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Drei rote Karten und ein Unentschieden: Lübbecke setzt dem SC DHfK richtig zu

Auswärtspunkt Drei rote Karten und ein Unentschieden: Lübbecke setzt dem SC DHfK richtig zu

Mit einem hart umkämpften 24:24 (11:8)-Unentschieden nehmen die Leipziger einen Punkt mit aus Nettelstedt-Lübbecke. Wie hart das Spiel war, zeigen die drei roten Karten, die die Hausherren im Laufe der Partie kassiert haben.

Dieses Spiel tat weh: Gleich drei Nettelstedter kümmerten sich um Lukas Binder.

Quelle: Rainer Justen

Leipzig/Nettelstedt-Lübbecke. Nachdem die Gastgeber in den ersten Minuten besser ins Spiel fanden, glichen Aivis Jurdzs und Philipp Weber – vom Siebenmeter-Punkt – für den SC DHfK aus. Nach zwei weiteren Toren der in schwarz auflaufenden Lübbecker zog DHfK-Trainer Christian Prokop den grünen Karton und nahm ein Time-Out. Christoph Steinert und Lucas Krzikalla setzten den Input des Coaches umgehend um: 5:5-Gleichstand.

Aivis Jurdzs war es dann in der 17. Spielminute, der die Grün-Weißen erstmals mit einem rasanten Konter in Führung brachte. Das 5:7 erzielte er ebenfalls. TuS Nettelstedt-Lübbecke scheiterte im Gegenzug wiederholt an DHfK-Keeper Milos Putera. Doch Bobby Schagen und Niclas Pieczkowski egalisierten den Leipziger Vorsprung binnen einer Minute, der erstgenannte Niederländer brachte die Hausherren erneut in Führung. Sowohl die Prokop-Auswahl als auch der von Goran Suton trainierte TuS agierten auf Augenhöhe. Die Führung wechselte hin und her. Erst mit dem 11:8 durch Gabor Langhans in der 29. Minute konnten sich die Westfalen mit drei Toren etwas absetzen. Bis zur Pause kamen die Gäste nicht mehr heran.

Drei rote Karten in einer Halbzeit

Nachdem Seitenwechsel brauchte Leipzigs Philipp Weber 27 Sekunden, um vorm gegnerischen Tor zum Abschluss zu kommen. Doch Tim Suton stellte den Drei-Tore-Vorsprung wieder her. Wie schon im ersten Durchgang konnte sich keines der Teams entscheidend absetzen. Verlor der DHfK einen Ball, begingen die TuS-Spieler technische Fehler. Erzielte Nettelstedt-Lübbecke ein Tor, traf der DHfK im Gegenzug. Die Partie wurde robuster. In der 38. Minute, beim Stand von 15:14, foulte Tim Remer brutal einen Leipziger. So rüde, dass die Unparteiischen umgehend die rote Karte zogen. Remer musste runter. Die Mannschaft in schwarz hatte wegen einer bereits laufenden Zeitstrafe nur noch vier Feldspieler auf der Platte.

In der 40. Spielminute zog der SC DHfK wieder gleich. Lucas Krzikalla traf zum 15:15. Die nächste Führung der Nettelstedter neutralisierte dann Philipp Weber eine Minute später. Es brauchte einen arg bedrängten Alen Milosevic, um eine Viertelstunde vor Schluss die 17:16-Führung für die Leipziger zu erzielen. Kurz darauf bat Trainer Suton zur Auszeit. Keine 20 Sekunden später lagen die Hausherren wieder vorn. Was folgte war ein Nervenkrimi. Immer wieder konnten die Leipziger die Führung der Gastgeber ausgleichen. Als der DHfK sechs Minuten vor Schluss zwei Tore hinten lag, nahm Prokop seinerseits auch eine Auszeit.

Leipzig kämpft sich ran und macht es spannend

Kurz darauf ging Christoph Steinert zu Boden und musste ärztlich versorgt werden. Die Schiedsrichter zogen die zweite rote Karte für den TuS – Vuk Lazovic musste unter die Dusche. Zusätzlich gab es noch eine weitere Zweiminutenstrafe gegen den Spieler. Weber verwandelte den fälligen Strafwurf. Nun sah auch Suton eine gelbe Karte. Die Unparteiischen griffen gegen den Trainer durch, der immer wieder auf der Platte statt am Spielfeldrand stand. Und Nettelstedt hatte nichts gelernt. Nach einem weiteren gefährlichen Foul sah auch noch Vuko Borozan die rote Karte – die dritte der Partie. "Die drei roten Karten werfen uns zurück, trotzdem hatten wir den Sieg in der Hand", miente TuS-Coach Suton.

Dieses Spiel tat weh: Gleich drei Nettelstedter kümmerten sich um Lukas Binder.

Dieses Spiel tat weh: Gleich drei Nettelstedter kümmerten sich um Lukas Binder.

Quelle: Rainer Justen

Trotz doppelter Unterzahl versuchten die Hausherren den 23:22-Vorsprung über die Zeit zu retten. 20 Sekunden vor Abpfiff stand es 24:24 und Nettelstedt-Lübecke war wieder vollzählig. Sechs Sekunden vor Schluss entschieden die Unparteiischen auf einen Freiwurf gegen Leipzig. Doch Schöngarth verwarf. Am Ende stand ein hart umkämpftes Unentschieden. "Nach dem Spielverlauf bin ich heute mit dem einen Punkt zufrieden", sagte DHfK-Trainer Christian Prokop.

Auch Geschäftsfüher Karsten Günther zeiget sich erleichtert: „Alle Spieler sind wieder in die Kabine gelaufen“, kommentierte er das robuste Auftreten der Hausherren. Schwere Blessuren zeichneten sich am Abend nicht ab. Auch wenn Franz Semper einen mutwilligen Schlag ins Gesicht erhielt (mit rot geahndet) und Christoph Steinert brutal umgerissen wurde (ebenfalls rot). „Wir wussten was uns blüht. Lübbecke stand mit dem Rücken zur Wand“, so Günther. „Aber wir haben den Kopf oben behalten, haben die Zweikämpfe nicht gescheut.“ Mit der Abwehrleistung – nur 24 Gegentore – zeigte er sich sehr zufrieden. „Und das war heute nicht überragende Arbeit der Torhüter, das hat die ganze Mannschaft gelöst.“ Im Angriff sieht Günther noch Potenzial, da unterliefen dem DHfK noch zu viele Fehler.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Leipzigern nicht. Denn am 1. November steht mit dem ThSV Eisenach ein Hochkaräter zum Ostderby ins Haus. Die Partie in der Arena Leipzig wird nächsten Sonntag schon um 13.45 Uhr angeworfen. „Über 3000 Tickets sind schon weg, aber wir kriegen 6000 Menschen in die Arena“, fiebert Günther dem Spiel entgegen. „Jeder hat die Scharmützel im Sommer mitbekommen. Das hat ganz klar Derby-Charakter.“

Statistik

TuS Nettelstedt-Lübbecke: Blazicko (T), Skok (T), Herth, Bechtloff, Langhans (4), Tauabo, Pieczkowski (7), Lazovic, Suton (2), Schagen (4/1), Schöngarth (3), Borozan (2), Klimek, Remer (2)

SC DHfK Leipzig: Storbeck (T), Putera(T), Semper, Steinert (2), Jurdzs (4), Krzikalla (6), Pöter, Binder (2), Janke (1), Sommer (1), Weber (7/4), Zhedik, Meschke, Milosevic (1)

Zeitstrafen: TuS: 9 plus drei rote Karten, SC DHfK: 3

Johannes Angermann

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