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Die Serie hält: SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Tabellennachbar Bittenfeld

Die Serie hält: SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Tabellennachbar Bittenfeld

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig bleiben auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen. Am Samstagabend setzten sie sich gegen den Tabellennachbarn TV Bittenfeld 32:26 (14:12) durch.

2021 frenetische Zuschauern in der Arena Leipzig sahen vor allem in der zweiten Halbzeit eine geschlossene Mannschaftsleistung, aus der einmal mehr ein starker Henrik-Ruud Tovas im Tor herausstach.

Trainer Christian Prokop kam im Anschluss aus dem Schwärmen kaum heraus. "Ich bin natürlich total begeistert nach so einem Spiel", kommentierte er. "Was die Jungs heute an kämpferischem Einsatz, Emotionalität und Beinarbeit gezeigt hat, war Wahnsinn und macht mich stolz. Es hat gezeigt, wie weit sie bereit waren zu gehen für diesen Sieg. Dafür möchte ich meiner Mannschaft Riesenrespekt zollen."

Mit vier Spielen ohne Niederlage im Rücken begannen die Hausherren schwungvoll und ohne größere Anlaufschwierigkeiten. Als Pavel Prokopec in der 7. Minute per Siebenmeter zum 3:1 traf, schien es so, als könnte es ein ruhigerer Abend werden. Doch wer so dachte, hatte die Rechnung ohne die Gäste gemacht. Die fingen nämlich dann doch noch an Handball zu spielen, und das ansehnlich. Während die Leipziger vor allem in der Defensive zunehmend Probleme bekamen, ließen die Bittenfelder den Ball klug und vor allem schnell laufen und erspielten sich so mehrere Tore in Serie.

Beim Stand von 6:8 reagierte DHfK-Coach Christian Prokop mit einer Auszeit und probierte in der Folge personell Einiges, um sein Team zurück auf die Erfolgsspur zu führen. Für den unglücklich agierenden Max Emanuel kam Maximilian Jonsson. Zur Stabilisierung der Abwehrarbeit kam Bastian Roschek für Alen Milosevic. Der durfte "nur noch" im Angriff sein Talent unter Beweis stellen. Insbesondere die Hereinnahme von Roschek, der nach langer Verletzungspause erstmals wieder auf heimischem Parkett ins Geschehen eingreifen konnte, erwies sich als Glücksgriff. Im Duett mit Thomas Oehlrich kam mehr Stabilität in die Defensive am Kreis. Roschek zeigte sich später glücklich mit seiner Heimpremiere. "Zu Hause ist es eben immer am schönsten."

Während hinten Kontinuität einzog, machte Philipp Weber vorn als Spielgestalter und Ballverteiler einen guten Job, war aber ab der 23. Minute bereits mit zwei Zeitstrafen belastet. Mehrere sehenswerte Anspiele seinerseits führten nichstdestotrotz zum Torerfolg. Die 14:12-Halbzeitführung für die Grün-Weißen war aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung durchaus verdient.

"Der Schlüssel war heute das Publikum", kommentierte Lukas Krzikalla später. Unter der Woche hatte der DHB die Nominierung der Leipziger Nummer 8 für den Nationalkader bekanntgegeben. "Das ist natürlich eine große Ehre", so Krzikalla. "Es ist die Belohnung für Lukas' gute Arbeit und auch für die Arbeit der Nachwuchsakademie", ergänzte sein Trainer.

In der zweiten Hälfte knüpften die Leipziger an die positive Entwicklung an. Es gelang, die Führung auszubauen. "Wir haben das vorn ziemlich clever gemacht", konstatierte Roschek. "Auch wenn die Bittenfelder uns teilweise deutlich körperlich überlegen waren." Dennoch war eine steigende allgemeine Nervosität wahrnehmbar, auf die vor allem die Unparteiischen Martin Harms und Jörg Mahlich reagierten. So kassierte DHfK-Physiotherapeut Sebastian Weber eine gelbe Karte, weil er dem rüde gefoulten Lukas Binder zu früh zu Hilfe eilte. Wenig später gab es wegen Meckerns eine Zeitstrafe gegen Teamarzt Dr. René Touissaint. Die Zuschauern in der Arena quittierten die "Maßnahmen" auf ihre Weise. Fortan ertönte bei Angriffen Bittenfelds ein ordentliches Pfeifkonzert, während gute Aktionen der Hausherren noch frenetischer als gewöhnlich gefeiert wurden.

Die Prokop-Sieben nahm die für sie positive Stimmung auf den Rängen auf und zeigte sich nun von ihren besten Seite. Henrik-Ruud Tovas im Tor bestätigte seine gute Form der vergangenen Wochen, steigerte sich immer weiter und hielt sich in einen wahren Rausch. Am Ende standen für ihn 23 Paraden zu Buche. Auch wenn seine Vorderleute bisweilen rustikal zu Werke gingen und zahlreiche Siebenmeter kassierten, an der Kräfteverteilung änderte sich dadurch nichts. Denn vorn agierten die Grün-Weißen nun sicher. Vor allem aus dem Rückraum entwickelten sie über Jonsson und Weber viel Druck, der sich auch auf der Anzeigetafel niederschlug. Die Gäste aus Bittenfeld blieben so ohne Chance. Abgesehen von der Schwächephase in Halbzeit eins konnten sie die Gastgeber nicht gefährden.

"Es war klar, dass wir hier nur eine Chance haben würden, wenn der allergrößte Teil der Spieler eine sehr gute individuelle Leistung abrufen kann", resümierte Gäste-Coach Jürgen Schweikardt. "Das war leider nur bei sehr wenigen der Fall." Man habe insgesamt zu schlampig agiert und in der Abwehr bei weitem nicht so stabil gestanden wie in vorherigen Partien. "Deswegen ist das Ergebnis auch in der Höhe gerechtfertigt."

Leipzig:

Tovas; Pulay; Emanuel; Krzikalla (5); Binder (6); Jonsson (6); Gerlich (1); Weber (7); Prokopec (4/3); Milosevic (1); Feld; Göde; Streitenberger; Oehlrich (2); Boese; Roscheck.

Bittenfeld:

Müller; Sdunek; Jerkovic; Schimmelbauer (1); Schöbinger (1); Weiß (4); Schweikardt (11/6); Friedrich; M'Bengue; Jungwirth (3); Baumgarten (1); Seiz; Szczesny (1); Heib.

Siebenmeter:

Leipzig 3/4; Bittenfeld 6/6.

Strafen:

Leipzig 5; Bittenfeld 2.

Antje Henselin-Rudolph

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