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"Aufholjagd im April" jäh gestoppt: SC DHfK Leipzig unterliegt der TSG Friesenheim

"Aufholjagd im April" jäh gestoppt: SC DHfK Leipzig unterliegt der TSG Friesenheim

Leipzig. Kein Glück für den SC DHfK Leipzig: Die Zweitligahandballer aus der Messestadt mussten am Donnerstagabend eine 31:37-Niederlage (16:19) gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim hinnehmen.

Damit wurde die von den Messestädtern propagierte "Aufholjagd im April" jäh gestoppt. Vor 2217 Zuschauern konnten die Hausherren zu keinem Zeitpunkt an die gute Leistung vom Spiel gegen Hüttenberg anknüpfen.

"Ich bin maßlos enttäuscht", sagte Trainer Uwe Jungandreas nach der Partie. "Wenn man in eigener Halle 37 Gegentore kassiert muss man nicht mehr darüber reden, warum man verloren hat." Philipp Seitle pflichtete seinem Coach bei. "Da hätte man wahrscheinlich gegen keine Mannschaft eine Chance, egal wie gut es im Angriff läuft."

Zu Beginn hatten beide Teams Probleme, das Tor zu treffen. In der 5. Minute fand der Ball erstmals seinen Weg ins Netz, dummerweise in das der Hausherren, die ruck-zuck 0:2 hinten lagen. Auch wenn Kapitän Thomas Oehlrich wenig später das 3:3 gelang und die Grün-Weißen dann auch mal eine kleine Führung herauswarfen, wurde schnell augenfällig: Es passte nicht im Angriff. Gute Gelegenheiten wurden reihenweise liegengelassen. So setzte Matthias Gerlich in der 17. Minute bereits den dritten Versuch daneben. Da lagen er und seine Mannschaftskameraden bereits 6:9 hinten.

Dass es zunehmend auch in der anfangs sehr offensiv aufgestellten Abwehr überhaupt nicht passte, tat sein Übriges zu einer für die Hausherren sehr unguten Entwicklung in Hälfte eins. Viel zu häufig kamen die gegnerischen Akteure frei zum Wurf. Zwischenzeitlich stand der halbe Kreis offen wie ein Scheunentor. Die noch am Samstag gegen Hüttenberg an den Tag gelegte Aggressivität fehlte völlig. "Da haben wir irgendwie nie eine Bindung gefunden", sagte Oehlrich später. Als schließlich auch noch Keeper Gabor Pulay (hielt in der Anfangsviertelstunde fünf Bälle) das Glück verließ, wurde es richtig bitter. Drei Minuten vor der Pause leuchtete ein 12:17 auf der Anzeigetafel.

Die Hausherren brachten vor allem die dauertreffenden Cornelius Maas, Stephan Just und Christian Klimek nicht unter Kontrolle. "Ich bin so froh, dass vor allem Maas und Just heute spielen konnten", sagte Gästetrainer Thomas König. Später bezeichnete er den Sieg seiner Jungs als "ganz arg wichtig". Zwischenzeitlich positiv aus Leipziger Sicht: Dank dreier Treffer von Lukas Binder, der erneut von Beginn an ran durfte, hatte sich der Rückstand zur Pause auf drei Tore reduziert.

"Es war egal, welche Formation wir heute in der Abwehr probiert haben. Es hat nie länger als ein paar Augenblicke geklappt", meinte ein sichtlich konsternierter Matthias Gehrlich, der erst am Wochenende seine Vertragsverlängerung in Leipzig bekanntgegeben hatte. Und ja, auch vorne sei die Quote trotz der am Ende 31 eigenen Tore ausbaufähig gewesen. "Abwehr ist zu 60 Prozent Einstellung und Leidenschaft", so sein Trainer. "So betrachtet ist klar, woran es heute gefehlt hat."

Nach Wiederbeginn zeigte sich zum Leidwesen der Fans das altbekannte Bild. Schnell lagen die Gastgeber wieder mit Fünfen hinten. Uwe Jungandreas griff daher doch auf den doppelten Oehlrich zurück, brachte den Kapitän nicht nur im Angriff, sondern auch in der Abwehr, wo ihn bis dato Pavel Prokopec vertreten hatte. Diese Maßnahme und zwei Zeitstrafen, die sich die Friesenheimer leisteten, verliehen dem SC DHfK kurzzeitig wieder Flügel. In der 44. Minute stellte René Boese den 25:26-Anschluss her und hatte wenig später sogar die Chance zum 27:27-Ausgleich, verwarf aber. Statt dessen war nun wieder die TSG am Zug und zog erneut davon. "So ist das dann halt im Sport. Wenn du die Big Points liegenlässt, gehst du am Ende leer aus", kommentierte Philipp Seitle.

Nach einer Verletzung in der 48. Minute musste Thomas Oehlrich dann seinen doppelten Einsatz beenden. Dem Spiel seiner Mannschaft war das nicht zuträglich. Die Gäste konservierten jetzt ihren Vorsprung und ließen sich die sprichwörtliche Butter nicht mehr entscheidend vom Brot nehmen. "Auswärtssieg" skandierten die etwa zehn mitgereisten TSG-Fans. Ansonsten war es am Ende beängstigend still.

"Wenn wir es nicht schaffen, unsere Abwehr und die Leistung im Tor zu stabilisieren, dann werden wir große Probleme bekommen", meinte Uwe Jungandreas nach der Partie mit Blick auf die Tabelle. Angesichts der teilweise erschreckend schwachen Leistung musste die gesamte Mannschaft nach der Partie zum Rapport antreten, und zwar bei den Sponsoren und Unterstützern im VIP-Bereich des SC DHfK.

Leipzig:

Levshin; Pulay; Emanuel; Streitenberger; Baumgärtel (5); Oehlrich (6); Binder (7); Gerlich (3); Boese (5/2); Riehn (5); Seitle; Prokopec; Feld; Krzikalla; Ogano.

Friesenheim:

Klier; Bender; Maas (11); Grimm (3/2); Kraushaar; Sigtryggssson (3); Just (11); Hauk /3); Claussen; Schwenzer; Unger; Schmidt; Kossler (2); Klimek (4).

Siebenmeter:

Leipzig 2/2; Friesenheim 2/2.

Strafen:

Leipzig keine; Friesenheim 2.

Antje Henselin-Rudolph

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