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Emotionsgeladenes Derby: SC DHfK Leipzig feiert Sieg gegen Eisenach

Emotionsgeladenes Derby: SC DHfK Leipzig feiert Sieg gegen Eisenach

Was für ein Handballnachmittag! In einem intensiven und emotionsgeladenen Derby hat der SC DHfK Leipzig am Sonntag einen verdienten 36.31-Sieg (19:13) gegen den ThSV Eisenach gefeiert. 4710 Zuschauer in der Arena Leipzig sahen eine spannende Partie, in der sich die Hausherren unnötig selbst in Bedrängnis brachten.

Lucas Krzikalla und Alen Milosevic bejubeln den Derby-Sieg des SC DHfK gegen Eisenach.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Was für ein Handballnachmittag! In einem intensiven und emotionsgeladenen Derby hat der SC DHfK Leipzig am Sonntag einen verdienten 36:31-Sieg (19:13) gegen den ThSV Eisenach gefeiert. 4710 Zuschauer in der Arena Leipzig sahen eine spannende Partie, in der sich die Hausherren unnötig selbst in Bedrängnis brachten.

"Dass wir hier heute gewinnen war keine Selbstverständlichkeit, auch wenn wir vielleicht kleiner Favorit waren", resümierte ein glücklicher grün-weißer Coach. Christian Prokop lobte vor allem die Dynamik und Variabilität im Angriff seiner Jungs. Sein Gegenüber Velimir Petkovic war trotz Niederlage nicht unzufrieden. "Ich hatte im Vorfeld nur darum gebeten, während des Spiels eine faire Chance zu bekommen. Die haben wir in der zweiten Halbzeit gekriegt. Wir haben gezeigt, dass wir Handball spielen können, nicht falsch eingekauft haben und nicht zufällig aufgestiegen sind." Am Ende jedoch stehe ein Fakt. "Leipzig ist derzeit schlicht die bessere Mannschaft."

In einem intensiven und emotionsgeladenen Derby hat der SC DHfK Leipzig am Sonntag einen verdienten 36.31-Sieg (19:13) gegen den ThSV Eisenach gefeiert.

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Beide Mannschaften begannen adrenalingetränkt und nervös. Die Fans sorgten für einen Höllenlärm, der den einen oder anderen Akteur zunächst ein wenig wegzutragen schien. Prokop verzichtete in der Anfangssieben auf Philipp Weber. Er schmorte lange 20 Minuten auf der Bank. "Es war eine taktische Maßnahme aufgrund seiner Abwehrdefizite", so der Trainer. Statt seiner begannen Christoph Steinert und Aivis Jurdzs. Der 32-Jährige, der im Sommer nach langem juristischem Hin und Her von Einsenach nach Leipzig gewechselt war, wurde von seinen ehemaligen Teamkameraden ordentlich in die Mangel genommen. "Es war sicher kein einfaches Spiel für ihn", wusste Prokop. Jurdzs hatte vorn zunächst auch Probleme, kam kaum zum Wurf. "Er hatte spezielle Aufgaben in der Defensive. Die hat er hervorragend gelöst." Wie ein Duracell-Hase wirkte dagegen Philipp Pöter, der in Hälfte eins fünf Mal traf und mit seinen energiegeladenen Aktionen für Begeisterung bei den Fans sorgte. "Ihn haben wir nicht in den Griff bekommen", räumte Velimir Petkovic unumwunden ein.

Nach der Hektik der Anfangsminuten warfen die Hausherren schnell einen kleinen Vorsprung heraus, der ab Mitte der ersten Hälfte kontinuierlich anwuchs. Je besser Felix Storbeck, der nach 13 Minten für Milos Putera ins Tor gekommen war, ins Spiel fand, desto deutlichen stellten sich auch die Kräfteverhältnisse auf der Anzeigetafel dar. Während bei den Gästen vor allem Azat Valullin für Treffer sorgte und unbequem blieb, präsentierten sich die Hausherren in der Breite besser aufgestellt. Sie agierten im Angriff schnell, fanden schnell die Lücken in der ThSV-Abwehr und ließen wenige Gelegenheiten liegen. "Was das Tempospiel anging, war das heute das beste, was wir in dieser Saison gezeigt haben", schätzte Christoph Steinert später ein.

In der Defensive griffen die Prokop-Jungs rustikal zu, kassierten dafür in den ersten 30 Minuten zwar drei Zeitstrafen, ließen sich aber auch in Unterzahl nie abschütteln. Das Bollwerk, als das sich die Defensive in den Partien zuvor präsentiert hatte, stellten die DHfK-Jungs allerdings am Sonntag nicht auf die Platte. Zur Pause lagen die Hausherren deutlich und verdient 19:13 vorn.

Die Fans hatten teilweise ihre Plätze noch nicht wieder eingenonmen, da hatten sich die Kräfteverhältnisse auf dem Parkett beinahe umgekehrt. Drei Treffer in Serie hatten die Gäste aus Thüringen auf 19:16 herangebracht. Die Gastgeber hatten den Wiederbeginn sichtlich verschlafen, wirkten konfus und hatten große Probleme, sich zu ordnen. Das blieb auch noch einige Zeit so. "Keine Ahnung, ob wir da mental noch nicht richtig wieder da waren", meinte Franz Semper später.

Weder Felix Storbeck noch Milos Putera bekamen nun noch eine Hand an den Ball. Vorn blieben mehrere gute grün-weiße Gelegenheiten ungenutzt. Maximilian Janke sah nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte. Der ThSV konnte trotz eigener Unterzahl zwei Mal treffen. Hektik machte sich breit. Christian Prokop stand mit der grünen Karte in der Hand an der Seitenlinie, gestikulierte, schrie. Das Spiel drohte zu kippen. "So kurz nach dem Spiel ist es schwer zu sagen, woran es in dieser Phase gelegen hat", so der DHfK-Coach. "Wir haben Fehler gemacht, Eisenach hat sofort das Tempo aufgenommen. Und dann ist es für eine so junge Mannschaft wie meine eine Herausforderung, einen kühlen Kopf zu bewahren."

Nur sehr langsam fanden die Hausherren ihre Linie wieder, gewannen etwas Sicherheit zurück. Auch wenn sich ihr Vorsprung wieder auf vier Tore vergrößerte und Jurdz aus dem Rückraum einige Treffer setzen konnte: Die Eisenacher waren jetzt dran, auch weil das Spiel der Grün-Weißen fehleranfällig blieb und die Abwehr mit fortlaufender Spielzeit nicht mehr so konzentriert agierte. Der Vorteil des SC DHfK: seine Fans. Die letzten fünf Minuten der Partie erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen und trugen ihren Jungs förmlich dem Schlusspfiff entgegen. Die Stimmung verfehlte ihre Wirkung nicht: Leipzig zog vor allem in der Offensive noch einmal an. Vor allem Franz Semper warf und traf. "Seine Unbekümmertheit tut uns gut", so Prokop. Gästecoach Petkovic hatte noch einen anderen Matchwinner ausgemacht: Aivis Jurdzs. "Da kommt unser Aivis und macht die Tore", grantelte der ThSV-Coach, nachdem er zuvor schon auf den Unterschied zwischen dem SC DHfK und Eisenach angesprochen meinte: "Leipzig hat seine Aufstiegsmannschaft fast komplett behalten und sinnvoll verstärkt. Und dann haben sie uns noch einen Mann geklaut."

"Wir haben das Spiel heute im Angriff gewonnen", so Semper, der selbst fünf Tore erzielt hatte. "Wir haben es unnötig spannend gemacht", befand Christoph Steinert. "Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir loslegen müssen wie die Feuerwehr, auch nach der Pause. Dass es sich dann so entwickelt hat, war sicher schön für's Publikum, aber nicht für uns."

Antje Henselin-Rudolph

Statistik

Leipzig: Storbeck; Putera; Semper (5); Steinert (5); Jurdzs (4); Krzikalla (2); Pöter (8); Binder (4); Janke (1); Sommer; Roscheck (1); Weber (3/1); Milosevic (3); Meschke.

Eisenach: Verkic; Redwitz; Wöhler; Luther; Celica; Ragnarsson (4); Hruscak (2); Schliedermann; Hansen (6); Urban (1); Holzner (5/2); Heinemann (2); Koloper (1); Valiullin (10).

Siebenmeter: Leipzig 1/2; Eisenach 2/2.

Strafen: Leipzig 6 plus rote Karte für Janke; Eisenach 4.

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