Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
Im achten Spiel endlich ein Sieg: SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Erlangen

Handball-Bundesliga Im achten Spiel endlich ein Sieg: SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Erlangen

Der SC DHfK hat den Fluch gebrochen und seinen Angstgegner besiegt. Gegen den HC Erlangen gewannen die Leipziger am Freitagabend in einer intensiven Partie mit 29:25 (17:12).

Bastian Roscheck beim Spiel gegen Erlangen.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Gut war sie nicht, die Bilanz des SC DHfK Leipzig gegen den HC Erlangen. Sechs Niederlagen und ein Unentschieden standen bis dato zu Papier. Am Freitagabend fügten die Grün-Weißen dem endlich einen Sieg hinzu. Vor 4049 Zuschauern gewannen die Hausherren nach einer vor allem in der zweiten Hälfte intensiven Partie 29:25 (17:12). In den Jubel mischte sich allerdings auch Sorge: Keeper Milos Putera verletzte sich in der zweiten Hälfte am Knie. Auch Niklas Pieczkowski erlebte das Ende des Spiels nicht auf dem Parkett. Die Diagnose war am Abend in beiden Fällen noch unklar.

Coach Christian Prokop schenkte auf Links Marvin Sommer das Vertrauen und machte damit alles richtig. Der 25-Jährige wusste vor allem bei Tempogegenstößen seine Schnelligkeit zu nutzen, brachte es in den ersten 30 Minuten auf fünf Treffer. "Wir haben in dieser Phase zu viele Tore im Tempospiel bekommen", monierte Gästetrainer Robert Andersson. "Wir hatten das im Vorfeld besprochen, haben es aber nicht hingekriegt. Vielleicht wäre das eine oder andere durch mehr Gegentore zu verhindern gewesen."

Der SC DHfK hat am Freitag den HC Erlangen in Leipzig empfangen. Fotos: Christian Modla

Zur Bildergalerie

Auch Sommers Teamkameraden überzeugten. Milos Putera erwischte im Tor einen saustarken Tag, legte in Halbzeit eins zwölf Paraden hin. Die Abwehr um Bastian Roscheck präsentierte sich hellwach, hochgradig beweglich und machte den Gästen aus Erlangen das Leben richtig schwer. Lukas Krzikalla agierte rechts ebenfalls schnell und überlegt. Und der Rückraum, bisweilen ja ein wenig das grün-weiße Sorgenkind, zeigte sich treffsicher. Zwischenzeitlich führte dieses Gesamtpaket zu sechs Toren Vorsprung. Zur Pause waren es vier. "Es war eine phantastiche erste Halbzeit", zeigte sich Prokop ungewohnt enthusiastisch. "Das ist die Mannschaft, die ich kenne", lobte auch Philipp Weber in der Halbzeit. Der war bekanntlich 2016 nach Wetzlar gewechselt und kommt im Sommer an die Pleiße zurück. Die Stippvisite in der Bald-Wieder-Heimat bereitete ihm sichtlich Vergnügen.

Kritische Phase dann nach dem Wiederbeginn: Die Gäste gingen den Leipzigern in der Defensive jetzt früher entgegen. Das bereitete den Hausherren sichtlich Probleme. Erschrockene Gesichter gab es in der 38. Minute: Putera verletzte sich beim Zusammenprall mit einem Gegenspieler, humpelte von der Platte. Jens Vortmann kam rein, hielt sofort einen Siebenmeter und vereitelte auch den nächsten Angriff. Die Schwierigkeiten im Abschluss blieben aber eklatant, zumal Mario Huhnstock im Erlanger Tor einen ganz starken Job machte. "Unsere Quote im Angriff lag in dieser Phase bei 40 Prozent", sagte Prokop später. "Wir sind da einfach nicht mehr so in die Konter reingelaufen und waren im Angriff etwas griffiger", kommentierte Erlangens Ole Rahmel. "Und Marios Leistung hat uns nochmal zusätzlich nach vorn getrieben." In der 49. Minute war der HC auf 22:21 dran.

Eine spannende Schlussphase kündigte sich an. Bereits jetzt erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen, klatschen, schrien, pfiffen, johlten. Das Tollhaus, es war da. Und der Gastgeber setzte alles auf eine Karte. Taktiker Christian Prokop setzte auf ein gewisses Risiko, brachte den siebten Feldspieler. "Im Hinspiel hat uns das noch das Genick gebrochen", meinte er später. Doch es blieb knapp und hitzig. Rahmel kassierte in der 58. Minute eine glatt-rote Karte für eine Aktion gegen Marvin Sommer. Die Stimmung auch auf dem Parkett war jetzt auf dem Siedepunkt. "Eventuell war es ein Foul, aber Rot niemals", schimpfte der Bestrafte, der dem Leipziger Linksaußen nach dessen Aussage im Sprung das Bein weggezogen hatte. HC-Coach Andersson gab sich defensiver. "Ich habe die Szene selber nicht genau gesehen. Es gibt natürlich glücklichere Zeitpunkte für so etwas. Ich verlasse mich darauf, dass der Schiri das richtig entschieden hat." In den fälligen zwei Strafminuten nahm auch er den Keeper raus. Die Hausherren nutzen das, trafen doppelt. Der Siegesjubel war ein grün-weißer. "Ich bin riesig erleichtert", so Christian Prokop. "Wir haben die stressige Phase in der zweiten Hälfte mental hervorragend gemeistert."

Leipzig: Vortmann; Putera; Steinert (5/2); Rojewski; Jurdzs (4); Krzikalla (6); Binder; Janke (1); Pieczkowski (3); Sommer (7); Roscheck (1); Meschke (1); Becvar (1); Milosevic.

Erlangen: Huhnstock; Katsigiannis; Theilinger (3); Bayer; J. Link (5); Guardiola (2); Bissel; Rahmel (2); Stranovsky (4/1); Horak (3); N. Link (3); Thümmler (3); Sabljic.

Siebenmeter: Leipzig 2/4; Erlangen 1/5.

Strafen: Leipzig 3; Erlangen 2 + rote Karte für Rahmel.

Antje Henselin-Rudolph

Arena Leipzig 51.342777 12.354764
Arena Leipzig
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielberichte