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Füchse Berlin wanken – SC DHfK Leipzig verliert unglücklich

DHB-Pokal Füchse Berlin wanken – SC DHfK Leipzig verliert unglücklich

Spektakuläres Spiel mit einem unglücklichen Ende für den SC DHfK Leipzig: Der Bundesliga-Aufsteiger brachte die Füchse Berlin am Sonntag an den Rand einer Niederlage. Die Favoriten aus der Hauptstadt zitterten sich zum Sieg und ziehen in die nächste Runde des DHB-Pokals ein.

Leipzigs Philipp Pöter (M.) wird von den Berlinern Ignacio Plaza Jimenez (l.) und Jakov Gojun attackiert.

Quelle: dpa

Leipzig. Spektakuläres Spiel mit einem unglücklichen Ende für den SC DHfK Leipzig. Die Füchse Berlin haben am Sonntag mit einem 26:24-Sieg (13:13) die nächste Runde im DHB-Pokal erreicht. Der Favorit strauchelte zwar, schaukelte die Partie aber clever über die Zeit.

"Ich bin heute über viele Dinge erfreut", sagte nach dem Abpfiff der Leipziger Trainer Christian Prokop. Auch wenn es nicht zum Sieg reichte: "Die Moral stimmt, wir haben auch bei Rückständen nichts weggeschenkt", so der Coach.

Und noch einen positiven Effekt hatte das Spiel, das Trauma Füchse Berlin ist überwunden. Im März hatte der SC DHfK ebenfalls im Pokal noch 19:29 verloren. Prokop musste damals eingestehen: "Wir hatten keine Chance". Völlig anderes Bild am Sonntag in der schwülen Arena: Der Erstligaaufsteiger spielte vor 1219 Zuschauern ganz cool, ließ sich von großen Namen nicht beeindrucken und hielt auch körperlich mit. Gewöhnungsbedürftig für die Fans: Die Leipziger erschienen auf der Anzeigetafel als Folge der Pokalauslosung als Gastmannschaft an zweiter Stelle.

Spektakuläres Spiel mit einem unglücklichen Ende für den SC DHfK Leipzig. Die Füchse Berlin haben am Sonntag (16.08.2015) in Leipzig mit einem 26:24-Sieg die nächste Runde im DHB-Pokal erreicht. Fotos: dpa

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Die Grün-Weißen liefen zunächst einem knappen Rückstand hinterher, Lukas Binder gelang in der 17. Minute mit dem 7:6 erstmals die Führung. Der SC DHfK bestimmte plötzlich das Spiel und zwei Männer ragten aus einem kompakten Team heraus: Felix Storbeck und Philipp Pöter. Der Keeper parierte allein im ersten Durchgang ein Dutzend Bälle. Spielmacher Pöter erzielte insgesamt acht Tore, versenkte dabei alle sechs gepfiffenen Siebenmeter und führte in der Mitte klug Regie.

"Nach dieser fantastischen Leistung wird Felix nächste Woche auch gegen Hamburg beginnen. Seine Paraden sind für uns überlebenswichtig, weil wir körperlich in der Bundesliga noch immer unterlegen sind", meint Prokop.

Die Zuschauer sahen aber auch die Schwächen des SC DHfK: Zwischen der 24. und 26. Minute leisteten sich die Leipziger in Überzahl gleich zwei Fehlabspiele nacheinander. Dazu kassierte Christoph Steinert seine zweite Zeitstrafe. "Es war trotzdem eine geile erste Halbzeit auf Augenhöhe", sagte Storbeck.

Die Füchse taten sich mit der Leipziger Abwehr schwer, hatten aber in Petar Nenadic ihren stärksten Akteur. Der Serbe suchte oft im Alleingang die Entscheidung und erzielte bis zur Pause fünf Tore. Auch in der zweiten Hälfte war der 29-Jährige mit drei weiteren Toren nicht zu stoppen und zeigte seine internationale Klasse beim EHF-Pokalsieger.

Vielleicht haben die Berliner in der ersten Halbzeit noch mit angezogener Handbremse agiert, zu Beginn des zweiten Durchgangs drehten sie richtig auf. Bis zur 38. Minute gingen die Füchse mit 17:13 in Führung und schienen damit schon eine Vorentscheidung geschafft zu haben. Leipzig scheiterte ein ums andere Mal am dichten Berliner Innenblock, die Füchse bestraften das mit blitzschnellen Kontern. Zwischenzeitlich lag der Aufsteiger sogar mit 17:23 zurück. "Wie wir danach noch einmal aufgeholt haben, das war überragend", so Storbeck.

Dann der große Auftritt von Neuzugang Marvin Sommer. Mit zwei Kontertoren nacheinander brachte er seine Mannschaft mit dem 23:24-Anschlusstreffer wieder zurück ins Spiel. Die letzten fünf Minuten verfolgte die tobende Halle im Stehen, um in der 57. Minute den dritten Treffer von Sommer in Folge im Duell mit Berlins Torhüter Silvio Heinevetter zu bejubeln. Sommer ganz abgezockt: "Ich habe nicht darüber nachgedacht, wer bei denen im Tor steht, sondern laufe einfach meinen Konter und schließe ab." Mehr als der Ausgleich zum 24:24 war aber nicht mehr drin. "Da haben wir vielleicht zum Schluss die falschen Entscheidungen getroffen", so Sommer. Die Berliner zitterten sich schließlich über die Ziellinie und hatten anschließend Glück bei der Auslosung. Im Achtelfinale sorgt der THW Kiel für eine volle Halle in Berlin.

Pech: Auf der Verletztenliste der Leipziger steht ein weiterer Name. Benjamin Meschke hat sich beim Spiel am Sonnabend gegen den TSV Altenholz bei einem Ellenbogenschlag das Nasenbein gebrochen. Der Kreisspieler ist aber zuversichtlich: "Gegen Hamburg will ich nächste Woche wieder spielen."

Vom Tisch ist eine weitere Neuverpflichtung beim SC DHfK. Der verletzte Sergey Zhedik mache gute Fortschritte und wird wahrscheinlich schon beim zweiten Saisonspiel gegen MT Melsungen wieder fit sein.

Schöne Geste des SC DHfK: Der Verein lud Flüchtlinge aus der Ernst-Grube-Halle zum Spiel ein.

Statistik

Füchse: Stochl, Heinevetter - Wiede 1, Elisson 2/2, Fritz, Vukovic 4, Gojun, Vrazalic, Nenadic 8, Tönnesen 1, Plaza Jimenez 1, Weyhrauch 3, Nielsen 1, Petersen 5/2

SC DHfK: Storbeck, Putera, Steinert 2, Jurdzs 3, Pöter 8/6, Oehlrich, Binder 1, Janke 1, Greß, Sommer 4, Roscheck, Milosevic 3, Krzikalla 2, Naumann, Remke

Siebenmeter: Füchse 4/7, SC DHfK 6/6

Zeitstrafen: Füchse 4 , SC DHfK 4

Zuschauer: 1219

Schiedsrichter: Hanspeter Brodbeck/Simon Reich

Arena Leipzig 51.3445 12.352865
Arena Leipzig
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