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Handballer des SC DHfK Leipzig verschenken Sprung auf einen Aufstiegsplatz

Handballer des SC DHfK Leipzig verschenken Sprung auf einen Aufstiegsplatz

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben den Sprung auf einen Aufstiegsplatz in der zweiten Bundesliga verpasst. Die Messestädter mussten sich am Mittwochabend gegen die HSG Nordhorn-Lingen mit einem 28:28 (15:12) begnügen.

Vor 1851 Zuschauern verschenkten die Grün-Weißen in der zweiten Halbzeit mehrfach einen Vorsprung und damit den Sieg.

"In meinen Augen war es schon ein verschenkter Sieg", kommentierte Lucas Krzikalla nach dem Abpfiff. "Oder ein verlorener, aber das ist am Ende auch egal", sagte Alen Milosevic. Ihr Trainer, DHfK-Coach Christian Prokop, stimmte zu, ohne die Worte direkt so in den Mund zu nehmen, "Natürlich überwiegt in diesem Moment die Enttäuschung", meinte er nach dem Schlusspfiff

Die Vorzeichen für die Hausherren standen, zumindest personell, nicht zu günstig. Mit Alexander Feld und Uli Streitenberger fehlten zwei Akteure verletzungsbedingt. Statt ihrer fand sich mit Sebastian Greß der Kapitän der DHfK-A-Junioren in der Aufstellung. Der ebenfalls angeschlagene Thomas Oehlrich lief zwar auf, beschränkte sich aber auf Einsätze in der Defensive. Prokop vertraute neben ihm auf Philipp Weber, Lukas Binder, Matthias Gerlich, Alen Milosevic sowie Lucas Krzikalla. Im Angriff kam statt "Oehle" Max Jonsson zum Einsatz.

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Alen Milosevic kämpfte besonders in der zweiten Halbzeit beim Spiel gegen HSG Nordhorn-Lingen.

Mit einem Doppelschlag von Milosevic begann die Partie aus grün-weißer Sicht gut. Doch dann war erstmal Schluss mit Positiv. Unter den Augen von Finanzbürgermeister Torsten Bonew und Sportbürgermeister Heiko Rosenthal verloren die Gastgeber den offensiven Faden. Vor allem Weber und Gerlich kämpften mit fehlenden Wurferfolgen. Die beiden Außenspieler wurden quasi gar nicht ins Spiel einbezogen. Da traf es sich aus DHfK-Sicht gut, dass die Gäste nach dem 2:2 durch Nils Meyer in der 8. Minute ebenfalls nicht so recht zu Potte kamen und die Situation nicht nutzen konnten. "Es war kein schönes Spiel in der ersten Halbzeit", bemängelte Gäste-Trainer Heiner Büllmann. Man habe beiden Teams die Nervosität nach der Länderspielpause angemerkt. "Wir haben die Bälle im Angriff zu leicht weggeben", monierte sein Gegenüber.

Es entwickelte sich ein enges Spiel, in dem sich zunächst keiner der Kontrahenten absetzen konnte. Für Belebung auf grün-weißer Seite sorgte die einzige personelle Maßnahme von Christian Prokop in den ersten 30 Minuten. Für den glücklosen Gerlich kam Prokopec, der den Verein bekanntlich auch aus Altersgründen zum Saisonende verlassen wird. Der spielte so gar nicht auf wie ein "Alter" und sorgte allein in Hälfte eins für fünf Tore. Ihm sowie einem urplötzlich wiederer starkten Philipp Weber war es zu verdanken, dass sich die Hausherren gegen Ende der Halbzeit absetzen konnten und einen Drei-Tore-Vorsprung mit in die Kabine nahmen.

Nach der Pause schlossen die Grün-Weißen an diese Entwicklung an. Für Begeisterung beim Publikum sorgte nun auch Alen Milosevic, der die Sache mit der zweiten Chance sichtlich ernst nahm und am Kreis agierte, als wären ihm mindestens zwei zusätzliche Arme gewachsen. Mehrere Abpraller fanden so doch noch ihren Weg ins Netz. "Es war mir sehr wichtig, dass ich heute den Schalter umlegen konnte", so der Schweizer. "Ich bin glücklich und dankbar und freue mich auf eine tolle Rückrunde." Positives gab es zwischenzeitlich ebenfalls auf den Rängen. Denn zu Beginn von Hälfte zwei bezogen die Jungs des Fanclubs "Ramba-Zamba" ihre Plätze hinter dem Tor. Die hatten sie nach Unstimmigkeiten mit dem Club zu Saisonbeginn verlassen, um den anderen DHfK-Teams zu unterstützen.

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Lukas Binder in Aktion.

Allerdings verlor die grün-weiße Lok mit zunehmender Spielzeit deutlich an Fahrt. Nach wie vor fanden die Außen keine Bindung ans Spiel. "Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass wir den Vorsprung unbedingt auf vier oder fünf Tore ausbauen wollten", so Milosevic. "Dabei haben wir irgendwann verkrampft, sind ins Zeitspiel gekommen und waren dann gezwungen aus ungünstigen Positionen zu werfen." So kam, was kommen musste: Nachdem die Hausherren gut 20 Minuten lang vom Halbzeitvorsprung profitiert und diesen quasi verwaltet hatten, mussten sie in der 52. Minute das 23:23 durch Pavel Mickal hinnehmen. Ein Rückschlag, den die Gastgeber ausbügelten. 27:25 stand es vier Minuten vor Schluss.

Doch nun bissen die Gäste aus Nordhorn. Und der SC DHfK leistete sich grobe Schnitzer. Matthias Gerlich kassierte eine Zeitstrafe und Bobby Schagen setzte zwei Siebenmeter in Folge in die Maschen - 27:27. Leipzigs Top-Torschütze des Tages, Pavel Prokopec, schaffte im Anschluss das 28:27, setzte allerdings zehn Sekunden vor Schluss einen Wurf gegen die Latte und wurde damit zum tragischen Helden. Denn die DHfK-Defensive konnte die im Gegenzug heraneilenden Gäste nur per Foul stellen. Schagen setzte den fälligen Siebenmeter eine Sekunde vor Ablauf der Spielzeit an Gabor Pulay vorbei ins Netz. Der Aufstiegsplatz war passé.

"Es ist jetzt müßig, darüber zu spekulieren, ob wir in diesen Sekundenanders hätten agieren müssen. Wir haben versucht, es so gut es ging runterzuspielen", meinte Christian Prokop. "Mich ärgert nur, dass wir es im Rückwärtsgang nicht geschafft haben, diesen letzten Siebenmeter zu verhindern."

Leipzig:

 Tovas; Pulay; Emanuel; Krzikalla (2); Oehlrich (1); Binder (1); Jonsson (1); Gerlich (2); Boese (1); Weber (6); Prokopec (8/4); Milosevic (6); Göde; Greß.

Nordhorn:

 Buhrmester; Bartels; Verjans (5); Schwenning; Mickal (2); Miedema; Meyer (4); Schagen (10/5); Poll; Trodler (1); Terwolbeck; deBoer; Wiese (6).

Siebenmeter:

 Leipzig 4/4; Nordhorn 5/5.

Strafen:

 Leipzig 4; Nordhorn 2.

Antje Henselin-Rudolph

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