Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
Gnadenlose Gummersbacher: SC DHfK Leipzig siegt nach brutaler Schlussphase

Handball-Bundesliga Gnadenlose Gummersbacher: SC DHfK Leipzig siegt nach brutaler Schlussphase

So eine Schlussphase gibt es auch im Handball selten: Mit zeitweise nur noch zwei Feldspielern stand Gummersbach gegen den SC DHfK auf der Platte. Als die Leipziger Handballer dann mit 24:22 (15:12) auswärts gewonnen hatten, quittierte das Publikum den hart erkämpften Sieg mit Pfiffen.

Die einzige Szene, bei welcher die 30 Leipziger Fans die DHfK-Spieler lachend auf der Platte sahen: Beim Feiern. Zuvor gingen die Hausherren rüde gegen die Grün-Weißen vor. Einige der Leipziger machten Bekanntschaft mit der harten Spielfläche.

Quelle: Rainer Justen

Gummersbach/Leipzig. Das Sonntagsspiel in der Schwalbe-Arena dauerte gerademal 56 Sekunden, da trat Christoph Steinert für den SC DHfK an den Sieben-Meter-Punkt und verwandelte zur 1:0-Führung. Der VfL Gummersbach glich umgehend aus. So ging es die nächsten Minuten weiter: Leipzig ging in Führung, die Hausherren zogen gleich. Erst Lukas Binders Treffer brachte die Grün-Weißen mit 3:5 in Führung. Kurz darauf musste Bastian Roscheck für zwei Minuten auf die Bank. Aus dem Spiel heraus hatte Gummersbach Schwierigkeiten. Aber die Siebenmeter, die die Blau-Weißen zugesprochen bekamen, verwandelte Kevin Schmidt sicher. Bindi und Niclas Pieczkowski hielten den Abstand jedoch konstant.

Vor der Partie trennten Gummersbach und die etwas besser platzierten Leipziger nur ein Punkt in der Tabelle. Auch auf der Platte schenkten sich beide Teams nichts. Sowohl der SC DHfK als auch die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic waren in der ersten Spielphase extrem konzentriert in der Abwehr und leisteten sich wenige Fehlwürfe. Doch trotz erneuter Unterzahl (diesmal Pieczkowski) zog der SC DHfK bis zur 20. Minute mit Lukas Binders viertem Treffer zum 6:10 davon. Danach brauchten die Hausherren eine Auszeit. Gummersbachs 106-Kilo Recke Evgeni Pevnov verkürzte umgehend. Die Sachsen ließen einfach nicht locker, beim VfL häuften sich die Fehler in der Deckung: Zwischenzeitlich lag die Sieben von Coach Christian Prokop sechs Tore in Führung. Ein kleiner Zwischensprint brachte die Gummersbacher aber wieder auf den Halbzeitstand von 12:15 heran. Der Trainer lobte sein Team nach der Partie: "Wir haben in den ersten 30 Minuten das beste Angriffsspiel der noch jungen Saison gemacht und gegen diese guten Torhüter starke Würfe gezeigt."

DHfK-Abwehrchef Roscheck muss vorzeitig unter die Dusche

Nach dem Wiederanpfiff scheiterte zuerst Kevin Schmidt an Leipzigs Keeper Milos Putera, eine Minute später dann Steinert am Tormann des VfL. Bastian Roscheck musste kurz darauf zum zweiten Mal auf die Bank. Andreas Schröder nutzte die so entstandene Überzahlsituation zum 13:15. Das nächste Siebenmeter-Duell Schmidt gegen Putera entschied dann der Gummersbacher für sich und als Simon Ernst dann zum Ausgleich traf, nahm Leipzigs Trainer Prokop eine Auszeit.

Franz Semper warf direkt nach der Ansprache die erneute Führung, fing sich dabei einen Stoß von Simon Ernst, der dafür auf die Bank musste (38. Minute). Kaum war Ernst wieder auf der Platte hing er auf einmal in Bastian Roschek (41. Minute). Die Unparteiischen sprachen die dritte Zwei-Minuten-Strafe gegen den Leipziger Abwehrchef aus: Disqualifikation. Trotz Unterzahl glänzten Maximilian Janke und Franz Semper vor dem gegnerischen Tor und der DHfK zog auf 16:20 davon. "Es war zu beim Stand von 15:15 eine große Prüfung, weiter zu kämpfen und keine negative Stimmung aufkommen zu lassen. Das hat mein Team super gemacht", so der Coach.

Gummersbach nur noch mit zwei Feldspielern auf der Platte

Nachdem die Hausherren Christoph Steinert in der 51. Minute rüde gefoult hatten, kam Peter Strosack zu seinem ersten Einsatz nach seinem überstandenen Meniskusschaden. Nachdem auch Aivis Jurdzs zwei Minuten gesehen hatte, konnte der VfL Gummersbach mit vollem Körpereinsatz auf 20:21 an Leipzig herankommen. Erst ein Foul von Simon Ernst wurde dann mit einer Zeitstrafe geahndet. Auch Schröder nahm auf der Bank Platz. Und dann flog Tobias Schroeter noch von der Platte. Gummersbach agierte dreieinhalb Minuten vor Schluss nur noch mit drei Feldspielern. Aber die Hausherren hatten nichts gelernt, gingen weiter rüde dazwischen. Keeper Matthias Puhle rannte den angreifenden Binder brutal um und wurde sofort disqualifiziert. Gummersbach hatte noch insgesamt drei Spieler auf dem Parkett. Im Nachwurf des fälligen Siebenmeters traf Alen Milosevic dann zum 21:23.

Die Schlussphase blieb weiterhin zerfahren. Denn auch Leipzigs Roman Becvar nahm noch für zwei Minuten am Spielfeldrand Platz. Nachdem 30 Sekunden vor Abpfiff Zeitspiel gegen Leipzig gegeben wurde, nahm Prokop eine Auszeit. Pieckovski traf kurz darauf für die Grün-Weißen, Ernst noch ein letztes Mal für Gummersbach. Doch es reichte nicht mehr: Den 24:22-Sieg für Leipzig quittierte das Publikum mit wütenden Pfiffen. Auf die Härte des Spiels angesprochen, entgegnete Leipzigs Trainer Prokop, das seien unschöne Szenen, die man im Handball nicht sehen wolle. Und DHfK-Handball-Manager Karsten Günther sagte, so eine Schlussphase habe er noch nicht erlebt. „Da wurde eine harte Gangart an den Tag gelegt.“ Kurzfristig konnte er für den Kader Entwarnung geben, am Sonntagabend waren alle Spieler wohlauf. „Ich gehe davon aus, dass morgen alle zum Training erscheinen.“

In der kommenden Woche ist das Publikum dem DHfK wieder gewogen. Zum Heimspiel am Sonntag, 30. Oktober, steht dann ab 15 Uhr der TV Bittenfeld in Leipzig auf der Platte. Am Mittwoch steht jedoch zunächst noch die Pokal-Partie gegen den Liga-Konkurrenten HSG Wetzlar in Hessen an. Anwurf ist um 19.30 Uhr.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielberichte