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SCM-Coach Bennet Wiegert: „Unsere Zeit gegen Leipzig wird kommen“

LVZ-Interview SCM-Coach Bennet Wiegert: „Unsere Zeit gegen Leipzig wird kommen“

Dieses Derby elektrisiert die Fans: SC Magdeburg gegen SC DHfK Leipzig heißt es am Sonntag in der Elbestadt und rund 7000 Zuschauer werden den Ost-Klassiker miterleben. Die geschwächten Gastgeber wollen die Sachsen erstmals in der Bundesliga schlagen.

Stets engagiert an der Seitenlinie: SCM-Trainer Bennet Wiegert.
 

Quelle: imago/pmk

Leipzig.  SCM-Coach Bennet Wiegert (35) spricht im LVZ-Interview über Erwartungen, Siebenmeterschützen und die Gemütlichkeit im VIP-Raum.

Herr Wiegert, am Sonntag kommt der SC DHfK in die Getec-Arena. In der Bundesliga hat der SC Magdeburg in vier Partien noch nicht gegen die Leipziger gewonnen. Wie groß ist der Druck vor dem Spiel?

Der Druck ist auch nicht größer als vor jedem anderen Bundesligaspiel. Die Aufmerksamkeit wird sicher größer sein als sonst. Die Erwartungen sind in Magdeburg aber immer hoch.

Michael Damgaard hat schon angekündigt, endlich gegen Leipzig siegen zu wollen. Besonders motivieren müssen Sie Ihre Jungs sicher nicht.

Etwas Besonderes zur Motivation habe ich mir in der Tat nicht ausgedacht, das ist nicht nötig. Es ist ein Bundesligaspiel, wo meine Mannschaft zwei Punkte holen will und das möchte ich auch. Mehr interpretiere ich in die Partie auch nicht hinein. Ich bin da entspannt und gelassen. Ob das bei meinen Spielern oder dem einen oder anderen Fan auch so ist, das kann ich nicht beurteilen. Die Begegnung wird immer zu einem speziellen Derby hochgebauscht, sicher auch weil wir noch nicht doppelt punkten konnten. Ich bin mir sicher, dass unsere Zeit gegen Leipzig kommen wird, vielleicht schon am Sonntag.

Für ihre Mannschaft läuft es gerade rund. Nach drei Siegen in Folge ist sie wieder an den Rhein-Neckar-Löwen und den Füchsen Berlin dran. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonauftakt?

Zufriedenheit ist immer ein Leistungshemmer, davon bin ich kein Freund. Den großen Bockmist haben wir in dieser Saison noch nicht gemacht. Wir könnten aber schon vier Punkte mehr auf dem Konto haben. Die Auswärtsauftritte in Hannover und Kiel waren 40 bis 50 Minuten sehr, sehr gut. Am Ende bringen wir uns dort um den Lohn unserer Arbeit. Die schlechteste Saisonleistung haben wir im Heimspiel gegen die Füchse Berlin abgegeben. Da haben wir wirklich verdient verloren. Das war besonders ärgerlich, weil wir zu Hause eigentlich bestmöglich auftreten wollen.

Fordert von seinen Männern stets Höchstleistungen: Trainer Bennet Wiegert. Dahinter feuert SCM-Sportchef Steffen Stiebler die Mannschaft an.

In dieser Spielzeit gab es schon einige Überraschungen in der Liga, wird es die spannendste Saison seit vielen Jahren?

Ich hoffe das und wünsche es mir. Ich bin der Meinung, das würde unsere Sportart voranbringen. Umso attraktiver und besser die Liga ist, umso mehr Leute können wir dafür begeistern.

Welche Rolle trauen Sie Ihrer Mannschaft zu, ist sie in dieser Saison reif für die Champions-League-Plätze?

Da muss ich einfach die Kirche im Dorf lassen. Ich glaube das nicht, weil es einfach Mannschaften gibt, die in der Breite des Kaders und mit ihrem finanziellen Hintergrund besser aufgestellt sind als wir. Trotzdem wehre ich mich nicht gegen dieses Thema und habe es auch nie von mir weggeschoben. Wenn wir die Qualifikation am Ende schaffen, nehme ich sie natürlich gern an. Es tut uns aber gut, die Ruhe zu bewahren.

Ist die Königsklasse mit Blick auf die engen Spieltermine überhaupt noch erstrebenswert? Die Rhein-Neckar-Löwen müssen am 11. November in Leipzig und keine 24 Stunden nach dem Abpfiff am nächsten Tag schon wieder in Barcelona antreten. Der Verschleiß ist doch enorm.

Das will ich nicht kommentieren, weil ich das nicht beeinflussen kann. Wir sind davon noch so weit weg, dass ich dazu nichts sagen muss.

Der SC Magdeburg hat sich auf mehreren Positionen verändert. Verdiente Spieler wie Fabian van Olphen oder Finn Lemke haben den Verein verlassen. Haben Sie die Neuzugänge im Team bisher überzeugt?

Die Neuen brauchen noch Zeit. Wir haben nicht den Stand, den wir letzte Saison hatten. Das ist uns allen auch bewusst. Ich kann jetzt keine Wunderdinge erwarten und will den neuen Spielern die Rucksäcke abnehmen. Wir werden die Jungs behutsam aufbauen und geben ihnen die Zeit dafür.

Ihr Abwehrchef Zeljko Musa hat sich gegen Wetzlar verletzt. Auch sein Vertreter Gleb Kalarasch ist angeschlagen. Wie geht es beiden und wer wird am Sonntag die SCM-Deckung organisieren?

Bei beiden sieht es nicht optimal aus. Das sind kleinere Sorgen, die ich im Moment habe, zumal sie auf derselben Position spielen. Wir werden das kompensieren und etwas aufbieten, was Leipzig gerecht wird. Für mich sind jetzt die Spieler wichtig, die gesund sind.

Zuletzt wurden die Siebenmeter des SCM thematisiert. Der sonst so sichere Robert Weber trifft nicht wie gewohnt, insgesamt liegt die Erfolgsquote der Mannschaft vom Punkt bei knapp 59 Prozent. Nervt Sie die Diskussion darüber?

Nein, das nervt mich nicht. Ich beschäftige mich damit einfach nicht. Wenn die Siebenmeterschützen unser größtes Problem wären, dann hätten wir in Wahrheit gar keine Probleme. Klar ist: Statistik und Zahlen lügen nicht. Die Quote passt in dieser Saison noch nicht. Ich weiß trotzdem, dass wir die Qualität in der Mannschaft haben, um uns da zu verbessern.

In der Vorbereitung haben Sie sich nach einer knappen Niederlage gegen den SC DHfK in Naumburg mächtig geärgert. Wie wollen Sie die Leipziger dieses Mal knacken?

Ich glaube nicht, dass ich das in der Presse erwähnen werde. Da lasse ich mir nicht in die Karten gucken.

Wollen in Magdeburg wieder feiern: Die Fans des SC DHfK Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Der SC DHfK hat zuletzt unglücklich gegen die Füchse verloren und gegen TuS Lübbecke-Nettelstedt überraschend einen Punkt abgegeben. Wie schätzen Sie Ihren nächsten Gegner ein?

Leipzig hat sich in dieser Saison weiter stabilisiert. Philipp Weber bringt dem SC DHfK noch einmal eine ganz andere Qualität. Es ist schon interessant, den Weg von Leipzig zu beobachten. Dort wird gut gearbeitet, ich habe Respekt davor. Ich kann mir aber nicht anmaßen ins Detail zu gehen, weil ich nicht jeden Tag dabei bin.

Wie ungemütlich wird es nach dem Spiel im VIP-Raum für Sie, wenn der SC DHfK wieder etwas Zählbares mit nach Hause nimmt?

Keine Ahnung, ich bin nicht im VIP-Raum. Da mache ich mir auch keine Gedanken darüber, weil ich ein positiv denkender Mensch bin. Ich gehe eher davon aus, dass es für die Leute dort am Sonntag sehr gemütlich wird.

Interview: Matthias Roth

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