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Eine Halbzeit zum Vergessen - DHfK Leipzig unterliegt Balingen

Bundesliga-Handball Eine Halbzeit zum Vergessen - DHfK Leipzig unterliegt Balingen

Mit einer soliden zweiten Halbzeit hat der SC DHfK die totale Demontage durch Balingen-Weilstetten noch abwenden können. Nie hatten die Leipziger die Führung inne, lagen zur Halbzeit mit sieben Toren gegen den Tabellen-Sechzehnten zurück. Das Spiel ging dann knapp mit 25:27 verloren.

Christoph Steinert vom SC DHfK wird von zwei HBW-Spielern in die Zange genommen.

Quelle: Rainer Justen

Leipzig. Die Spieler des SC DHfK Leipzig bekamen am Samstagabend reichlich Gelegenheit, das Parkett in der Weilstettener Sparkassen-Arena zu bewundern. Zu Beginn der Partie wurde immer wieder einer der Grün-Weißen von den Hausherren niedergestreckt und musste sich die Maserung aus der Nähe ansehen. Keine fünf Minuten dauerte es, und Balingen-Weilstetten hatte bereits zwei Zwei-Minuten-Strafen kassiert, es sollten nicht die letzten in einer robust geführten Partie sein. Aus der frühen Überzahlsituation konnten die Leipziger indes nichts machen. Seit dem Siebenmeter-Tor durch Yves Kunkel zum 1:0 in der ersten Minute lief der DHfK einem Rückstand hinterher. „Wir müssen von Anfang an hellwach und mit Feuer dabei sein“, forderte SC-DHfK-Handball-Manager Karsten Günther noch am Abend. Das harte Vorgehen der Gastgeber bezeichnete er als „legitim“. „Härte wird geahndet im Handball. Aber da muss man da was draus machen.“

HBW robust, DHfK von der Rolle

Die Sachsen hatten im ersten Durchgang keinen Zugriff auf das Spiel. Gegen das Team aus dem Tabellenkeller mit gerade Mal zwei Saison-Siegen fand DHfK-Coach Christian Prokop zunächst keine Lösung. In der 16. Minute, beim Stand von 10:5, nahm der Trainer Felix Storbeck aus dem Kasten und Milos Putera durfte ran. Dabei hatte der eine Muskelverhärtung und konnte nur kurze Zeit helfen. Auch Sergey Zhedik, bislang oft im Schatten seiner Mitspieler stehend, bekam am Samstag seine Chance und verkürzte für die Gäste. Doch es nützte wenig: Eklatante Schwächen in der Abwehr und Fehler in der Offensive ließen die Schwaben von Trainer Markus Gaugisch immer wieder zum Zuge kommen. Zwischenzeitlich lagen die Hausherren sechs Tore in Front. Prokop brauchte seine zweite Auszeit. Vergebens. Der Rückraum der Hausherren agierte wenig zimperlich und vereitelte jede Leipziger Attacke. Zur Halbzeit stand es 18:11.

Prokops Pausenansprache hat gewirkt

Nach dem Wiederanpfiff agierte Balingen-Weilstetten weiterhin körperlich und aggressiv. Die Gäste spielten nun konzentrierter. Doch Prokops Matchplan gab nicht viel mehr her als den Rückstand zu verwalten. In den ersten zehn Minuten des finalen Durchgangs fielen auf beiden Seiten vier Tore, einen Rückstand hatte hingegen nur der DHfK aufzuholen. Aivis Jurdzs, Philipp Pöter und Philipp Weber brachten anschließend die Leipziger wieder auf vier Tore ran. Kaum hatten die Grün-Weißen zu ihrem Spielrhythmus gefunden, legte HBW-Coach Gaugisch die grüne „Auszeit“-Karte auf den Tisch. Philipp Weber, der vor einem Jahr im Pokal gegen Weilstetten richtig einstecken und verletzt raus musste, hatte jedoch Blut geleckt. Einen Siebenmeter später lagen die Leipziger nur noch drei Treffer zurück. „Das Spiel hat gezeigt, wir können fast jeden Rückstand aufholen", so Karsten Günther am Abend. "Wir müssen halt nur cleverer agieren."

Dann kam die Zeit von Felix Storbeck: Erst hielt er einen Siebenmeter von Kunkel, nur um kurz darauf zwei starke Paraden zu zeigen. „Pipo“ Pöter und Lucas Krzikalla verkürzten und stellten in der 54. Minute den 23:22-Anschluss her. Auf der Platte ging es Schlag auf Schlag und darüber hinaus hitzig zu. Davor Dominikovic bekam eine Zwei-Minuten-Strafe und zusätzlich Rot aufgebrummt, denn es war seine dritte. Vom Siebenmeter-Punkt konnte Philipp Weber daraufhin nochmals bis auf 25:24 verkürzen. Aber Alexandros Vasilakis traf für die HBW zum wiederholten Mal. Den Leipzigern blieben noch zwei Minuten, um das Spiel hinzubiegen. Gaugisch ließ seine Jungs runterspielen, nahm 40 Sekunden vor Schluss noch eine Auszeit. Dennis Wilke für die HBW und Leipzigs Alen Milosevic netzten noch einmal ein. Mit einem in Abetracht der ersten Halbzeit fast schon versöhnlichen Endergebnis von 27:25 reist der DHfK nach Hause.

Nikolausspielfest und Wetzlar zu Gast

In der kommenden Woche laufen die Leipziger Bundesligisten am Nikolaustag mit frisch geputzten Handballschuhen auf. Am Sonntag ist ab 17.15 Uhr mit der HSG Wetzlar eines der Spitzenteams der Liga zu Gast. Im Vorfeld laden die DHfK-Handballer zum traditionellen Nikolausspieltag. Da die Grubehalle nicht zur Verfügung steht, wird stattdessen in der Arena gefeiert. Es gibt ein Kombi-Ticket für das RB-Heimspiel und den DHfK-Kracher gegen Wetzlar. Das Fest findet in der Zeit zwischen beiden Spielen statt. Bei Hüpfburg, Spiel und Spaß sorgt DHfK-Sponsor Rewe auch dafür, dass jedes Kind ein kleines Präsent mitnehmen kann.

Statistik:

Felix Storbeck (TW), Milos Putera (TW), Franz Semper, Christoph Steinert (2), Aivis Jurdzs (3), Lucas Krzikalla (1), Philipp Pöter (4), Lukas Binder (3), Bastian Roschek, Philipp Weber (8; 7 7-Meter), Sergey Zhedik (2), Benjamin Meschke, Alen Milosevic (2)

Zeitstrafen:

Leipzig: 4 x zwei Minuten
Balingen-Weilstetten: 7 x zwei Minuten

Karten:

Leipzig: 3 gelb
Balingen-Weilstetten: 3 gelb, 1 rot (Davor Dominikovic, dritte Zeitstrafe)

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