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Fans kämpfen um Christian Prokop - SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Minden

Handball-Bundesliga Fans kämpfen um Christian Prokop - SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Minden

Es war ein Kampfspiel für den SC DHfK mit einem glücklichen Ende. Die Emotionen überwogen nicht nur wegen des Erfolgs. Im Mittelpunkt stand Trainer Christian Prokop.

Die Fans sorgen sich um Christian Prokops Zukunft in Leipzig - er gilt als Favorit für die Nachfolge als deutscher Bundestrainer.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Emotionen pur schon vor dem Anpfiff: Rund 4000 Fans kämpften am Sonntagnachmittag um DHfK-Trainer Christian Prokop. Hundertfach hielten sie Blätter mit den Initialen "CP" in die Luft und riefen den Namen des Übungsleiters. Auf Transparenten war zu lesen: "Machs wie wir - bleib hier" oder "Christian, wir brauchen Dich". Viele Zuschauer trugen zudem einen grünen Button mit dem Schriftzug "Wir sind Pro Prokop". Der Trainer saß vor dem Anpfiff ganz allein auf der Bank und sah sich gerührt mit Tränen in den Augen die Sympathiebekundungen an. "Das lässt mich nicht eiskalt, ich bin zwar Profi, aber auch ein Herzensmensch. Es war eine tolle Geste", so Prokop.

Und es ging so weiter. In jeder Auszeit waren sie wieder da: die "Christian"-Rufe, die Banner, die "CP"-Zettel. Auch Maskottchen BalLEo und die Cheerleader machten mit: Sie trugen Buchstabe für Buchstabe den Namenszug "Christian" auf ihren T-Shirts. Gänsehautstimmung in der Arena. Sollte Dagur Sigurdsson seinen Job als Bundestrainer aufgeben, dann gilt Prokop nach wie vor als erste Wahl für dessen Nachfolge.

Eine schwierige Partie gewann der SC DHfK Leipzig am Sonntag gegen den TSV GWD Minden.

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Hinein ins Spiel: Die Leipziger führten schnell mit 3:1 gerieten dann aber ins Stottern. Der TSV GWD Minden bereitete den Grün-Weißen mit seiner aggressiven Deckung ein ums andere Mal Probleme und drehte das Spiel. In der 24. Minute lagen die Gäste plötzlich 8:5 in Führung.

"Wenn es im Angriff nicht läuft, nimmt man den Frust auch mal mit in die Abwehr", sagte Prokop. Mit einer Ergebnisdelle von 9:12 ging der SC DHfK in die Halbzeitkabine. "Wir haben das Spiel so schwer erwartet, Minden hat aber nichts gezeigt, auf das wir nicht vorbereitet waren", sagte der ehemalige GWD-Spieler Christoph Steinert, der nach seiner Schulterverletzung ein Comeback feierte.

Die Leipziger kämpften sich zurück in die Partie und benötigten noch gut zehn Minuten. Franz Semper erzielte in der 41. Minute mit dem 15:15 wieder den Ausgleich. Es war noch nicht die Wende, Minden zog noch einmal auf 18:15 davon. "Andere Mannschaften kippen in so einer Phase weg", so Prokop. Die Zuschauer spürten jetzt was zu tun ist: aufstehen und anfeuern.

Alen Milosevic glich in der 51. Minute mit dem 18:18 abermals aus und leitete damit zum Krimi in der Schlussphase ein. Pech für die Gastgeber, ein deutliches Fußspiel von Aleksandar Svitlica sahen die Schiedsrichter nicht. Auf der Gegenseite hämmerte der Montenegriner dafür einen Siebenmeter nur an die Latte. Der Wahnsinn nahm seinen Lauf: Aivis Jurdzs holte zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff mit dem 20:19 die Führung zurück. Minden verlor danach den Ball, Niklas Pieczkowski traf nur den Pfosten.

Noch 35 Sekunden und Angriff für GWD. Lukas Binder fing den Ball weg und schaute ungläubig zum Schiedsrichter und auf die Uhr. Ein Pfiff blieb aus und es waren noch zehn Sekunden auf der Uhr. "Ich war mir nicht sicher, ob ich aufs leere Tor werfen sollte", so der Kapitän. Binder traute sich mit einem langen übers gesamte Parkett: 21:19 und Sieg für Leipzig! "Meine Spieler sitzen enttäuscht in der Kabine. Wenn wir schon gut spielen, wollen wir auch punkten", meinte Gäste-Coach Frank Carstens.
Matthias Roth

SC DHfK : Vortmann, Putera - Semper 1, Steinert 1, Rojewski, Jurdzs 2, Binder 4, Janke 1 , Pieczkowski 5, Roscheck, Strosack, Meschke 1, Becvar 1, Milosevic 5/2

TSV GWD Minden : Eijlers, Sonne-Hansen 1 - Freitag 1, Schäpsmeier 3, Kozlina, Freiman 1, Sjöstrand 3, Suedmeier, Larsson, Gullerud, Michalczik 3, Wieling, Svitlica 4/2, Doder 3

Zeitstrafen: DHfK -, GWD 6 Minuten

Siebenmeter: DHfK 4/2, GWD 3/2

Zuschauer: 3969

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