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DHfK unterliegt gegen Göppingen - Steinert verlängert Vertrag

Bundesliga DHfK unterliegt gegen Göppingen - Steinert verlängert Vertrag

Lehrstunde in der Arena: Der SC DHfK Leipzig musste am Mittwoch eine 22:27-Niederlage (11:14) gegen Frisch Auf Göppingen hinnehmen. Vor 4125 Zuschauern gaben die Hausherren eine Vier-Tore-Führung aus der Hand und wirkten vor allem im Angriff wie aufgescheuchte Hühner.

Philipp "Pipo" Pöter (l.) und Alen Milosevic müssen die Niederlage erst noch verdauen.

Quelle: Chrsitian Modla

Leipzig. "Ich bin heute so richtig glücklich", strahlte Frisch-Auf-Trainer Magnus Andersson, der mit drei Niederlagen in Serie im Rücken in die Messestadt gereist war. "Wir haben unseren Spielplan umgesetzt. Abwehr und Torhüter haben viel besser funktioniert als zuletzt. Ich bin sehr stolz." Andersson konnte sich sogar den Luxus leisten, Lars Kaufmann auf der Bank zu lassen. "Ich habe im Moment die günstige Lage, drei sehr gute Halblinke zu haben. Heute haben die Jungs es das ganze Spiel über so gut gemacht. Es gab keinen Grund, da im Spiel zu wechseln." Sein Gegenüber, DHfK-Coach Christian Prokop, konnte naturgemäß nicht zufrieden sein. "Wir hatten heute zu viele Ausfälle auf allen Positionen", analysierte er. "Da haben wir es Göppingen sehr leicht gemacht.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen in der Arena

Bevor es am Mittwoch losging, mussten sich die Handballfans in lange Schlangen einreihen. Sicherheitspersonal tastete jeden Besucher der Begegnung sorgfältig ab, Taschen und Rucksäcke wurden kontrolliert, ein sonst beim SC DHfK unübliches Verfahren. Auch in der Halle gab es besondere Vorgaben. So durften Taschen nicht auf den Boden gestellt werden. "Wir müssen das heute machen", meinte Geschäftsführer Karsten Günther mit Bedauern. Die Partie begann aufgrund des Einlass-Prozederes zehn Minuten später und mit einer Schweigeminute. Die Teams liefen mit Trauerflor auf.

Gegen Frisch Auf Göppingen hat der SC DHfK Leipzig erst stark begonnen, bekam dann aber zusehends Probleme.

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Als dann Handball gespielt wurde, dauerte es einige Spielzüge, bis alle Akteure so richtig bei der Sache waren. Bei den Hausherren durfte Sergey Zhedik von Beginn an im Rückraum ran. Philipp Weber blieb zunächst auf der Bank. Auch wenn der Russe nicht mit Wurfgewalt beeindruckte, verteilte er die Bälle dennoch geschickt und unauffällig. Mehrfach legte er mustergültig auf. Der SC DHfK präsentierte sich zunächst variabel und erspielte sich sehenswerte Treffer, während der Tabellenachte aus Göppingen erst einmal blass blieb. Nach 19 Minuten stand ein 10:6 zu Buche. Die Stimmung in der Arena war bestens. "Gegen eine Mannschaft wie Göppingen brauchen wir 60 Minuten lang eine geschlossene Mannschaftsleistung um zu gewinnen. Wie das geht, haben wir in der ersten Viertelstunde eindrucksvoll gezeigt", so Christian Prokop.

In der Folge rieb sich dann allerdings so mancher verwundert und auch ein wenig entsetzt die Augen. Denn die Grün-Weißen verloren urplötzlich völlig den Faden. Spielwitz und Tempo im Angriff waren weg, die Flexibilität in der Defensive ebenfalls. Statt dessen gab es überhastete Abschlüsse, haarsträubende Fehler und auf der anderen Seite konsequente Gäste. Der SC DHfK kassierte achte Treffer in Folge, während vorn nichts mehr gelang. "Da haben wir den Torhüter berühmt geschossen", meinte Kapitän Lukas Binder später. Mit einem 11:14 ging es in die Kabinen.

Angeschlagener Jurdzs soll die Kastanien aus dem Feuer holen

Auch nach der Pause fand der SC DHfK nicht mehr ausreichend in die Partie. Eine mehr als einminütige doppelte Überzahl zu Beginn ging mit 1:0-Toren an die Gegner. "Das war der Knackpunkt. Da musst du eigentlich hinterher mit einem Unentschieden da stehen", so Binder. Zwar trafen die Grün-Weißen nun wieder etwas regelmäßiger. Nach der Hereinnahme von Aivis Jurdzs in der 44. Minute gab es erstmals im Spiel Tore aus dem Leipziger Rückraum. "Aivis war krank in den letzten Tagen. Trotzdem kam diese Maßnahme heute sicher zu spät. Das muss ich mir selbst ankreiden", so Prokop.

In der Abwehr gelang es dem Team von Coach Christian Prokop weiterhin nicht, die Kreise der sehr klug agierenden Gäste zu stören. Vor allem den Göppinger Rückraum mit Daniel Fontaine konnten sie nicht stoppen, ebenso wenig das Spiel der Frisch-Auf-Sieben über die Mitte. Im Tor fanden weder Milos Putera noch Felix Storbeck zur nötigen Hochform. Die dritte Heimniederlage der Saison war so nicht zu verhindern. "Irgendwie haben uns heute auch die taktischen Mittel gefehlt", monierte Philipp Pöter. "Wir haben nicht so breit gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben. Wir haben die Würfe nicht so vorbereitet, wie wir das in den Spielen zuvor gemacht haben."

Bereits am Sonntag wartet die nächste schwere Aufgabe auf den SC DHfK. Dann kommt der Bergische HC in die Arena. "Das ist eines der entscheidenden Spiele, wenn es um den Ligaverbleib geht", so Christian Prokop. Deshalb gelte: Niederlage abhaken und nach vorn blicken. "Und natürlich die Lehren aus dem Spiel heute ziehen."

Steinert verlängert vorzeitig in Leipzig

Am Ende des Abends gab es dann dennoch einen Lichtblick für den DHfK. Wie Geschäftsführer Karsten Günther nach dem Spiel verkündete, hat Christoph Steinert seinen Jahresvertrag in Leipzig um ein weiteres Jahr verlängert. Der 25-jährige Rückraumspieler kam zur neuen Saison aus Minden und hat sich binnen kürzester Zeit zu einer der Stützen des Teams gemausert.

Leipzig: Storbeck; Putera; Semper (1); Steinert; Jurdzs (2); Krzikalla (3); Pöter (3); Binder (3); Janke; Roscheck; Weber (8/8); Zhedik; Milosevic (2); Meschke.

Göppingen: Prost; Rebmann; Kraus (6/4); Kneule (5); Späth; Lobedank (1); Barud; Sesum (1); Fontaine (9); Kaufmann; Kristensen; Berg; Schiller (1); Halén (2).

Siebenmeter: Leipzig 8/8; Göppingen 4/5.

Strafen: Leipzig 4; Göppingen 4.

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