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32:32 - SC DHfK Leipzig holt gegen Hamm in der Schlusssekunde einen Punkt

32:32 - SC DHfK Leipzig holt gegen Hamm in der Schlusssekunde einen Punkt

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben dank eines furiosen Schlusspurts gegen den ASV Hamm-Westfalen einen Punkt gesichert.

Die Grün-Weißen erkämpften sich am Freitagabend ein 32:32 (15:15). Vor 1735 Zuschauern taten sich die Gastgeber lange Zeit schwer und leisteten sich viele Fehler, bewiesen aber einen unbändigen Willen.

"Am Ende ist es sicher ein Punktgewinn", kommentierte DHfK-Coach Christian Prokop das Ergebnis. "Aber wenn ich das ganze Spiel betrachte, ist es ein Punktverlust." Sein Gegenüber Kay Rothenpieler zeigte sich zufriedener. "Es war klar, dass es ein Spiel auf Augenhöhe werden würde. Wir haben alles getan, vor allem auch in der zweiten Hälfte", so der Coach der Gäste. "Am Ende geht das so in Ordnung."

Die Anhänger der Hausherren hatten sich über eine mehr als ordentliche Anfangsphase freuen dürfen. Die Grün-Weißen standen defenisv stabil und zeigten sich offensiv treffsicher. Nach acht Minuten leuchtete ein 6:2 auf der Anzeigetafel. Doch der geruhsame Abend endete prompt. Plötzlich war es dahin, das flüssige Leipziger Spiel und vor allem in der zunächst gut gestaffelten Defensive taten sich nun Lücken auf. Garniert mit einigen unnötigen technischen Fehlern im Angriff war sie angerichtet, die Aufholjagd der Gäste. In der 17. Minute konnte Andreas Simon erstmals ausgleichen. "Wir haben uns durch die Umstellung in der Abwehr der Gäste verunsichern lassen", so Prokop.

Es entwickelte sich ein zähes Ringen mit unnötigen Lässigkeiten auf beiden Seiten, die dem jeweiligen Gegner regelmäßig leichte Ballgewinne ermöglichten. Garant für eine gewisse Stabilität auf Leipziger Seite waren allerdings die Torhüter. Gabor Pulay und Henrik Ruud Tovas zeigten in der ersten Hälfte zusammengenommen zehn Paraden und trugen so maßgeblich dazu bei, dass die defensiv verunsicherten Hausherren nur mit einem 15:15 in die Kabine gehen konnten.

Auch nach Wiederbeginn taten sich die Leipziger zunächst schwer. Erst allmählich gelang es der Heim-Sieben, sich abzusetzen. Maßgeblich dazu bei trug die zwischenzeitlich sichtlich verbesserte Defensivleistung bei. Um die Abwehr zu stärken hatte Trainer Christian Prokop Matthias Gerlich an den Kreis beordert, um gemeinsam mit Alen Milosevic die Lücken in der Mitte zu schließen. Der 25-Jährige, eigentlich bekannt und geliebt für seine gewaltigen Würfe aus dem Rückraum, entpuppte sich als eine Art "Entdeckung des Abends". Denn tatsächlich brachte Gerlich nach einigen Minuten Eingewöhnungszeit so etwas wie Stabilität in die DHfK-Defensive. "Rollen ändern sich. Zu einem kompletten Handballspieler gehört Angriffs- und Abwehrarbeit", meinte die Nummer 15 später mit einem Lächeln. "Ich versuche, das so gut zu machen wie ich kann. Manchmal klappt es, manchmal weniger." Am Freitag klappte es. Die positive Folge: In der 47. Minute stand ein 25:21 zu Buche.

Lange freuen konnten sich die Heimfans allerdings nicht. Denn Hamm nutzte die Inkonsequenzen im Angriff und auch hinten waren die alten Probleme wieder da. In der 53. Minute war der Vorsprung dahin. Man lag 26:27 hinten. Angesichts dessen setzte Prokop in der Schlussphase auf Erfahrung. Der Coach brachte Uli Streitenberger auf rechts, René Boese wechselte auf seine Stammposition nach links. Dennoch: Vier Minuten vor Ultimo stand ein 27:30 zu Buche. "Wir hatten Leipzig am Boden", konstatierte Kay Rothenpieler später. Doch die Hausherren kamen zurück, sie gaben nicht auf. Am Ende waren es fünf Sekunden. 59:55 zeigte die Uhr, als Hamms Lars Gudat zum Wurf ansetzte und Tovas den Versuch in einem Blitzreflex abwehrte. Der Ball landete bei Gerlich, der lief und mit der Schlusssirene zum 32:32 verwandelte. Die Halle stand Kopf.

"Einfach nur geil", meinte Christian Prokop später, als er sich zu dem Moment äußern sollte als er den Ball im Netz zappeln sah. Da hatte so mancher Fan sich bereits an das Jahr zuvor erinnert. da war es der ASV gewesen, der in den letzten Augenblicken der Partie in Leipzig selbige gedreht hatte.

Leipzig:

Tovas; Pulay; Emanuel (2); Streitenberger (1); Krzikalla (4); Binder (5); Gerlich (4); Boese (2); Weber (7); Seitle; Prokopec (1/1); Milosevic (3); Feld (3); Göde.

Hamm:

Storbeck; Mrkva; Struck (8); Huesmann; Muller (1); Brosch; Simon (5); Wiegers (5); Schneider (3); Macke (1); Auerbach (3/2); Zdrahala (4); Gudat (2).

Siebenmeter:

Leipzig 1/1; Hamm 2/4.

Strafen:

Leipzig 2; Hamm 2.

Antje Henselin-Rudolph

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