Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
ThSV Eisenach streitet noch immer um Aivis Jurdzs

Spiel gegen SC DHfK Leipzig ThSV Eisenach streitet noch immer um Aivis Jurdzs

Wenn am Sonnabend der SC DHfK Leipzig beim ThSV Eisenach spielt, richten sich die Blicke auch wieder auf Aivis Jurdzs. Die Thüringer streiten noch immer um den Spieler, inzwischen vor dem Landesarbeitsgericht.

Aivis Jurdzs

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Bei den Fans ist es eine Partie voller Emotionen, die Verantwortlichen geben sich betont gelassen. Am Sonnabend empfängt der ThSV Eisenach den SC DHfK Leipzig in der Handball-Bundesliga. Im Hintergrund schwingt noch immer der Rechtsstreit um Rückraumspieler Aivis Jurdzs mit. Der Lette war im vergangenen Sommer von den Thüringern nach Sachsen gewechselt. Seit diesem Zeitpunkt geht es um die Frage: Bei welchem Verein besitzt Jurdzs einen gültigen Vertrag?

„Wir streiten nicht im Zorn vor Gericht, brauchen aber Klarheit für künftige Vertragsgestaltungen“, sagte Eisenachs Manager, Karsten Wöhler. Und auch sein Leipziger Kollege Karsten Günther will vor dem Ostderby kein Öl ins Feuer gießen. „Für uns geht es am Sonnabend ausschließlich um den sportlichen Vergleich“, sagte der DHfK-Geschäftsführer.

Die Juristen von Jurdzs und dem ThSV sind trotzdem schon seit fast einem Jahr mit dem Fall befasst. Der 32-Jährige unterschrieb im vergangenen April einen Vertrag beim SC DHfK. Die Leipziger erhielten anschließend von der Handball Bundesliga für ihn auch eine gültige Spielgenehmigung. Als die Thüringer davon erfuhren, kühlte das Verhältnis zwischen beiden Vereinen ab. Der ThSV ist nämlich der Ansicht, dass Jurdzs bis heute einen gültigen Kontrakt bei ihnen besitzt.

Gestritten wird um eine Klausel. Demnach sollte sich die Zusammenarbeit zwischen dem Spieler und den Eisenachern im Juni 2015 um ein Jahr verlängern, wenn sich auch ein bestimmter Sponsor weiter engagiert. Als der Geldgeber zusagte, sollte auch Jurdsz bleiben. Der 32-Jährige war zu diesem Zeitpunkt schon längst nach Leipzig umgezogen und trainierte bereits mit seinen neuen Kollegen.  

Der ThSV erwirkte in einem Eilverfahren vor Gericht sogar ein Trainings- und Spielverbot für Jurdzs. Nach zähen Verhandlungen überwies der SC DHfK schließlich eine fünfstellige Ausgleichszahlung, um seinen Neuzugang wieder einsetzen zu können. "Aivis hat unsere volle Unterstützung", sagte Günther.

Der Streit war damit nicht beendet, jetzt ging es noch um die Gültigkeit des Arbeitsvertrages beim ThSV. Und auch hier waren die Eisenacher zunächst erfolgreich und gewannen per einstweiligem Rechtsschutz.

Jurdzs einseitig benachteiligt

Anfang dieses Jahres entschied nun das Arbeitsgericht Suhl im Hauptverfahren: Die Klausel im Eisenacher Vertrag ist ungültig, sie benachteilige den Arbeitsnehmer einseitig. Aufatmen in Leipzig, Stirnrunzeln in Thüringen. Der ThSV will das Urteil nicht hinnehmen und zog mit einer Berufung inzwischen vor das Landesarbeitsgericht. „Wir rechnen nicht vor Mai mit einer Entscheidung“, sagte eine Gerichtssprecherin gegenüber LVZ.de. "Dass nach dem Urteil noch immer keine Ruhe ist, ist schade. Doch davon lassen weder wir, noch Aivis uns ablenken", so der DHfK-Geschäftsführer Günther.

Markige Worte sind trotz allem nicht mehr zu hören. Nach dem Hinspiel in Leipzig hatte der am Montag entlassene ThSV-Trainer Velimir Petkovic noch gegrantelt: „Leipzig hat uns einen Spieler geklaut.“

Wöhler lobt jetzt sogar den nächsten Gegner. „Wir haben Respekt vor der hervorragenden Arbeit von Trainer Christian Prokop.“

Eisenach selbst hofft auf den Neuen-Trainer-Effekt. Der gerade verpflichtete Gennadij Chalepo soll noch den Klassenerhalt schaffen. Wöhlers Eindruck nach dem ersten Training unter dem neuen Coach: „Die Mannschaft ist wieder aufgestanden.“

Der SC DHfK fährt nach Eisenach um erneut zu punkten. "Es ist eines der härtesten Saisonspiele und wir werden sicher nicht freundlich empfangen", glaubt Günther. Unterstützung bekommen die Grün-Weißen von rund 200 Leipziger Fans.

Gute Nachricht am Dienstagnachmittag für den SC DHfK: Lucas Krzikalla ist erfolgreich an der Achillessehne operiert worden. Gemeinsam mit Teamarzt Pierre Hepp führte Jörg Hammer von der Thonbergklinik den Eingriff durch.

"Jetzt heißt es Geduld haben, dafür bekommt Lucas unsere volle Unterstützung und alle Zeit, die er braucht", so Günther.

Matthias Roth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News