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Zufrieden, aber noch nicht satt – DHfK-Spieler Meschke im Interview

Handball in Leipzig Zufrieden, aber noch nicht satt – DHfK-Spieler Meschke im Interview

Der SC DHfK Leipzig will sich in seiner zweiten Bundesliga-Saison weiter etablieren. Vor dem schweren Match gegen die MT Melsungen am Samstag sprach LVZ.de mit Kreisläufer Benjamin Meschke.

Benjamin Meschke und Bastian Roscheck nehmen Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen) in die Mangel.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Seit Sommer 2015 geht Benjamin Meschke (25) für den SC DHfK Leipzig auf Torejagd und stärkt mit seiner körperlichen Robustheit den Abwehrverband. Der Rechtshänder, vorher beim Bergischen HC aktiv, fühlt sich sehr wohl bei den Messestädtern. Im Interview mit LVZ.de bewertet er die bisherige Saison, verrät seine persönlichen Ziele und enthüllt seinen großen Wohlfühlfaktor.

Herr Meschke, nach den ersten fünf Liga-Spielen hat der SC DHfK ein ausgeglichenes Punktekonto (5:5). In der vergangenen Saison stand zum gleichen Zeitpunkt ein deutliches Minus zu Buche (2:8). Welches Fazit würden Sie vor diesem Hintergrund zur bisherigen Saison ziehen?

„5:5 Punkte halte ich für einen sehr guten Start, auch wenn ihn uns der eine oder andere Zähler mehr noch versüßt hätte. Die ersten Spiele, vor allem das Highlight gegen die Rhein-Neckar Löwen, zeigen eine klar ansteigende Formkurve. Außerdem werden die Neuzugänge immer besser integriert. Viele Partien standen allerdings Spitz auf Knopf, etwa die in Magdeburg und Coburg. Es hätten deshalb auch nur zwei Punkte sein können. Mein Fazit: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit dem Start, aber lange noch nicht satt.“

Wie beurteilen Sie ihre Rolle im Team und wie schätzen Sie den Konkurrenzkampf unter den vier Kreisläufern ein?

„Die Rollen sind ja relativ klar verteilt: Bastian Roscheck ist unserer Abwehrchef. Milo (Alen Milošević, Anm. d. Red.) und ich sind die Angriffskreisläufer. Thomas Oehlrich springt immer in die Bresche, wenn einer verletzt ist oder nicht kann. Es herrscht sicherlich Konkurrenzkampf. Letztlich müssen wir die Punkte aber gemeinsam holen. Und wenn Milo ein Tor macht, freue ich mich genauso, wie wenn Basti eine gute Abwehraktion hat. Abgesehen davon bin sehr dankbar, in solch einer Mannschaft spielen zu dürfen. Einer Mannschaft, in der wir auch privat sehr viel zusammen unternehmen. Zum Beispiel abends ein Spiel der Fußball-Champions-League anschauen. Das ist keine Seltenheit bei uns.“

Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie in der aktuellen Saison?

„Christian (Christian Prokop, Trainer, Anm. d. Red.) sagte auf der Pressekonferenz, dass er mich im Angriff als Waffe sieht. Das ist ein großes Kompliment für mich gewesen. Neben mehr Spielzeit würde ich mir wünschen, dass ich in der Abwehr noch einen Schritt nach vorne mache, um dort eine feste Größe zu werden. Das Stichwort lautet Kontinuität. Ich will dem Trainer immer zeigen, dass, egal wann er mich aufstellt, ich immer meine Leistung abrufen kann – selbst wenn es nachts um fünf ist.“ Lacht.

Sie stammen gebürtig aus Plauen. Das liegt nicht so weit von Leipzig entfernt. Sind Sie oft in ihrer Heimatstadt?

„Das ist ein riesengroßer Wohlfühlfaktor für mich. An einem freien Wochenende bin ich innerhalb einer Stunde zu Hause. Kann meine Eltern und Großeltern besuchen. Mal abschalten. Alte Schulfreunde besuchen. Das war beim Bergischen HC natürlich nicht möglich. Eine Strecke betrug damals 600 Kilometer. Jetzt habe ich dieses Wohlfühlpaket: einen Studienplatz in einer tollen Stadt, eine Mannschaft, die überragend harmoniert, einen tollen Trainer. Und gutes Essen bei Mama als gewisses i-Tüpfelchen.“ Lacht.

Zuletzt noch zu ihrem Tattoo auf dem rechten Oberarm. Es hat einen persönlichen Hintergrund. Können Sie diesen bitte erläutern?

„Es gibt ja immer diese Leute, die einen in die richtige Richtung schubsen. Gerade wenn man ein junger Mensch ist. Für mich war das mein Opa. Er hat in der DDR-Liga gespielt. Großfeld-Handball. Auch bei uns im Dorf (Oberlosa, Stadtteil im Süden von Plauen, Anm. d. Red.). Dank ihm bin ich mit Handball groß geworden. Als ich durch eine Sichtung in Magdeburg die Leistungssportschiene einschlagen konnte, hat mein Opa das Internat bezahlt. Für seine Unterstützung bin ich sehr dankbar. Als er 2011 verstarb, habe ich mir das Tattoo stechen lassen. Es ist so etwas wie mein mentaler Anker.“


Zur Person:
Benjamin Meschke steht seit Sommer 2015 beim SC DHfK Leipzig unter Vertrag. In der vergangenen Saison hat er in 31 Liga-Spielen mitgewirkt und erzielte dabei 34 Tore. In der aktuellen Spielzeit sind es bislang fünf Partien und sechs Tore. Sein Vertrag läuft noch bis 2017.

Von Matthias Klöppel

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