beim TuS N.-Lübbecke antreten, in der kommenden Woche ist der ThSV Eisenach zu Gast. Für den Ostschlager gingen schon 3000 Karten über den Tresen, 500 Fans werden aus Thüringen erwartet. Beide Mannschaft kämpfen wie der Aufsteiger aus Sachsen um den Klassenerhalt. Mit zwei Siegen hätten sich die Leipziger sich bereits ein ordentliches Polster zugelegt.

Prokop gibt sich wie immer bescheiden. Auf die Tabelle schaue er nicht, er denke von Spiel zu Spiel und Demut sei angebracht. Die Aussagen sind schon aus dem Vorjahr bekannt. Mit dieser Einstellung sammelte der SC DHfK Punkt für Punkt ein und schaffte schließlich den Aufstieg. „Für uns ist es wichtig, wo wir im Juni stehen. Sind wir dann besser als Platz 16, haben wir die zweite Sensation geschafft“, findet der Coach.

Lübbecke wartet auf einen Befreiungsschlag und Prokop warnt vor dem noch punktlosen Gegner. Er erwartet ein hartes Spiel, das weh tut, mit einer variablen Deckung. „Das ist alte jugoslawische Schule“, sagt er. Trainiert wird das Team vom Kroaten Goran Suton, dessen Sohn Tim als verlängerter Arm des Übungsleiters auf dem Parkett agiert.

Der SC DHfK versteht mit dieser Aufgabe umzugehen. Per Videoanalyse wird der Gegner studiert, im Training lässt Prokop den Tus N-Lübbecke von einem Teil seiner Mannschaft nachstellen. Als einen der Gründe für den derzeitigen Erfolg sieht Prokop auch die Qualität seines Torhüter-Duos in den Übungsstunden. „Es ist oft schwerer unsere Keeper im Training zu überwinden, als dann den Gegner im Wettkampf“, glaubt Prokop. Im Spiel selbst besticht Milos Putera seit Wochen mit einer überragenden Form. Dem Slowaken ist der Rummel um seine Person fast schon ein bisschen unangenehm. Er lobt stets seine Abwehr und das hervorragende Klima in der Mannschaft. „Dadurch wird es für mich natürlich leichter“, so der 33-Jährige.

Putera trifft auf ehemaligen Verein

Für den SC DHfK war die Verpflichtung des in Trnava geborenen Spielers nicht ohne Risiko. An seine Qualität haben die Verantwortlichen stets geglaubt, dass er sofort so einschlägt, durfte nicht vorausgesetzt werden. Hinzu kam: Mit Henrik Ruud Tovas musste ein Publikumsliebling seinen Platz zwischen den Pfosten räumen, der vor allem zum Saisonfinale mit starken Reflexen beeindruckte.

Putera hat in der vergangenen Woche noch einmal Kraft getankt. Für drei Tage besuchte er in Prag einen befreundeten Eishockeyspieler. Bei dessen Spielen schaltete er vom Handball einmal ab. Nun geht es zurück an eine seiner Wirkungsstätten. Von 2009 bis 2011 spielte Putera selbst bei den Ostwestfalen. Das alte Team hat aber inzwischen nahezu komplett sein Gesicht verändert. Am Sonnabend trifft er nur noch zwei ehemalige Kollegen wieder. „Der Tabellenstand vom TuS ist aber für mich die größte Überraschung der Liga“, so Putera.

Prokop kann in Bestbesetzung anreisen, alle Spieler sind fit. Philipp Weber findet nach seiner Verletzungspause immer mehr zu alter Form zurück. „Im Training ist er schon bei hundert Prozent. Ein Spieler muss sich aber im Gesamtpaket entwickeln, da sind für Philipp noch genug Felder vorhanden“, analysiert sein Coach.

Der russische Sommertransfer Sergey Zhedik findet in die Spur. „Er ist ein positiver Lichtblick in unserem breiten Kader“, so Prokop. Mit Individualtraining hat der SC DHfK den Nationalspieler ans Team herangeführt. Und auch Benjamin Meschke drängt in die Mannschaft.

Der Kreisspieler habe an seiner Fitness gearbeitet und die spielerischen Abläufe verinnerlicht.

Sollte der SC DHfK die nächsten beiden Spiele gewinnen, dann hätte der Aufsteiger bereits ein unerwartetes Punktekonto von 13:9 Zählern. Bis Weihnachten könnten in drei weiteren Spielen gegen direkte Konkurrenten schon entscheidende Weichen für den Klassenerhalt gestellt werden. Das würde die Kaderplanung für die kommende Saison erleichtern.

Traditionell werden in der EM-Pause im Januar die ersten Verträge für die neue Spielzeit geschlossen. Viele Profis unterschreiben aber nur, wenn sie wissen in welcher Liga ihre Mannschaft künftig spielt. Schon jetzt ist klar: Andreas Rojewski vom SC Magdeburg ist für die Leipziger kein Thema. Der Rückraumspieler erhält an der Elbe keinen neuen Kontrakt. Prokop kennt ihn zwar aus seiner eigenen Zeit bei der zweiten Mannschaft des SCM. „Ich setze auch künftig auf Christoph Steinert und Franz Semper“, sagte er. Gut möglich, dass Steinerts Einjahresvertrag bereits frühzeitig verlängert wird.

Von Matthias Roth

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