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Geschlagen in die Winterpause: SC DHfK verliert in Melsungen

Handball-Bundesliga Geschlagen in die Winterpause: SC DHfK verliert in Melsungen

Mit einer herben Auswärtsniederlage hat sich der SC DHfK Leipzig am Sonntag in die Winterpause verabschiedet. Beim Tabellenfünften MT Meldungen verlor der Handball-Bundesligist mit 23:31 (12:18). Die besten Leipziger waren Philipp Weber mit sechs und Sergey Zhedik mit fünf Treffern.

Sergey Zhedik beim Wurf.

Quelle: Rainer Justen

Leipzig/Kassel. Im letzten Spiel des Jahres vor 4300 Zuschauern in der ausverkauften Messehalle Kassel konnte das Team von Trainer Christian Prokop den Hausherren nur phasenweise Paroli bieten. Vor allem im Angriff erlaubten sich die Gäste zu viele Fehler. Fast zehn Minuten lang blieben die Grün-Weißen Mitte der ersten Halbzeit ohne Tor und auch in der zweiten Halbzeit wollte im Angriff nicht viel gelingen. "Wir wollten nach der schwachen Leistung in Göppingen eine Reaktion zeigen - das ist uns von der ganzen Körpersprache und Einstellung her auch gelungen", erklärte Prokop nach dem Abpfiff. "Allerdings hat uns im Rückraum die Qualität gefehlt, unsere Wurfquote war zu schwach."

Dabei sah es bis zur 13. Minute nach einer möglichen Überraschung aus. Mit einem Kontertor zum 8:7 brachte Leipzigs Benjamin Meschke den SC DHfK in Führung, nachdem sich Melsungen in der Anfangsphase bereits ein 6:2-Polster (6.) aufgebaut hatte. DHfK-Kapitän Lukas Binder: "In dem Moment spürt man als Spieler: Hier geht was. Doch dann kommt eine Phase, in der uns zehn Minuten kein Tor gelingt - das bricht einem das Genick." MT-Coach Michael Roth nahm nach dem Führungswechsel die erste Auszeit, und die zeigte Wirkung. Bis zur 23. Minute ging bei den Leipzigern nichts mehr, während Melsungen bis auf 13:8 davon ziehen konnte. Der stark parierende Johan Sjostrand im Kasten der Gastgeber machte den verletzungsgeplagten Leipziger immer wieder das Leben schwer. Sie waren ohne etatmäßigen Rechtsaußen – Lucas Krzikalla wird diese Woche an der Achillessehne operiert – nach Nordhessen gereist.

Mit 18:12 ging es in die Pause. Erneut drohte eine herbe Schlappe wie im Hinspiel, als der SC DHfK beim 21:32 (7:16) die höchste Saison-Niederlage kassiert hatte. Doch Leipzigs Coach Prokop schien seine Jungs in der Pause wieder auf Linie gebracht zu haben. Franz Semper verkürzte nach dem Wiederanpfiff auf 18:14, während Interims-Keeper Mathias Lenz grandios parierte. Näher kamen die Grün-Weißen nicht mehr heran.

Melsungen routiniert und abgezockt

Nachdem Melsungens Spielmacher Tim Schneider Leipzigs Lukas Binder niedergestreckt hatte, griffen die Schiedsrichter ein: Rote Karte nach der dritten Zeitstrafe und ab unter die Dusche. Die Unterzahlsituation konnten die Leipziger indes nicht für sich nutzen, mit mehr Elan als noch gegen Göppingen scheiterten sie doch immer wieder vorm Tor. Nach 45 Minuten lag der Rückstand bei sieben Toren (24:17). "Melsungen hat sehr kompakt und defensiv gegen uns gestanden", analysierte Trainer Prokop das Spiel. "Durch unsere Fehler im Angriff kam der Gegner immer wieder zu leichten Kontertoren."

Die Gastgeber spielten die Partie routiniert runter. Auch wenn Binder und Weber noch erfolgreich zum Abschluss kamen, der Rückstand wollte nicht geringer werden: Elf Tore in dreißig Minuten waren schlicht zu wenig. In der letzten Spielminute zeigten die Müller-Zwillinge noch einen Kempa-Trick. Leipzigs Keeper Lenz war machtlos: 31:23. Melsungen hatte gewonnen. Die Halle tobte. "Das Ergebnis liest sich drastischer, als das Spiel war", stärkte Kapitän Binder seinen Jungs den Rücken."Ich persönlich bin heute zufrieden, weil wir nach unserer schlechtesten Saisonleistung vor vier Tagen in Göppingen gut zusammengestanden haben."

Prokop unterstrich die bisherige Bilanz nach der Hälfte der Saison: "Wir haben in dieser Saison 17 Punkte geholt, weil immer wieder einzelne unserer Spieler über sich hinausgewachsen sind. Das ist aktuell nicht der Fall, derzeit liefern wir eher Normalmaß ab, was auswärts gegen individuell stark besetzte Gegner nicht ausreicht." Die besten Leipziger Torschützen waren Philipp Weber mit sechs Treffern und Sergey Zhedik mit fünf Treffern. Für Melsungen erzielte Momir Rnic neun Tore.

Nun haben die Spieler des SC DHfK erstmal Zeit, ihre Wunden zu lecken. "Die lange Hinrunde hat an unseren Kräften gezehrt. Jetzt ist es wichtig, dass sich die Mannschaft erholt", sagte Prokop noch am Sonntag. "Denn 17 Punkte werden für den Klassenerhalt nicht reichen. Und wir müssen bei den nächsten drei schweren Auswärtsspielen im Februar aufpassen, dass unser Torverhältnis nicht den Bach runtergeht." Nach der EM in Polen geht es im regulären Spielbetrieb der Leipziger wieder am Mittwoch, 10. Februar, los. Das Derby in Magdeburg wird um 19 Uhr angepfiffen. Bis zum nächsten Heimspiel müssen die Fans der Grün-Weißen noch weit länger warten: Erst am 5. März kommen die Stuttgarter vom TV Bittenfeld in die Arena.

Statistik

MT Melsungen: Johan Sjöstrand (T), René Villadsen (T), Marino Maric (4), Johannes Sellin (3), Johannes Golla, Patrik Fahlgren (2), Jan Forstbauer (1), Christian Hildebrand, Felix Danner (1), Philipp Müller (2), Jeffrey Boomhouwer, Momir Rnic (9/4), Timm Schneider (3), Michael Allendorf (3), Michael Müller (3)

Siebenmeter: 4/5
Zeitstrafen: 8 Minuten, 1x rote Karte (Schneider)

SC DHfK Leipzig: Felix Storbeck (T), Mathias Lenz (T), Franz Semper (3), Christoph Steinert (1), Aivis Jurdzs, Philipp Pöter, Lukas Binder (4), Sebastian Gress, Marvin Sommer (3/1), Bastian Roscheck, Philipp Weber (6/2), Sergey Zhedik (5), Benjamin Mescke (1), Alen Milosevic

Siebenmeter: Melsungen 5/3, DHfK: 5/4

Zeitstrafen: beide 8 Minuten

Zuschauer: 4300

joka/nöß

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