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Thomas Oehlrich gibt beim SC DHfK sein Comeback – alte Rechnungen mit Tusem Essen

Thomas Oehlrich gibt beim SC DHfK sein Comeback – alte Rechnungen mit Tusem Essen

Europapokalsieger, Deutscher Meister, große Bundesligaduelle: Die Historie von Tusem Essen ist imposant, aber Schnee von gestern. Heute spielt der Verein wie der SC DHfK in der 2. Handball-Bundesliga und ist am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Leipziger Arena zu Gast.

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DHfK-Trainer Christian Prokop.

Quelle: Rainer Justen

Leipzig. Auch wenn die Mannschaft mit den Stars von einst wie Dimitri Torgowanow, Alexander Tutschkin oder Jochen Fraatz nichts mehr zu tun hat, der Name zieht noch immer und kurbelte den Vorverkauf an, bestätigte der Geschäftsführer der DHfK Handball GmbH, Karsten Günther. Mit einer Zuschauerprognose hält er sich zurück, die Grün-Weißen begrüßten gegen Erlangen zuletzt knapp 1700 Fans und möchten diese Marke nun überbieten.

Gründe für einen Besuch gibt es ausreichend. Nach monatelanger Verletzung gibt Kapitän Thomas Oehlrich sein Comeback. Der 29-Jährige soll nicht nur auf der Kreismitte für Entlastung sorgen, sondern mit seiner Persönlichkeit die Mannschaft mitreißen. Dafür muss Trainer Christian Prokop zwei Ausfälle hinnehmen. Alexander Feld muss nach einem Muskelfaserriss in der Leistengegend rund sechs Wochen aussetzen. Auch Philipp Weber, zuletzt die Torgarantie im linken Rückraum, spielt nicht. Er hat in Leutershausen einen Schlag auf die Schulter erhalten und leidet nun an einer schmerzhaften Prellung.

Gerlich und Seitle sollen es richten

Damit rücken zwei DHfK-Profis in den Blickpunkt, die zuletzt viel Zeit auf der Bank verbrachten oder gar nicht erst im Kader standen: Matthias Gerlich und Philipp Seitle. „Von Gerlich wird viel abhängen, er muss auch nach einem Fehlwurf den Kopf oben behalten“, so Günther. Seitle hatte nach einer Achillessehnen-Verletzung noch Trainingsrückstand, ist jetzt aber fit für Essen. „Philipp hat einen guten Eindruck hinterlassen“, bestätigt Prokop.

Für den Leipziger Trainer wird es ein besonderes Spiel. In der vergangenen Saison betreute er die Essener noch in der ersten Bundesliga, nahm nach dem Abstieg aber das Angebot aus Leipzig an. Die Tusem-Verantwortlichen reagierten damals auf den Abgang etwas verschnupft. „Der Wunsch, Essen verlassen zu wollen kam sehr überraschend und war für die Verantwortlichen zugleich eine Enttäuschung“, vermeldete der Absteiger die Personalie im vergangenen Sommer. Für Prokop ist das abgehakt. „Ich freue mich aufs Wiedersehen, hatte in Essen eine schöne Zeit mit einer symphatischen Mannschaft“, sagt der Übungsleiter.

Abgänge bei Essen

Prokops Nachfolger heißt Mark Dragunski, ist 2,14 Meter groß und verbreitete einst als Kreisspieler beim Gegner Respekt. Die Spezialität des heute 42-Jährigen: Bälle in 2,50 Meter Höhe fangen und danach direkt ins Tor befördern. Dragunski hat aus dem Absteiger eine schlagkräftige Zweitligatruppe geformt. Im Sommer verließen Leistungsträger wie Ole Rahmel oder Hannes Lindt die Mannschaft. Besonders der Abgang von Tormaschine Rahmel schmerzt das Team aus dem Ruhrgebiet. Der Rechtsaußen warf in der vergangenen Woche 13 Tore für seinen neuen Club aus Erlangen gegen den SC DHfK.

Dragunski erwatet ein Duell mit offenem Visier. „Leipzig hat an der Breite des Kaders gemessen eine der stärksten Mannschaften der Liga“, so der Essener. Chancen rechnet er sich trotzdem aus. „Die Liga ist so verrückt, da kann man an einem gebrauchten Tag gegen jede Mannschaft verlieren“, glaubt der Trainerhüne.

Eine Rechnung offen mit Essen hat auch noch DHfK-Aufsichtsratsmitglied Stefan Kretzschmar. Den sicher geglaubten EHF-Pokal verlor der ehemalige Nationalspieler 2005 im rein deutschen Finale in letzter Sekunde. Mit dem SC Magdeburg gewann Kretzschmar das Hinspiel klar mit 30:22. Das Rückspiel in der Woche danach wurde zur Zitterpartie. 12 Sekunden vor Schluss waren die Magdeburger beim 30:22 für Essen noch im Angriff, Kretzschmar schloss zu früh ab und setzte den Ball über das Tor. Im Gegenzug machte Torgowanow das Wunder von Essen perfekt. Offiziell ist für Kretzschmar die Geschichte abgehakt: „Habe ich gar nicht mehr auf dem Zettel“, versichert er. Ein Sieg des SC DHfK am Sonnabend wäre dennoch Balsam auf die geschundene Europapokal-Seele des 40-Jährigen, der wegen einer Auslandsreise selbst nicht in der Halle sein kann.

Matthias Roth

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