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Ganz starker Start: SC DHfK Leipzig feiert Auftaktsieg gegen Bergischen HC

Handball-Bundesliga Ganz starker Start: SC DHfK Leipzig feiert Auftaktsieg gegen Bergischen HC

Dem SC DHfK Leipzig gelingt ein glänzender Start in die zweite Spielzeit in der ersten Handball-Bundesliga. Vor heimischer Kulisse fertigte das Team von Trainer Christian Prokop am Sonntag die Gäste vom Bergischen HC ab.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Überzeugender als der SC DHfK Leipzig kann man eine Saison kaum beginnen. Die Messestädter fertigten am Sonntagnachmittag den Bergischen HC auf eigenem Parkett 30:21 (14:8) ab. Vor 3354 begeisterten Zuschauern präsentierten sich die Hausherren in allen Mannschaftsteilen in überzeugender Form. Die eingesetzten Neuzugänge rechtfertigten ihre Verpflichtung direkt.

"Ich bin rundum zufrieden heute", machte Coach Christian Prokop nach dem Abpfiff das größtmögliche Kompliment. Er hob vor allem die konsequente und disziplinierte Umsetzung der vorgegeben Marschroute hervor. "Wir haben zu keiner Zeit Harakiri gespielt." Ganz anders resümierte sein Gegenüber Sebastian Hinze. "Uns hat heute all das gefehlt, was unser Spiel ausmacht. Kompakte Abwehr, in die Zweikämpfe kommen, das Spiel des Gegners unterbrechen und so Ballgewinne erzeugen. Wenn das nicht klappt, dann wird es ganz ganz schwer."

Prokop vertraute zunächst auf Lukas Binder, Aivis Jurdzs, Maximilian Janke, Bastian Roscheck (im offensiven Wechsel mit Andreas Rojewski), Alen Milosevic und Peter Strosack. Im Tor durfte Milos Putera ran, der, man kann es direkt vorweg nehmen, einen starken Job machte und damit die Grundlage für alles Weitere legte. Die Grün-Weißen brauchten im Angriff einige Minuten, um sich aufzuwärmen, waren aber defensiv sofort voll da. In Hälfte eins ließen die Hausherren lediglich acht Gegentore zu, ein zweifellos starker Wert. Das erste Saisontor erzielte Neuzugang Rojewski, die erste Führung gab es in der 10. Minute durch einen Treffer von Kapitän Binder zum 4:3.

Mehr Zug auch ins Offensivspiel kam spätestens mit der Hereinnahme von Europameister Niclas Pieczkowski in der 12. Minute. Der blonde Schlacks führte sich in Halbzeit eins direkt mit drei Treffern ein und verlieh dem Rückraum die erhoffte zusätzliche Durchschlagskraft. "Es ist natürlich immer schön, wenn die erste eigene Aktion im Spiel gleich klappt", meinte er später. Neuzugang drei, Tobias Rivesjoe, nahm zunächst hinter der Mannschaftsbank Platz. Nicht dabei war der ebenfalls im Sommer an die Pleiße gewechselte Roman Becvar, der an einem Muskelfaserriss laboriert. Grund zur Freude hatte er dennoch. Am Samstag wurde Becvar zum ersten Mal Vater. Seit genau 4.26 Uhr ist Max auf der Welt gekommen. Der kleine Stammhalter ist 53 Zentimeter groß und wiegt 3800 Gramm.

Gelungener Saisonauftakt in der Handball-Bundesliga: Vor heimischer Kulisse in der Arena Leipzig schlug der SC DHfK den Bergischen HC.

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 Auf dem Parkett merkte man dem SC DHfK die Freude über den Saisonstart deutlich an. Die Mannschaft versprühte Spielfreude. "Als die Anspannung weg war, war es ein gutes Gefühl wieder hier zu stehen", so Alen Milosevic. Der Trainer der Saison 2015/16 Prokop erwies sich einmal mehr als ausgebufft. Die neue Regelung zum Einsatz eines siebten Feldspielers ging in der Schlussphase der ersten 30 Minuten direkt in die praktische Umsetzung. Gleich drei grün-weiße Treffer resultierten aus den Überzahlsituationen. "Das hat der Christian sehr gut gemacht", lobte Kollege Hinze. Das 14:8 zur Pause war vollauf verdient. Die Hausherren knüpften nahtlos an die starken Heimauftritte der Vorsaison an.

Hälfte zwei begann mit einem Doppelschlag der Hausherren zum 16:8. Die Gäste sahen sich nun vermehrt unter Zugzwang und stellten auf eine deutlich offensivere Abwehr um. Das frühe Herausrücken bereitete dem SC DHfK tatsächlich zumindest zwischenzeitlich Probleme. "Es war die einzige Phase, wo wir Leipzig in Bedrängnis bringen konnten", meinte der Trainer des BHC. Ernstlich in Gefahr geriet die deutliche Führung allerdings nie. Zu überzeugend war die Leistung im Rückraum, wo sich sowohl Pieczkowski und Janke als auch Rojewski und Jurdzs erfolgreich abwechselten. Zudem wussten die Grün-Weißen auch ihre gewohnten Stärken beim Tempogegenstoß auszuspielen. Dazu die bärenstarke Abwehr mit Putera und im weiteren Verlauf Jens Vortmann im Tor. "Das vor allem war heute sicher einer der Schlüssel", lobte Pieczkowski seine Kollegen. Die Gäste hatten dem letztlich nichts entgegenzusetzen.

Der Jubel nach dem Abpfiff war entsprechend groß. Der erfahrene Rojewski pustete einmal kräftig durch und umarmte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther. "Es war heute eine besondere Partie für mich, das erste Saisonspiel, das erste Match beim neuen Verein. Es ist gut, dass es so geklappt hat", so "Roje", der gut angekommen zu sein scheint in Leipzig. "In der Mannschaft herrscht eine super Atmosphäre. Es ist sehr harmonisch, im Training aber trotzdem immer sehr fokussiert. Die Jungs haben es uns Neuen leicht gemacht, sich einzufügen."

Nach dem starken Start erwartet die Grün-Weißen nun direkt das Duell mit dem SC Magdeburg am kommenden Sonntag. "An den SCM haben wir ja gute Erinnerungen", scherzte Alen Milosevic. Für Rojewski ist das Derby die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. "Ich hätte es natürlich lieber gesehen, wenn diese Paarung später ansteht. Aber was weg ist ist weg. Ich freue mich auf Magdeburg. Die Stadt und der Club waren 15 Jahre mein Zuhause. Auch wenn wir da alles andere als Favorit sind. Mit dem Sieg heute können wir uns in jedem Fall gelöster vorbereiten."

Antje Henselin-Rudolph

Spielstatistik

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Putera - Semper 1; Steinert, Rojewksi 8/3,  Jurdzs 6, Binder 4; Janke 2, Pieczkowski 5, Roscheck,  Strosack 2, Meschke 1, Milosevic 1

Bergischer HC: Gustavsson, Rudeck – Preuss 2, Hoße,  M. Hermann 2, N. Artmann,  Gunnarsson 6/5, Nippes 3, Oelze 6,  J. Artmann,  A. Hermann 2, Babak  Vilovski, Jonovski

Siebenmeter: DHfK 3/4, BHC 5/5

Zeitstrafen: DHfK 2 Minuten/BHC 2 Minuten

Erfolgreiche Angriffe: DHfK 63 Prozent, BHC 43 Prozent

Gehaltene Bälle: DHfK 28 Prozent, BHC 19 Prozent

Abgewehrte Angriffe: DHfK 57 Prozent, BHC 38 Prozent

Zuschauer: 3354

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