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Bitterer Nachmittag: SC DHfK Leipzig muss sich gegen Hamm mit Unentschieden begnügen

Bitterer Nachmittag: SC DHfK Leipzig muss sich gegen Hamm mit Unentschieden begnügen

Leipzig. Bitterer Nachmittag für den SC DHfK Leipzig: Die Zweitligahandballer haben am Sonntag einen sicher geglaubten Sieg verspielt und mussten nach einer Fünf-Tore-Halbzeitführung ein 30:30-Unentschieden gegen den ASV Hamm-Westfalen hinnehmen.

Vor 2301 Zuschauern verließen die Gastgeber in der zweiten Hälfte ihre Linie und büßten so einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg ein.

"Wenn man 35 Minuten lang ein Spiel so dominiert, mit sechs Toren führt und dann noch einen Punkt abgibt, kann man natürlich nicht zufrieden", anlysierte ein sichtlich mitgenommener DHfK-Coach Uwe Junandreas und gab gleich die Richtung für das am Mittwoch anstehende Spiel gegen Bietigheim vor. "Es ist müßig, auf die Tabelle zu schauen. Wir müssen Vollgas geben."

Jungandreas hatten mit einer etwas zurückhaltenden Aufstellung begonnen. Philipp Seitle, der sich in der Vorwoche in Aue einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte, war zwar auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt, nahm aber hinter der Mannschaftsbank Platz. Kapitän Thomas Oehlrich blieb zunächst ebenfalls sitzen. Statt seiner stand Rico Göde am Kreis, hatte in der Anfangsphase aber wie seine Kollegen auch sichtlich Probleme mit Hamms unbequemen Kreisspieler Björn Wiegers. Der rackerte unermüdlich und traf in den ersten 18 Minuten allein fünf Mal. Jungandreas reagierte und brachte Oehlrich. Für den Rest der Halbzeit fiel Wiegers nicht mehr allzu sehr auf.

Recht schnell zeigte sich zudem: Außer ihm und seinen Teamkollegen Andreas Simon sowie Sebastian Schneider hatte kaum ein Akteur des ASV ausreichend Zielwasser getrunken. Das machte es der Leipziger Defensive leichter. Auf Seiten der Messestädter gestaltete sich das Trefferbild deutlich ausgeglichener. Neben dem in bester Schusslaune befindlichen Matthias Gerlich konnten sich in Hälfte eins acht weitere Grün-Weiße in die Torschützenliste eintragen. Ein deutlicher Beleg für eine homogene Mannschaftsleistung. Dass die Hausherren zur Pause mit 20:15 in Front lagen war folgerichtig, auch weil sich Gabor Pulay im Tor einmal mehr in bestechender Form präsentierte. "Alles ist nach Plan gelaufen. Wir haben so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten", kommentierte René Boese.

Die zweite Halbzeit begann dann allerdings so gar nicht nach dem Geschmack der Heimfans. Denn ihr SC DHfK schien große Teile des Selbstvertrauens aus den ersten 30 Minuten verloren zu haben. Statt konsequent zu agieren, leisteten sich die Gastgeber nun zunehmend Nachlässigkeiten. Und das wurde bestraft. In der 42. Minute konnte Andreas Simon zum 24:24 ausgleichen. Die Körpersprache der Grün-Weißen verriet nichts Gutes und erinnerte an die Serie verloren gegangener Partien zum Ende des Vorjahres. Das Spiel wurde zur Hängepartie. "Ich kann mir nicht erlären, warum es wieder diesen Bruch gab", meinte René Boese später. "Einfach nur dumm", urteilte Alexander Feld.

Als Björn Wiegers schließlich in der 52. Minute zur 28:27-Führung für Hamm traf, zog der Trainer der Grün-Weißen doch noch seinen Joker. Philipp Seitle kam und wurde innerhalb weniger Sekunden gleich zwei Mal gefoult. Wiegers kassierte für einen handfesten Griff in Seitles Gesicht in der 53. Minute die dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte. Es war der Auftakt zu einer unschönen und teilweise überharten Schlussphase, die vor allem vom unbändigen Willen der Gäste gekennzeichnet war. Für eine Attacke gegen Tatsuya Ogano sah Alexander Auerbach ebenfalls Rot.

Fünf Minuten vor Ultimo leuchtete auf der Anzeigetafel ein 28:28. "Wir haben drei Siebenmeter verworfen, dazu drei oder vier Hundertprozentige liegengelassen", so Uwe Jungandreas. "Das ist im Abstiegskampf tödlich." Sein Gegenüber Kay Rothenpieler hatte die Abwehr des ASV umgestellt. "Das hat gut geklappt. Wir haben an uns geglaubt und uns zurückgekämpft." Es blieb am Ende beim Unentschieden, auch weil sich ausgerechnet Seitle drei Sekunden vor dem Ende zu einem unmotivierten Abschluss entschloss, statt den Ball zu halten. Mit der Schlusssekunde landete eine Wurf von Andreas Simon im Leipziger Tor.

"Dümmer kann es nicht laufen. Jeder andere Wurf hätte uns wahrscheinlich den Sieg gesichert", kommentierte Jungandreas. Der Pechvogel verschwand unmittelbar in die Kabine. "Natürlich darf Phil da nicht werfen. Vielleicht hat er die Uhr nicht im Blick gehabt", versuchte Boese einen Erklärungsversuch. "Er ist jetzt natürlich geknickt. Wir haben am Mittwoch das nächste Spiel. Bis dahin müssen wir ihn wieder aufbauen."

Leipzig:

Levshin; Pulay; Streitenberger (4/3); Krzikalla; Baumgärtel (4); Oehlrich (2); Binder (1); Ogano (2); Gerlich (7); Boese (5/1); Riehn (1); Feld (3); Göde (1); Emanuel; Seitle.

Hamm:

Storbeck; Mrkva; Struck (3); Huesmann; Simon (8); Wiegers (8); Schneider (5); Macke; Auerbach (4/1); Hartmann (1); Paul; Dahlhaus (1); Hoeft.

Siebenmeter:

Leipzig 4/7; Hamm 1/2.

Strafen:

Leipzig 4; Hamm 5 + rote Karte für Wiegers + rote Karte für Auerbach.

Antje Henselin-Rudolph

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