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Die Sensation bleibt aus: SC DHfK Leipzig unterliegt Flensburg

Handball-Bundesliga Die Sensation bleibt aus: SC DHfK Leipzig unterliegt Flensburg

Der SC DHfK Leipzig hat am Sonntagnachmittag eine deutliche Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt kassiert. Beim 24:30 in der Arena Leipzig zollten die Grün-Weißen vor allem der enormen individuellen Klasse ihres Gegners Tribut.

Benjamin Meschke vom SC DHfK Leipzig kämpft sich gegen die Flensburger Defensive durch.

Quelle: Picture Point

Leipzig. Der Titelaspirant war dann doch die erwartete Nummer zu groß. Der SC DHfK Leipzig hat am Sonntagnachmittag eine 24:30 (12:17)-Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt kassiert. Vor 5488 Zuschauern in der Arena Leipzig zollten die Grün-Weißen vor allem der enormen individuellen Klasse ihres Gegners Tribut.

"Wir wissen, dass wir eine Chance haben, auch so eine Mannschaft ernsthaft in Gefahr zu bringen und zu besiegen", kommentierte DHfK-Coach Christian Prokop. "Dafür ist es aber nötig, dass alle an ihre Leistungsgrenze gehen."

Etwas Zählbares hatten im Vorfeld dennoch wohl nur die Wenigsten erwartet. Umso größer war der Jubel in der Halle, als die Hausherren die ersten Minuten ausgeglichen gestalten konnten. Keeper Jens Vortmann fand ganz hervorragend in die Partie, entschärfte mehrere Versuche der Gäste. "Das hat gut funktioniert", sagte Franz Semper später. Doch zu viel mehr als eben dieser guten Anfangsphase reichte es nicht.

Jakobsson mit Glanzvorstellung

Spätestens ab Mitte der ersten Hälfte kam der Zug der Flensburger ins Rollen. Und er rollte so, dass selbst die Grün-Weißen, die Stück für Stück weiter in Rückstand gerieten, irgendwie Freude daran hatten. Als Lasse Svan den Ball zum 5:6 über Vortmann hob, musste der Leipziger Keeper herzhaft lachen. Auch der Kempatrick von Anders Eggert und Johan Jakobsson zum 6:10 wärmte das Handballherz. Überhaupt dieser Jakobsson: Jeder seiner Würfe aus dem Rückraum war ein Geschoss, mit Urgewalt und trotzdem elegant zischten die Bälle ins Netz. "Ihn haben wir nicht in den Griff bekommen", gab Prokop zu. Am Ende standen für den Rückraumriesen acht Treffer zu Buche.

Der Bundesligazweite, unter der Woche aus der Champions League ausgeschieden, machte es den tapferen Gastgebern vor allem im Abschluss schwer. Tobias Karlsson, Rasmussen Lauge, Jacob Heinl und natürlich Jakobsson standen da wie riesige Türme, agierten aber bei weitem beweglicher und hellwach. Schaffte es dann doch mal ein Leipziger, dieses Bollwerk zu überwinden, dann war da noch der 39-jährige Mattias Andersson im Tor. Mit dem 12:17 zur Halbzeit war der SC DHfK, der vor allem im Tempogegenstoß Erfolge erzielen konnte, gut bedient.

"Ich freue mich heute nicht nur, weil wir in einer schweren Halle zwei Punkte geholt haben", meinte Flensburgs Trainer Lubomir Vranjes. "Wir hatten das Spiel fast 60 Minuten lang wirklich unter Kontrolle und haben gut gespielt."

Glandorf an der Hand verletzt

Wermutstropfen aus Sicht der SG: Holger Glandorf verletzte sich bereits in Hälfte eins. Leipzigs Teamarzt Dr. Pierre Hepp eilte zur Gästebank. Der Nationalspieler kam nicht zurück auf's Parkett. Sein linker Daumen war dick bandagiert. Das dürfte DHfK-Coach Christian Prokop, bekanntlich in Doppelfunktion Bundestrainer, ebenso unerfreut registriert haben wie sein Vranjes. Der Eine baut in der EM-Qualifikation auf Glandorf, der Andere im Kampf um den Titel.

Die zweite Hälfte bot dann wenig Neues. Den Hausherren gelang es nicht, noch einmal ernsthaft in Schlagdistanz zu kommen. Der richtige Biss fehlte. Leistungsträger wie Niclas Pieczkowski und Aivis Jurdzs blieben zu blass. Prokop wollte vor allem mit "Pitsche" nicht zu hart ins Gericht gehen. "Wenn man die Leistungsentwicklung betrachtet, die er hier bei uns in Leipzig hingelegt hat, sei ihm dieser Tag zugestanden. Es hat heute genug Schultern gegeben, auf die die Last hätte verteilt werden können." Die Flensburger gerieten bisweilen sogar ein wenig ins Zaubern. Ein Tor von Keeper Andersson, noch ein Kempa. Nicht alles klappte, sah aber dennoch schön aus.

"Wenn wir nicht an unser Optimum kommen, dann haben wir in Spielen wie diesem keine Chance", traf ein geknickter Bastian Roscheck den Nagel schlussendlich auf den Kopf. "Und am Ende müssen wir uns nichts vormachen, es ist Flensburg."

Von Antje Henselin-Rudolph

Leipzig: Vortmann; Putera; Semper (3); Rojewski (5/3); Jurdzs (2); Janke (1); Pieczkowski; Sommer (6); Roscheck, Strosack (4); Meschke (1), Becvar (1); Milosevic (1).

Flensburg: Andersson; Moeller; Karlsson; Eggert (5/1); Glandorf (1); Mogensen (1); Svan (4); Jakobsson (8); Heinl (1); Toft Hansen (3); Gottfridsson; Lauge Schmidt (6/1); Mahé.

Siebenmeter: Leipzig 3/4; Flensburg 2/4.

Strafen: Leipzig 2; Flensburg 4.

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