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„Wir sind der HSV und müssen das Spiel gewinnen“ – Alex Feld im Interview

SC DHfK Leipzig empfängt Hamburg „Wir sind der HSV und müssen das Spiel gewinnen“ – Alex Feld im Interview

Zwei Jahre lang spielte Alexander Feld beim SC DHfK Leipzig in der 2. Bundesliga. Im Interview spricht er über seinen Abschied vom SC DHfK, die höheren Anforderungen in der Beletage des deutschen Handballs und das Wiedersehen am Sonntag in der Arena (Anpfiff um 17.15 Uhr).

Alexander Feld

Quelle: Christian Modla

Frage:  Alexander Feld, zum Bundesligaauftakt müssen Sie ausgerechnet gegen Ihren alten Verein aus Leipzig antreten, ein besonderes Spiel für Sie?

Feld: Natürlich, meine Zeit  in Leipzig waren zwei ganz besondere Jahre für mich. Es war meine erste wirkliche Bundesligastation im Männerbereich. Am Sonntag spiele ich auch gegen meine besten Freunde: Lukas Binder und Felix Storbeck. Es ist etwas Besonderes, gegen den alten Verein anzutreten. Wenn das nicht so sein würde, wäre auch Einiges falsch gelaufen.

Der SC DHfK hat vor einem Jahr Ihren Vertrag nicht verlängert, wie groß war damals die Enttäuschung?

Sehr groß. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich gern in Leipzig geblieben wäre. Dort habe ich mich sehr, sehr wohl gefühlt. Die Entscheidung musste ich akzeptieren, etwas anderes blieb mir auch gar nicht übrig. Aber das ist Vergangenheit, da ist jetzt Harz darüber gewachsen.

Für Sie gab es danach einen unerwarteten Karriereschub, der HSV Hamburg hat Sie für die erste Bundesliga unter Vertrag genommen. Wie war Ihr Start?

In den ersten beiden Monaten musste ich vor allem im athletischen Bereich zulegen. Das ist mir unter meinem damaligen Trainer Christian Gaudin gut gelungen, er hat mir von Anfang an geholfen. Der Unterschied von der zweiten zur ersten Liga ist riesig, das habe ich mir damals nicht so groß vorgestellt. Bei der Erfahrung konnte ich besonders von Pommes (Pascal Hens, Anm. d. Red.), Jogi (Johannes Bitter, Anm. d. Red.) und Hans Lindberg mit ihrem internationalem Wissen profitieren. Ein Beispiel: Mit Jogi hatte ich oft Extra-Trainingseinheiten. Mit meinem einfachen Denken aus der zweiten Liga und einem geraden Wurf aus dem Rückraum konnte ich Torhüter wie ihn nicht überraschen. Das habe ich gemerkt und mich dann gesteigert.

Körperlich haben Sie ordentlich zugelegt, wie viel Muskelmasse haben Sie sich für den HSV antrainiert?

Ich habe mal gelesen, dass ich zehn Kilo bei den Muskeln zugelegt haben soll. Das ist natürlich Quatsch und nicht machbar. Ich bin jetzt bei 96 Kilo, wenn sich sagen würde, dass das alles Muskeln wären, wäre es gelogen. Klar ist aber, ich musste einige Gewichte drauflegen, um dann später auch im Zweikampf zu bestehen.

Der SC DHfK hat in der Vorbereitung einige Achtungserfolge abgeliefert, wie schätzen Sie die Mannschaft ein?

Ich habe die Jungs beim Heide-Cup in Schneverdingen gesehen. Mir hat das sehr imponiert, was sie dort gezeigt haben. Ich wusste wer dort kommt und war überrascht, dass Leute wie Aivis Jurdsz, Benjamin Meschke oder Christoph Steinert nach Leipzig gegangen sind. Mit ihnen hat sich der SC DHfK genau auf den richtigen Positionen verstärkt. In der ersten Liga können sie sich nicht nur auf Philipp Weber verlassen. Wenn man Leipzig machen lässt, wird es jetzt für jeden Gegner schwer, das hat später auch Kiel gemerkt.

Schafft der SC DHfK den Klassenerhalt?

Das ist schwer zu sagen, da spielen wirklich viele Faktoren eine Rolle. In erster Linie müssen alle Spieler gesund bleiben. Gerade am Anfang ist die Mannschaft geschwächt, weil Weber und auch Sergey Zhedik fehlen. Ich wünsche es den Jungs aber von ganzem Herzen. Es wird aber für jeden Aufsteiger schwer, das haben wir vergangene Saison bei Erlangen gesehen, die auch eine starke Mannschaft hatten.

Am Sonntag treffen auch zwei Verlierer der ersten Runde im DHB-Pokal aufeinander. Was war der Grund für die Hamburger Pleite in Nordhorn?

Wir haben es geschafft, uns selbst rauszuwerfen. Eigentlich hatten wir das Spiel im Griff. Nordhorn haben wir durch eigene dumme Fehler zurück ins Spiel gebracht. Das darf nicht passieren, schließlich sind wir der Erstligist. Wir wollten beim Final Four zu Hause in unserem Wohnzimmer spielen, jetzt sind wir schon raus. Das ist eine riesige Enttäuschung.

Die Leipziger haben dagegen trotz der knappen Niederlage gegen die Füchse Berlin ordentlich Selbstvertrauen getankt. Auf was für ein Spiel stellt sich der HSV ein?

Der SC DHfK kommt mit mächtig viel Rückenwind, spielt zu Hause und die Arena wird bestimmt ausverkauft sein. Die Vorbereitung hat sie noch einmal stark gemacht, sie müssen sich vor keinem Gegner verstecken. Leicht wird es nicht, soviel ist klar. Aber wir sind der HSV, wir müssen das Spiel gewinnen.

Interview: Matthias Roth

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