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Gekämpft bis zum Schluss und doch verloren - SC DHfK Leipzig unterliegt TV Emsdetten knapp

Gekämpft bis zum Schluss und doch verloren - SC DHfK Leipzig unterliegt TV Emsdetten knapp

Leipzig. Es hat erneut nicht sollen sein. Der SC DHfK Leipzig hat am Samstagabend die zweite Niederlage in Folge kassiert. Die Messestädter unterlagen vor 2290 Zuschauern dem TV Emsdetten 30:31 (17:14) und konnten so im Abstiegskampf keinen Boden gutmachen.

Dabei mussten sie im Verlauf der Partie dem hohen Tempo und den fehlenden personellen Möglichkeiten zunehmend Tribut zollen.

"Das hätten wir gewinnen müssen", meinte ein enttäuschter Steve Baumgärtel, der mit acht Treffern zu den Besten auf dem Feld gehörte. "Wir bringen den Gegner immer an den Rand des Abgrunds, stürzen ihn aber nicht hinunter", ergänzte DHfK-Trainer Uwe Jungandreas.

Dass die Aufgabe gegen den Tabellenprimus alles andere als leicht werden würde, war von vornherein klar. Mit Rico Göde, Pavel Prokopec, Eric Jacob und Ole Dietzmann fehlten erneut vier Leistungsträger. Nach ausgeglichenem Beginn kamen die Hausherren aber immer besser ins Rollen. Der Knoten platze in der 10. Minute, als Gabor Pulay einen Siebenmeter gegen Emsdettens Torschützen vom Dienst, Jeffrey Boomhouwer (127 Saisontreffer), hielt. Innerhalb von neun Minuten, in denen die Gäste praktisch nicht stattfanden, zogen die Hausherren auf 12:6 davon. Alexander Feld erhöhte den Vorsprung wenig später sogar auf 14:7.

"Das war überragender Handball", lobte Gästecoach Patrik Liljestrand. "Wir wollten diese zwei Punkte unbedingt", kommentierte Jungandreas. "Ich denke, das hat man auch gesehen. Das war in Abwehr und Angriff sehr gut. Wir haben losgelegt wie die Feuerwehr."

Doch bereits zu diesem Zeitpunkt war sichtbar: Die Grün-Weißen würden das hohe Tempo wohl nicht halten können. In der Abwehr agierten die Leipziger aufmerksam aber aufwändig. Auch die Angriffe kosteten sichtlich Kraft. Durch die fehlenden personellen Alternativen war für die stark auftretenden Leistungsträger wie Alexander Feld, Steve Baumgärtel (beide vier Tore in der ersten Hälfte) und den am Kreis unermüdlich ackernden Thomas Oehlrich keine Entlastung in Sicht.

SC DHfK kann das hohe Tempo nicht durchhalten

 

Das machte sich bereits ab der 26. Minute schmerzlich bemerkbar. Die Gäste aus Emsdetten waren zurück. Und während die Hausherren nun vorn mit dem Wurfglück haderten, mehrten sich auch in der Abwehr kleine Unaufmerksamkeiten. Die Folge: Zur Pause war der Vorsprung auf 17:14 zusammengeschmolzen.

Nach Wiederbeginn konnten die Jungs des SC DHfK dann noch etwa fünf Minuten mithalten. Das Tor von 20:16 von Feld sollte für die nächsten zwölf Minuten das letzte Leipziger Tor bleiben. Denn nach vorn ging bei den Hausherren nun nichts mehr. Lukas Binder und René Boese verwarfen freistehend. Zahlreiche weitere Chancen blieben ungenutzt. Nils Babin im Tor des TVE wuchs über sich hinaus. Und obwohl sich auch Gabor Pulay im Kasten redlich mühte, mehrere Versuche der Gäste entschärfte, war es dann doch soweit: In der 41. Minute glich Boomhouwer zum 20:20 aus. Kurz darauf traf Ernir Arnarson zur 21:20-Führung von Emsdetten.

"Vielleicht ist das die Unsicherheit, die die Tabellensituation mitbringt", versuchte Alexander Feld im Nachgang eine Erklärung. Es sei normal, dass man eine derart starke Phase wie in der ersten Hälfte nicht 60 Minuten lang durchhalte. "Es ist immer ein Auf und Ab. Das ging Emsdetten ja nicht anders."

Dennoch: Die Körpersprache der Hausherren verhieß zwischenzeitlich nichts Gutes. Die Nerven flatterten, wie schon zu oft in dieser Saison. Igor Levshin versuchte sich nun im Kasten, verließ selbigen beim Stand von 23:27 in der 51. Minute aber wieder. Inzwischen häuften sich die Fehler der Leipziger. Aber sie kämpften, sie arbeiteten, sie bissen, sie gaben alles. Und sie waren dran. 42 Sekunden vor Schluss leuchtete ein 30:31 auf der Anzeigetafel. Die Arena stand Kopf, die Stimmung hatte plötzlich "Grubehölle"-Niveau. Doch es half nichts mehr. Der letzte Wurf, ausgerechnet von Philipp Seitle, landete in den Armen von Babin. "Da hat sich die größere individuelle Klasse der Emsdettener gezeigt", meinte Feld. Patrik Liljestrand machte den Unterschied später zum größten Teil an Nils Babin fest.

Von fehlender Kraft wollte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther im Anschluss nichts hören. "Sie sind doch noch mal gekommen", polterte er sichtlich mitgenommen. "Wir lassen so viel liegen, zu viel." Immerhin: Im nächsten Heimspiel gegen Hüttenberg ist laut Günther eventuell mit der Rückkehr von Göde und Prokopec zu rechnen. Für Jacob und Dietzmann ist die Saison dagegen beendet.

Leipzig:

Levshin; Pulay; Emanuel; Streitenberger (3); Baumgärtel (8/3); Oehlrich (1); Binder; Ogano; Gerlich (5); Boese (5/2); Riehn; Seitle; Krzikalla; Feld (8).

Emsdetten:

Babin; Feshchanka; Selmanovic (5/3); Kvalvik (1); Bozovic (6); Reiser; Thünemann (2); Schüttemeyer; Boomhouwer (5/1); Ragnarsson (6); Schulz (2); Perez (1); Arnarson (3).

Siebenmeter:

Leipzig 5/6; Emsdetten 4/5.

Strafen:

Leipzig 3; Emsdetten 3.

Antje Henselin-Rudolph

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