Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
„Spaß am Handball verloren“: René Boese verlässt den SC DHfK Leipzig

„Spaß am Handball verloren“: René Boese verlässt den SC DHfK Leipzig

Der SC DHfK Leipzig verliert zum Saisonende seine erfahrene Flügelzange. Während Uli Streitenberger, der Ostermontag 33 Jahre alt wird, seine Laufbahn beendet, sucht René Boese noch einmal eine neue Herausforderung.

Voriger Artikel
Gegner gratulieren dem SC DHfK Leipzig zum Aufstieg – Trainer Prokop: „Mich nervt das“
Nächster Artikel
"Der SC DHfK ist durch" - ThSV-Geschäftsführer Wöhler im Interview vor dem Spitzenspiel

Wechselt zum HC Elbflorenz: René Boese.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Der 31-Jährige spielt künftig für den HC Elbflorenz aus Dresden. Beide Außenspieler waren 2010 von Concordia Delitzsch in die Messestadt gewechselt, der eine für die linke, der andere für die rechte Seite.

"Mir ist in Leipzig der Spaß am Handball verloren gegangen", gibt Boese freimütig zu. In dieser Saison sah er sich die Spiele seiner Mannschaft meist aus der zweiten Reihe an. Trainer Christian Prokop beorderte den gebürtigen Cottbusser zumeist auf die Zuschauerplätze hinter der Bank des Teams.

Der Coach ließ sich damit eine taktische Option offen. Auf dem Spielprotokoll blieb stets ein Platz frei, Prokop konnte je nach Bedarf noch während der Partie einen Mann nachnominieren. Meist mussten die beiden Team-Oldies Streitenberger und Boese diese Rolle neben den Youngstern Sebastian Naumann und Sebastian Greß einnehmen. Rechtsaußen Boese kam so gerade auf zehn Tore in 15 Spielen. In anderen Spielzeiten führte er die teaminterne Torschützliste nicht zuletzt wegen seiner Treffsicherheit vom Siebenmeterpunkt an. Zu den Strafwürfen stehen jetzt andere Kollegen am Punkt. Philipp Pöter und Philipp Weber dürfen sich dem Duell Mann gegen Mann stellen.

Krzikalla verdrängt seinen erfahrenen Vordermann

Und auch einen anderen Zweikampf hat Boese verloren: Auf seiner Position hat der zehn Jahre jüngeren Lucas Krzikalla die Nase vorn. "Er ist meine Nummer eins", bekannte Prokop in der vergangenen Woche. Boese hat die Wachablösung akzeptiert. Es gibt kein verbales Nachtreten, im Training erledigt der gebürtige Cottbusser seine Arbeit. Den Gegner zu simulieren, ist eine seiner Aufgaben. Boese muss dann mit seinen Kollegen die Abwehr des nächsten Spielpartners nachstellen.      

Dabei hatte er einen ganz anderen Traum: noch einmal 1. Bundesliga zu spielen. Wo die meisten seiner Mannschaftskameraden ersten hinwollen, war Boese bereits. Zwischen 2006 und 2009 spielte er mit Eintracht Hildesheim und den Füchsen Berlin in der Beletage des deutschen Handballs. "Dieses Ziel gebe ich jetzt auf", so Boese. Der SC DHfK bot ihm einen neuen Einjahresvertrag an. Nicht nur die Laufzeit war ihm zu kurz, vor allem sah er keine Perspektive mehr für sich.

In Dresden "ein gefragter Mann"

phpn0lykB20150331095630.jpg

René Boese gibt sein Ziel 1. Bundesliga auf.

Quelle: Christian Modla

Nun also Dresden. Der HC Elbflorenz steht in der 3. Liag auf dem zweiten Platz. Weil die zweite Mannschaft von Spitzenreiter SC Magdeburg nicht aufsteigen darf, werden die Elbestädter aller Voraussicht nach in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielen. Gesponsert wird das Team von einem umtriebigen Medizintechnik-Unternehmer aus Heidenau. "Das ist ein Projekt, da will ich mich einbringen", so Boese. Dresden hat ihm einen Vertrag über zwei Jahre vorgelegt, mit der Option, noch einmal um ein Jahr zu verlängern. "Dort bin ich ein gefragter Mann", meint der Rechtsaußen.

Auf Boeses Lebensplanung passt der Kontrakt genau. "Ich bin fit, will noch drei Jahre spielen", so der Brandenburger. Nebenbei basteltet der Vater von zwei Kindern an seiner beruflichen Zukunft. Sein Sportmanagement-Studium liegt in den letzten Zügen. Neben seiner ausklingenden Karriere will er sich nach einer Stelle umschauen, am liebsten in Leipzig, wo er seit sechs Jahren lebt.

„Wir wünschen René alles erdenklich Gute und sind uns sicher, dass er gemeinsam mit seinen Teamkollegen alles dafür geben wird, seine DHfK-Zeit mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga zu krönen.“ so DHfK-Handball-Geschäftsführer Karsten Günther.

Matthias Roth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News