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SC DHfK vor "Muss-Spiel" gegen TuS Lübbecke - Krzikalla mit Problemen

Handball-Bundesliga SC DHfK vor "Muss-Spiel" gegen TuS Lübbecke - Krzikalla mit Problemen

Kiel war die Kür, jetzt folgt die umso schwerere Pflicht. Der SC DHfK Leipzig empfängt am Sonnabend TuS Nettelstedt-Lübbecke und benötigt dringend einen Sieg. Das nächste Heimspiel steht erst im März an, dann vielleicht mit einem neuen Spieler im Team.

Lucas Krzikalla ist beim SC DHfK auf Rechtsaußen nach dem Weggang von René Boese der Alleinunterhalter.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Einen Tag brauchte der SC DHfK Leipzig, dann war das Spiel gegen den THW Kiel verarbeitet. Christian Prokop schaute sich noch einmal alle Fernsehbeiträge an. „Das war kein gewöhnliches Spiel, das kann man nicht einfach so wegwischen“, so der Coach. Am Dienstag wirkte er schon wieder fokussiert auf das letzte Heimspiel für die nächsten knapp zwölf Wochen. Am Sonnabend ist der TuS Nettelstedt-Lübbecke zu Gast (Anwurf 19 Uhr).

Es ist eine dieser Vier-Punkte-Begegnungen gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Prokop nennt es ein "Muss-Spiel". Die Ostwestfalen haben zwar erst zwei Punkte auf dem Konto, der Kader weist aber auf großes Potential hin. Niclas Pieczkowski fährt mit der Deutschen Nationalmannschaft im Januar sogar zur Europameisterschaft nach Polen. Weitere international erfahrene Profis stehen im Team. Was den TuS aber unberechenbar macht, ist seine harte Spielweise. Im Hinspiel sahen bei Lübbecke gleich drei Spieler die rote Karte. Vom hitzigen Publikum flogen dazu noch Feuerzeuge aufs Parkett. Es reichte für Lübbecke immerhin zu einem Punkt beim 24:24.

Letztes Heimspiel bis zum März

Von diesen Emotionen wollen sich die Leipziger nicht anstecken lassen.  „Bei uns geht es laut aber fair zu", meinte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther, musste aber auch einen Vorfall beim Spiel gegen die HSG Wetzlar zugeben. Aus der Hand eines Zuschauers sei eine Klatschpappe geflogen und habe einen Offiziellen getroffen. Ein Einzelfall sei das gewesen und der Sünder habe sich danach auch entschuldigt. Der SC DHfK wurde dennoch mit einer Strafe von 500 Euro belegt, die der Fan reumütig aus seiner eigenen Tasche bezahlte.

Mit einem Sieg würde sich der Aufsteiger seiner selbstgesteckten 24-Punkte-Marke für den Klassenerhalt nähern. 17 Zähler hätte die Mannschaft dann schon auf dem Konto. Ein Polster, das sie beim Blick auf den Spielplan auch benötigt. Es folgen fünf Auswärtspartien in Folge, ausnahmslos bei Spitzenteams. Göppingen, Melsungen, Magdeburg, Kiel und Flensburg-Handewitt heißen die Gegner. Die Arena ist zu Weihnachten belegt und im Februar für die Leichtathletik geblockt. Deshalb mussten die Handballer kräftig das Heimrecht tauschen. Nach dem Spiel gegen Lübbecke folgen nur noch sechs Begegnungen auf dem eigenen Parkett, darunter gegen die Füchse Berlin und die Rhein-Neckar-Löwen. Prokop betont deshalb immer wieder, dass trotz der guten Ausgangslage noch gar nichts erreicht sei.  

Und dann droht noch eine Gefahr vom grünen Tisch. Sollte der HSV Hamburg tatsächlich die Insolvenz beantragen und die Saison nicht zu Ende spielen, wären zwei bereits verbuchte Punkte vom Sieg zum Saisonauftakt weg. Die Mannschaften im Tabellenkeller haben allesamt gegen den HSV nichts geholt. „Umso wichtiger ist ein Sieg am Sonnabend", so Günther. 3000 Karten sind für das Spiel gegen TuS schon verkauft. Kapitän Lukas Binder wünscht sie nach dem Erlebnis gegen den THW mit über 6300 Fans mindestens 5000 Besucher.

Neuzugang im Januar?

Gut möglich, dass die Grün-Weißen im Januar noch einmal den Kader verstärken.  Derzeit bereitet die Position auf Rechtsaußen die meisten Sorgen. Dort ist Lucas Krzikalla nach dem Weggang von René Boese der Alleinunterhalter. Ihn plagen aber Probleme an der Achillessehne, die an einem Knochenvorsprung reibt. Der 21-Jährige trainiert dosiert, macht nicht jede Einheit mit. Sein Trainer befürchtet bei einer Überanstrengung sogar eine chronische Blessur. In der Wettkampfpause im Januar soll das Problem behandelt werden, möglicherweise auch durch eine Operation.

Abgänge schließt Günther dagegen in der EM-Pause aus. Auch wenn der eine oder andere Verein nach den konstanten Leistungen ein Auge auf die Leipziger Spieler geworfen haben mag, darf niemand den SC DHfK verlassen. „Ich schließe aus, dass jemand geht. Dafür müsste ich meine Zustimmung geben", so Günther. Im Sommer könnte das allerdings anders aussehen. Einige Verträge laufen aus. Die Grün-Weißen arbeiten deshalb im Hintergrund an neuen Kontrakten.

Am 23. Dezember spielen die Leipziger noch in Göppingen und können auf der Rückfahrt direkt in den 37. Geburtstag ihres Trainers zu Heiligabend hinein feiern. Das Weihnachtsfest wird erneut kurz, am 27. Dezember geht es schon wieder nach Melsungen.

Die Eckdaten für den punktspielfreien Januar stehen auch schon fest. Testspiele sind gegen den HC Erlangen in Franken und den HSV Hamburg in Jena (31.1.) vereinbart. Dazwischen startet der SC DHfK beim Anhalt-Cup in Dessau (24.1.). Weitere Teilnehmer sind neben den Gastgebern: SC Magdeburg, Füchse Berlin, HSV Hamburg und GWD Minden. Leipzig ist Titelverteidiger.

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