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Gekämpft bis zum Schluss - aber chancenlos: SC DHfK unterliegt dem THW Kiel mit 27:43

Gekämpft bis zum Schluss - aber chancenlos: SC DHfK unterliegt dem THW Kiel mit 27:43

Leipzig. Am Ende hatten sie erwartungsgemäß nichts zu bestellen: Die Handballer des SC DHfK Leipzig sind in der dritten Runde des DHB-Pokals ausgeschieden.

Gegen den Titelverteidiger, Deutschen Meister und Champions-League-Sieger THW Kiel unterlagen die Grün-Weißen am Mittwochabend deutlich mit 27:43 (15:23). Die Stimmung in der ausverkauften Arena Leipzig fühlte sich aber so gar nicht nach Niederlage an. Die 5700 Fans feierten ein sich hartnäckig wehrendes Heimteam, einen starken Gegner, sich selbst und einen tollen Handballabend.

"Wir haben ganz ordentlich gespielt", meinte Gästetrainer Alfred Gislason, bevor er die Stimmung im Besonderen und das Handballprojekt der Messestadt im Allgemeinen lobte. "Der Sieg ist vielleicht etwas zu hoch ausgefallen. Leipzig hat lange gut mitgehalten."

Neben der Atmosphäre durften sich die Hausherren vor allem über eine starke Anfangsphase freuen. Denn es waren nicht die hoch favorisierten und mit Nationalspielern gespickten Gäste, die nach sechs Minuten 4:2 führten. Die teilweise Besorgnis erregenden Leipziger Vorstellungen der vergangenen Wochen waren vergessen. Die DHfK-Jungs zeigten Spielfreude, Biss, agierten hinten zwischenzeitlich durchaus aggressiv und versuchten früh zu stören.

Fotos vom Spiel des SC DHfK Leipzig gegen den THW Kiel:

 

„Heute war viel mehr Zug drin als in den letzten Spielen“, meinte RB-Leipzig-Spieler Timo Röttger. Der Kicker gehört zum Stammpublikum des SC DHfK und tauschte vor der Saison das Trikot mit René Boese. „Die Jungs wollten den Zuschauern etwas zeigen. Und natürlich war die Kulisse super.“ Einer, der richtiggehend über sich hinauswuchs war Pavel Prokopec. Der 32-jährige Tscheche warf wie bis dato noch nie im grün-weißen Trikot und zeigte sich auch vom Punkt treffsicher. "Wir hatten viel Struktur im Angriff. Das hat mich doch sehr gefreut", kommentierte DHfK-Coach Uwe Jungandreas. "Auch wenn wir natürlich zu viele Chancen vergeben haben. Da haben wir uns deutlich verbessert."

Für ein paar Momente schienen die Gäste aus dem hohen Norden von diesem Gesamtpaket beeindruckt. Es blieb bei diesen Momenten. Spätestens ab der 19. Minute, als die Kieler erstmals auf vier Tore davonzogen, hatten sie die Partie unter Kontrolle. Nun bekamen die Zuschauer eine kleine Kostprobe vom großen Kieler Handball. Locker-leicht fielen die Tore des THW. Vor allem Daniel Narcisse, Gudjon Valur Sigurdsson und Momir Ilic agierten beinahe nach Belieben. Wem das noch nicht genügend Übermacht war, dem genügte ein Blick auf die Kieler Bank. Coach Alfred Gislason bemühte in der ersten Häfte weder Thierry Omeyer noch Welthandballer Filip Jicha.

Auch Abseits des Spielfeldes herrschte tolle Handball-Atmosphäre:

Die durften mit Beginn der zweiten Hälfte ran. Da lagen die Leipziger dann doch schon 15:23 hinten. Glanzlichter gab es dennoch, zum Beispiel als der ebenfalls nach der Pause hereingekommene Michael Galia einen Siebenmeter von Landsmann Jicha hielt. Die Zuschauer tobten, wie bei jeder gelungenen Aktion der Hausherren. Mit einem zufriedenen Schmunzeln dürfte so mancher registriert haben, wie sehr sich Omeyer über Treffer von Rico Göde oder Steve Baumgärtel ärgerte. Auch bei einer Zehn-Tore-Führung: Der französische Spitzen-Keeper monierte jeden Fehler seiner Vorderleute lautstark und diskutierte zwischenzeitlich gestenreich mit der Bank.

Omeyers Besorgnis war unbegründet: Die Partie endete natürlich standesgemäß. Er und seine Mitspieler waren dem SC DHfK in allen Belangen überlegen und zeigten durchaus das eine oder andere Kabinettstückchen. Gegen Ende nahmen sie die kräftemäßig doch etwas mitgenommenen Leipziger regelrecht auseinander. "Da sind wir ins offene Messe gelaufen", so Jungandreas. Betrübte Gesichter gab es deswegen kaum. Dafür hatten auch die Verlierer einen zu einmaligen Abend erlebt. Leipzigs Trainer dachte indes schon wieder an die Liga, in der es momentan nicht rund läuft: "Wir müssen am Sonntag gegen Nordhorn ran. Da müssen wir vor allem in der Abwehr zulegen."

Leipzig:

Galia; Pulay; Dietzmann; Emanuel (2); Streitenberger (1); Baumgärtel (3); Binder (1); Boese (2); Jacob (6); Riehn (1); Prokopec (8/5); Feld; Göde (2); Müller; Telehuz.

Kiel:

Omeyer; Palicka; Toft-Hansen (1); Sigurdsson (8); Sprenger (6); Ahlm (2); Wiencek (3); Ekberg (2); Zeitz (3); Narcisse (5); Ilic (5/2); Klein (1); Jicha (1); Vujin (6/2).

Siebenmeter:

Leipzig 5/5; Kiel 4/5.

Strafen:

Leipzig 3; Kiel 1.

Antje Henselin-Rudolph

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